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Vom Kinder- zum Generationenclub: Das Stadttheater Ingolstadt stellt beim Kick-off sein Angebot vor

Die Spielwütigen

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2018 um 19:23 Uhr
aktualisiert am 12.10.2018 um 19:36 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Theatersaison hat begonnen, die ersten Premieren wurden gefeiert, jetzt geht es ans Selberspielen. Denn das Stadttheater Ingolstadt bietet ein großes Angebot im Bereich "Theater zum Mitmachen" an: vom Kinderclub über den Generationenclub bis hin zum neuen Impuls-Theater, das aus dem Café International entstehen soll, ist alles vertreten.
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Bühler, Koch, Baltzer
Ingolstadt
Am Dienstag werden um 19 Uhr im Kleinen Haus beim Kick-off alle Spielclubs vorgestellt, dann präsentieren die Spielleiter ihre Arbeitsweise und zeigen in einem kleinen Rückblick die Projekte der vergangenen Saison. Denn das Ziel jedes Spielclubs ist eine öffentliche Aufführung. Im Anschluss kann man sich für einige Spielclubs auch schon amelden. Die Teilnahme ist bei allen Angeboten kostenlos.

Spielwütige von sieben bis zehn Jahren können sich im Kinderclub austoben. Im Gegensatz zu den Jugendclubs, wo man sich wöchentlich trifft, sind die Proben auf eine ganze Woche in den Osterferien beschränkt. Unter der Leitung von Bernadette Wildegger sammeln die Teilnehmer spielerisch erste Bühnenerfahrungen - über Improvisationen, Gruppenspiele und gemeinsames Geschichtenerzählen.
 
Bühler, Koch, Baltzer
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Der Juniorclub (11 bis 14 Jahren) geht als erstes an den Start. Denn die Teilnehmer treffen sich in den Herbstferien, um mit Linda Thaller ein gemeinsames Theaterstück zu entwickeln. Weil Theater spielen und Theater schauen nach Meinung der Theaterpädagoginnen zusammengehört, bekommt jeder Spieler übrigens auch einen Spielclub-Ausweis, mit dem man vergünstigten Eintritt zu allen Produktionen des Hauses hat. "Wir sprechen mit den Kindern und Jugendlichen über die Stücke, wollen, dass sie ein Gefühl für die Ästhetik oder die Sprache am Theater bekommen", sagt Kathrin Lehmann, Leiterin der Theatervermittlung.

Im Jugendclub I (ab 15 Jahren) bestimmen die Teilnehmer selbst, was sie auf die Bühne bringen wollen. Kathrin Lehmann und Teresa Gburek führen sie dorthin, zeigen, wie ein Team zusammenwächst, wie man Stimme und Körper einsetzt, probieren verschiedene Schauspieltechniken und ästhetische Elemente. "Was am Ende rauskommt, ist immer eine Überraschung", sagt Kathrin Lehmann. Im Jugendclub II (ab 15 Jahren) wird dagegen unter der Regie von Sascha Römisch ein klassisches Theaterstück erarbeitet. Geprobt wird in beiden Spielclubs einmal die Woche. Es geht darum, Theater als Ausdrucksform zu entdecken. Und weil "ein künstlerischer Prozess immer auch ein persönlicher Prozess" ist, entwickeln sich die Jugendlichen "ganz nebenbei" weiter, erklärt Kathrin Lehmann: "Im Umgang, in der Kritikfähigkeit, in den ganzen Schlüsselkompetenzen."
Ingolstädter auf die Bretter: In der vergangenen Spielzeit erarbeiteten u.a. der Juniorclub (11?14 Jahre, oben), der Generationenclub (Mitte), der Jugendclub (ab 15 Jahren) und der Kinderclub (7?10 Jahre) spannende Stücke.
Ingolstädter auf die Bretter: In der vergangenen Spielzeit erarbeiteten u.a. der Juniorclub (11-14 Jahre, oben), der Generationenclub (Mitte), der Jugendclub (ab 15 Jahren) und der Kinderclub (7-10 Jahre) spannende Stücke.
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Alina Thielpape weiß das aus eigener Erfahrung: Vor fünf Jahren hat sie zum ersten Mal im Jugendclub mitgemacht. Und seither ist sie immer wieder dabei. Jetzt ist sie 18 Jahre und will deshalb in diesem Jahr in den Generationenclub. "Es ist immer wieder aufregend, Neues auszuprobieren, seine Kreativität auszuleben, eigene Rollen im Leben zu hinterfragen, sich selbst dabei weiterzuentwickeln, etwas für sich und sein Leben zu lernen", sagt sie. Beruflich soll es nach der Schule tatsächlich in Richtung Theater gehen - als Schauspielerin oder im Bereich Regie. Auch Patrick Schlegel wurde einst in Sascha Römischs Jugendclub mit dem Theatervirus infiziert. Nach seiner abgeschlossenen Schauspielausbildung steht er nun als Profi wieder in Ingolstadt auf der Bühne - derzeit in "Emmas Glück". Pauline Füg und Tobias Heyel bieten daneben einen U20-Poetry-Slam-Club an, in dem sie zusammen mit Interessierten an Text und Vortrag arbeiten.

