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Antike Mosaikteile wieder in alter Heimat zu sehen

Istanbul
erstellt am 08.12.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 08.12.2018 um 15:18 Uhr | x gelesen
Lange Zeit befanden sich antike Mosaikstücke eines Speisesaals der Römerzeit in den USA. Jetzt sind sie an ihren Ursprungsort in der Türkei heimgekehrt. Der Kulturminister spricht von einem wichtigen Ereignis.
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Antike Mosaikteile
Die Mosaikstücke aus der Römerzeit waren Teil der Kunstsammlung einer US-Universität und wurden an die Türkei zurückgegeben.
Emrah Gurel/AP
Istanbul

Zwölf Teile eines Mosaikwerks aus der antiken Stadt Zeugma sind nach Jahrzehnten in den USA an ihren Ursprungsort in die heutige Türkei heimgekehrt. Dort sind sie in einer Ausstellung in Gaziantep zu sehen, in der einst Zeugma stand.

Die Mosaikstücke stammten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu aus dem großen Mosaik eines Speisesaals der Römerzeit im zweiten Jahrhundert. Es zeigt Szenen aus der griechischen Mythologie.

„Das ist ein wichtiger Tag für die Türkei“, sagte Kultur- und Tourismusminister Mehmet Ersoy bei der Eröffnung der Ausstellung im Zeugma Mosaik Museum. „Die Rückgabe dieser fehlenden Teile motiviert uns in unseren Bemühungen, so viele Artefakte zurückzubringen, die in dieses Land gehören.“ Die Türkei hat laut Ersoy in den vergangenen fünf Jahren 4319 antike Werke aus dem Ausland zurückgeholt.

Die Türkei sagt, dass die Mosaike Anfang der 60er Jahre bei ungenehmigten Ausgrabungen in Zeugma gestohlen und außer Landes geschmuggelt worden seien. Die Bowling Green State University im US-Bundesstaat Ohio erwarb die Stücke 1965, wusste aber nach eigenen Angaben nichts von den Umständen der Beschaffung. Lange ging sie auch davon aus, dass die Mosaike aus Antiochien stammten - einer ebenfalls in der heutigen Türkei gelegenen antiken Stätte. In Übereinkunft mit der Hochschule wurde die Kunst Ende November zurückgebracht.

Zu den Mosaiken Zeugmas gehört auch das berühmte, 1998 freigelegte Bildnis einer weiblichen Figur, das als „Gypsy Girl“ international bekannt wurde. Bei der Darstellung handelt es sich wohl um eine Mänade, eine Begleiterin des griechischen Weingottes Dionysos.

dpa
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