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Gankino Circus schafft den Spagat zwischen Verrücktheit und Harmonie in der Ingolstädter Neuen Welt

Irrsinn und Idyll vereint

Ingolstadt
erstellt am 20.04.2017 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 22.08.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Was einen an diesem Abend noch erwarten sollte, konnte man kaum ahnen, als die vier Franken von Gankino Circus am Mittwochabend die Bühne der Neuen Welt betraten. Vier schräge Gestalten, eine Karikatur ihrer selbst mit ungekämmten Haaren und einem Outfit aus Großvaters Kleiderschrank, machten es sich in einer Seelenruhe neben ihren Instrumenten gemütlich - ein guter Vorgeschmack auf das Programm mit dem Titel "Irrsinn und Idyll".
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Ingolstadt: Irrsinn und Idyll vereint
Schräg und genial: Ralf Wieland, Maximilian Eder, Simon Schorndanner jun. und Johannes Sens (von links).
König
Ingolstadt

Doch kaum hatte Gitarrist Ralf Wieland das Publikum begrüßt und seine Band vorgestellt, legte das Quartett los. Und sowohl Musik als auch die Geschichten waren nicht von schlechten Eltern - wohl im wahrsten Sinne des Wortes: Die Band sei quasi ein Familienprojekt und werde von Generation zu Generation weitergegeben. Sicher brauchte man an diesem Abend nicht allen Anekdoten wie dieser Glauben schenken, doch eines war schnell klar: Diese Band aus dem westmittelfränkischen Dietenhofen zog die Ingolstädter Gäste in ihren Bann. Und je abstruser die Geschichte zu den Liedern, desto mehr Lacher hatten die Musiker auf ihrer Seite. Doch der Witz und die Genialität der Überleitungen wurden noch weit übertroffen von den virtuosen Stücken des Ensembles. Die Mischung war dabei vielseitig und erinnerte mal an Balkanpop, mal an Volksmusik, aber in jedem Fall sprühte sie vor Freude.

Fotostrecke: Gankino Circus in der Neuen Welt


Die vier spannten dabei gekonnt den Bogen von wilden Stücken mit fast schon akrobatischen Leistungen auf der Gitarre und dem Schlagzeug bis hin zu ruhigen Lieder mit atmosphärischen Klängen. Der Wahnsinn blitzte dabei gleichsam in den Augen von Klarinettist Simon Schorndanner junior und Percussionist Johannes Sens, als sie bei ihren Soli zur Hochform aufliefen. Der einzige Wermutstropfen war an dieser Stelle nur die Bestuhlung in der Neuen Welt, denn am liebsten wäre man bei den mitreißenden Rhythmen einfach aufgesprungen und hätte wild mitgetanzt. So musste man sich mit ekstatischem Fußwippen begnügen, schwappte der Spaß, den Gankino Circus auf der Bühne verbreitete, doch bis in die letzte Reihe.

Bevor Gankino Circus bei "Für Mama" auf der Bühne vollkommen durchdrehte und Schlagzeuger Johannes Sens sogar zum Striptease ansetzte, durfte das Publikum bei entspannten Liedern auf Finnisch noch einmal träumen.

Der kurze idyllische Part des Programms war ganz den Kühen von Akkordeonspieler Maximilian Eder gewidmet, die bei diesen Klängen doch glatt mehr Milch geben sollten. Aber schon kurz darauf stand wieder alles ganz im Zeichen des proklamierten Irrsinns.

Als die Band ihr letztes Lied ankündigte, konnten es viele nicht fassen, so rasant war der Abend vergangen. Dafür entschädigte die Band ihr Publikum und spielte den Hit ihrer Kindheit ganz nach dem Motto "als Bayern 1 noch Bayern 1 war". Mit Freddy Quinns "Heimweh" in der Version von Gankino Circus endete der Abend damit wieder ganz idyllisch.

Christina König
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