Der Generationenclub steht allen offen, "die sich ausprobieren und vielleicht auch Utopien auf die Probe stellen möchten", meint Linda Thaller. "Hier kann man seinem Spieltrieb frönen."
Ganz neu ist das "Café International Impuls Theater", in dem es nicht nur darum geht, Sprache erlebbar zu machen, sondern das auf den Austausch setzt. "Wir wollen von der Vielfalt lernen", meint Linda Thaller. Kathrin Lehmann: "Uns war es wichtig, dass wir das Café International noch mehr an das Theater holen. Schließlich findet es in unseren Räumen statt. Wir hatten schnell und unkonventionell eine Anlaufstelle für Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund geschaffen und jetzt geht es darum, dass wir die Verbindung zu dem, was wir hier eigentlich tun, stärker herstellen."
 
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"Wer ein Buch lesen will, muss das Alphabet kennen. Wer Kunst und Theater sehen und verstehen will, muss ästhetisch, kulturell gebildet sein", schreibt Kathrin Lehmann im Programm der Theatervermittlung. Intendant Knut Weber weiß um die (auch gesellschaftspolitische) Bedeutung dieser Aufgaben - und hat das Team in dieser Spielzeit aufgestockt.

Kick-off der Spielclubs am Dienstag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Kleinen Haus des Stadttheaters.

Theater für alle Altersstufen

Wer nicht nur selbst Theater spielen, sondern auch gucken will, hat dazu wieder jede Menge Gelegenheiten: Das große Kinderfest, das diesmal unter dem Motto „Von Wünschen und Verwünschungen“ steht, geht am 10. November ab 14 Uhr über die Bühne. Um 18 Uhr steht dann die Premiere von Paul Maars „Eine Woche voller Samstage“ an. Und bis dahin? „Dreier steht Kopf“ (ab vier Jahren) findet man ab 14. Oktober wieder auf dem Spielplan (auch am 4. November, 9. und 27. Dezember). „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“ nach dem Kinderbuch von Finn-Ole Heinrich (ab zehn Jahren) wird am 17. November und am 15. Dezember (jeweils 19 Uhr) noch mal gezeigt. Und für die ganz Kleinen (ab zwei Jahren) ist Kathrin Lehmanns Projektentwicklung „rundgeradekrumm“ wieder im Programm (Vorstellungen am 20. Oktober und am 8. Dezember). Auch „Das kleine Ich bin ich“ (ab drei Jahren) ist wieder auf dem Spielplan (24. November und 30. Dezember) zu finden. Und: Die Konzertreihe „Mini-Hausmusik“ wird wieder aufgenommen. Den Auftakt macht Markus Reyhani mit „Musik für Kinder und die ganze Familie“ am 20. Oktober um 16 Uhr in der Werkstatt. Kartentelefon (0841) 30547200.

Anja Witzke
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