Montag, 19. November 2018
Lade Login-Box.

Glücksgriff Pekka Kuusisto und das Mahler Chamber Orchestra im Klenzepark

Gelungener Start der Audi-Sommerkonzerte

erstellt am 14.07.2018 um 08:35 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Mit großem Jubel ging das Eröffnungskonzert der Audi-Sommerkonzerte 2018 am Freitagabend auf dem Klenzepark zu Ende. Gefeiert wurde beim Klassik-Open-Air das hervorragende Mahler Chamber Orchestra, besonders aber der Geiger und Orchesterleiter Pekka Kuusisto.
Textgröße
Drucken
Sommerkonzerte 2018
Geiger und Orchesterleiter Pekka Kuusisto.
Martina Persy
Er war der Glücksgriff des Abends. Denn Kuusisto zeigte sich als Multitalent, der mit viel Geschick seine Heimat Finnland und überhaupt Nordeuropa musikalisch vielseitig präsentierte.
 
Kuusisto war nicht nur Leiter und Solist des Orchesters, sondern stellte auch süffige finnische und schwedische Volksmusik vor, improvisierte auf der elektrischen Geige und moderierte die verschiedenen Stücke unterhaltsam und humorvoll an – zusammen mit Antonia Goldhammer von BR-Klassik.
Fotostrecke: Klassik Open Air Freitag
95

 
Ihm gelang etwas, was nur äußerst selten funktioniert: Er vermochte Volksmusik, Klassik und Jazz so miteinander zu verzahnen, dass man manchmal die Übergänge von einem Genre zum nächsten kaum wahrnehmen konnte. Jean Sibelius‘ Humoreske ging aus einer psychedelisch-schwelgenden Improvisation hervor. Edvard Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit“ klang volkstümlich rau wie kaum je gehört, Beethovens erste Sinfonie kam jazzig swingend herüber – wirklich unerhörte Klangwelten. Eine Entdeckungsreise im sonst so einsam gelegenen Grenzgebiet zwischen Jazz und Klassik.
 
Sommerkonzerte 2018
Das hervorragende Mahler Chamber Orchestra begleitete Pekka Kuusisto.
Martina Persy
Und das Mahler Chamber Orchester musizierte im Stehen mit einer Fantasie, einer Spielfreude, die sich unmittelbar auf die rund 10.000 Zuhörer auf dem Klenzepark übertrug. Das Orchester und Kuusisto boten jedes Werk des Abends mit solcher Frische dar, dass man meinte, es zum ersten Mal zu hören.

Erfolgreich war der Eröffnungsabend auch, weil technisch alles vorzüglich klappte: Der elektronisch verstärkte Ton gab jede kleine Differenzierung des Orchesterklanges präzise wieder. Und die Zuschauer konnten auf Videoflächen (die zum ersten Mal beim Klassik-Open-Air eingesetzt wurden) abwechselnd nordische Landschaftsbilder passend zu den Kompositionen ansehen und das Geschehen auf der Bühne verfolgen.
   
 
 
Jesko Schulze-Reimpell
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!