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"4 Blocks" spielt im Milieu eines arabischen Clans in Berlin-Neukölln TV-Film über Freundschaft und Verrat

Brachial, bildgewaltig, brisant

Berlin
erstellt am 27.11.2017 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 29.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Berlin (DK) "4 Blocks" ist ein packendes Clan-Drama aus Berlin-Neukölln, das vieles hat, was eine gute Genre-Serie braucht. Es geht um Familie und Verrat, um Recht und Unrecht, um Freundschaft und Feindschaft, um Schuld und Sühne - und das an einem Ort, der seit Jahren in den Schlagzeilen steht, weil er quasi als rechtsfreier Raum gilt: der Neuköllner Kiez, genauer gesagt, der Nordteil des Bezirks an der Grenze zu Kreuzberg. "Ich hatte einen Zeitungsartikel gelesen über einige Straßen in Berlin, in die sich die Polizei nur in größerer Besetzung traut. Das fand ich bemerkenswert, weil es eine neue Entwicklung ist, die Sicherheitslage sich anscheinend deutlich verändert hatte. Das hat mich als Thema gereizt", sagt Produzent Quirin Berg über die Serie, die bisher nur im Pay-TV lief und jetzt in Doppelfolgen bei ZDFneo läuft.
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Ali Hamady, genannt "Toni", Boss des Clans, will aussteigen. Nicht aus moralischen Gründen. "Ich will ein sauberes Leben, keinen Stress, ich hab' Familie", sagt er. Ein Leben als Immobilienbesitzer mit deutschem Pass, so stellt er sich seine Zukunft vor. Statt immer mit einem Bein im Gefängnis zu stehen, will er "der deutscheste Deutsche" werden. Seit 26 Jahren lebt der Libanese mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung hier. Nun hat die Behörde angekündigt, dass seine Frau und er deutsche Pässe bekommen werden. Doch in seinem Revier, den "4 Blocks", gibt es Probleme: Die Polizei hat seinen Schwager Latif verhaftet, eine Drogenlieferung wurde be-schlagnahmt, sein hochaggressiver Bruder Abbas flippt aus, ein ermittelnder Polizist wird erschossen und kriminelle Konkurrenz droht. Gut, dass Tonis Jugendfreund Vince auftaucht, der vor Jahren verschwand, jetzt Geld braucht und Anschluss sucht. Toni, der Kopf, vertraut ihm, Abbas, die Faust, beäugt ihn argwöhnisch

"4 Blocks" - das steht für all das, womit der Clan Geld macht: Mädchen, Casinos, Drogen, Schutzgeld - bietet einen rohen, trockenen Realismus: So könnte es draußen wirklich aussehen. Marvin Krens Inszenierung ist flüssig und temporeich, die Kamera lebendig, man ist nah dran am Geschehen. Neukölln wird quasi zu einem weiteren Hauptdarsteller. Und für die nötige "Street Credibility" sorgen echte Berliner Clan-Mitglieder, die es als Rapper zu Bekanntheit gebracht haben: Veysel und Massiv spielen Abbas und Latif. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Gringo haben sie auch den Song zur Serie geschrieben. Der harte Beat des Hip-Hops spielt eine wichtige Rolle in der Serie, ihre Texte unterstreichen, was der Zuschauer sieht: "Wir sind keine Gang, wir sind Familie." Die Musik gibt den Takt vor, dazu die harten Bilder, das physische Spiel, die beeindruckend agierenden Kido Khodr Ramadan als Toni und Frederick Lau als Vince - all das hat man so noch nicht oft gesehen in deutschen Produktionen.

ZDFneo: Doppelfolgen ab heute, 23.15 Uhr.

Von Volker Bergmeister
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