Dienstag, 17. Juli 2018
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Das Randi Tytingvåg Trio in Ingolstadt

Schwerelose Klänge

Ingolstadt
erstellt am 25.10.2017 um 20:11 Uhr
aktualisiert am 24.02.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Beseelte Klänge und Töne aus dem tiefsten Inneren, Schallwellen, die so schwerelos scheinen wie ein buntes Blatt im Herbstwind - das ist wohl der Kern vieler Musiker/innen aus den nordischen Ländern. Nun war im Ingolstädter Diagonal eine dieser in sich ruhenden Sängerinnen zu Gast: Randi TytingvÃ¥g aus Stavanger an der Südwestküste Norwegens gab sich mit ihrem Trio die Ehre im Rahmen der Reihe Jazz & More.
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Ingolstadt: Schwerelose Klänge
Auszeit vom Alltag: Randi Tytingvåg im Diagonal. - Foto: Knobloch
Ingolstadt

In Dag S. Vagle an der Gitarre und Erlend Egeberg Aasland mit Banjo und Tenorgitarre hat sie zwei geniale Mitmusiker gefunden, welche ihren ganz besonderen, sehr reduzierten und feinen Arrangements genau das richtige Sound-Volumen geben.

In zwei Sets zelebriert das Trio den Klang von Stimmen und Saiten. Randi TytingvÃ¥g präsentiert ihr aktuelles Album "Roots & Wings", das offiziell international erst am Freitag erscheint. Das Diagonal ist der perfekte Ort für ein Pre-Release-Konzert mit einem gelungenen Crossover aus Jazz, Folk, Country und ein wenig Blues. Randi TytingvÃ¥g hat Jazzgesang in London studiert und überzeugt mit ihrer warmen, klaren und besonderen Stimme, die zugleich stark und zerbrechlich ist.

Besonders die mehrstimmigen Passagen ihrer Songs gehen unter die Haut. Dag S. Vagle erweist sich als äußerst einfühlsamer Background-Sänger. Neben Eigenkompositionen wie "Blind Ignorance", "Slowly" oder "Missionary Business" gelingen dem Randi TytingvÃ¥g Trio wunderbare Coverversionen von Titeln wie "Que sera", "What A Wonderful World" oder gar "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" in lupenreinem Deutsch.

Das Gesamtkonzept des Abends wird zudem bereichert von der Publikumsnähe der Norwegerin, die emotional und authentisch über die Entstehung ihrer Eigenkompositionen plaudert. So ist beispielsweise "The Queen Has Left The Building" ihrer Oma gewidmet und beschreibt die letzte Stunde vor deren Tod. In "You're On Your Way" geht es im Gegensatz dazu um die Gefühle während der Schwangerschaft mit ihrer jüngsten Tochter. Und "The Blue Lady" handelt von einer pensionierten Lehrerin, die ihre Ideale nie aus den Augen verloren hat. Humor beweist Randi TytingvÃ¥g mit dem Song "Coffee" über ihre Abhängigkeit von diesem und mit dem Stück "Lilly", in dem sie versucht, sich in den Kopf eines Kleinkindes hineinzudenken. Hier kommt die Melodie fast schon Disney-filmartig daher.

Alles in allem sind derartige Konzerte einfach Balsam für die Seele! Das Randi TytingvÃ¥g Trio hat den Zuhörern im Diagonal eine wunderbare Auszeit vom Alltag geschenkt.

Von Sandra-Isabel Knobloch
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