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Vor zwei Jahren wurde die Stromlos Bigband für Nachwuchsmusiker gegründet - Nun gastiert sie bei den Jazztagen

Auf Augenhöhe mit den Stars

Ingolstadt
erstellt am 10.10.2018 um 19:51 Uhr
aktualisiert am 10.10.2018 um 19:55 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Zarte zwei Jahre alt ist die Stromlos Bigband, die am Sonntag, 14. Oktober, gemeinsam mit dem SchutterNeun Jazzorchester ein Warm-up-Konzert im Rahmen der Ingolstädter Jazztage geben wird.
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Applaus, Applaus: Die Stromlos Bigband trat im vergangenen Jahr in der Harderbastei in Ingolstadt auf.
Applaus, Applaus: Die Stromlos Bigband trat im vergangenen Jahr in der Harderbastei in Ingolstadt auf.
Hauser
Ingolstadt
Geleitet wird die Bigband von Robert Aichner, Musiklehrer am Reuchlin-Gymnasium, zuhause ist sie in der Harderbastei.

Die Stromlos Bigband ist seit 2016 Teil des von Lucas David gegründeten und geleiteten Musikprojektes "Stromlos" der in der Bastei beheimateten Kinder- und Jugendkunstschule Kunst und Kultur Bastei. Dort trafen sich schon ab 2014 Kinder und Jugendliche jeden Mittwochabend, um gemeinsam Musik zu machen. Mit dabei war immer ein Profimusiker. Heute leitet Jazzförderpreisträger Joey Finger die Stromlos-Abteilung.

Als Finger auf Robert Aichner zuging und ihn fragte, ob er nicht eine noch zu gründende Stromlos-Bigband leiten wolle, stieß er auf offene Ohren. "Ich fand, das sei ein schöner Ansatz, einen Nachwuchspool an jungen Jazzmusikern aufzubauen", erzählt der engagierte Musiklehrer und startete ein Casting.

Zielgruppe waren junge Musiker, die ihr Instrument spieltechnisch gut beherrschten und zu den Leistungsträgern in ihren Schulbands zählten. "Zu uns kamen nur die Leute, die schon was konnten", erinnert sich der 46-jährige Ingolstädter, "Jazz braucht jahrelange Grundlagenarbeit". Manche seien noch zu jung für die eigentliche Band gewesen, sie wurden dann in Workshops aufgefangen, um langsam hineinwachsen zu können. "Das gehört zu unserem pädagogischen Konzept", erklärt er. Dazu gehört auch, nicht wöchentlich zu proben - was auch schwierig für die etwas Älteren wäre, die sich bereits im Studium befinden -, sondern die jungen Musiker zwei bis dreimal jährlich zu Projekten zusammenzutrommeln. Sie kommen von allen Ingolstädter Gymnasien, vom Willibald-Gymnasium und Gabrieli aus Eichstätt, aus Beilngries, unter den Ehemaligen sind Studenten und Auszubildende. Zur Stromlos Bigband gehört heute ein Pool von rund 40 jungen Musikern im Alter von 14 bis 26 Jahre, aus denen der Leiter für seine Projekte jeweils 17 bis 18 Instrumentalisten für die übliche Bigband-Besetzung rekrutiert, was "immer irgendwie rausgeht", teilweise gebe es auch mal Doppelbesetzungen.

Mit der Instrumentenpalette ist Aichner hochzufrieden, die Band sei überall gut besetzt, Engpässe gebe es lediglich mal bei den Posaunen, was aber typisch für die Altersgruppe sei, schließlich brauche es lange Arme, um das Instrument spielen zu können. Von Anfang an konnte er aufgrund der guten Vorbildung seiner Musiker mit Schulrepertoire in guter Qualität loslegen und bald semiprofessionelle Arrangements hinzunehmen, mittlerweile wagt er sich auch an professionelle heran.

Ziel ist, Schülern und Studenten zu zeigen, "hier geht es weiter", wie er sagt. Noch einen Schritt weiter geht es mit Eigenkompositionen einiger Bandmitglieder, darunter Trompeter Lukas Lindner, der an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg studiert und schon Stücke für die Uni-Bigband in Eichstätt geschrieben hat, die Aichner dann für die Stromlos Bigband übernahm. Aus Lindners für Profimusiker komponierten Stück "The Four Elements" wird bei den Jazztagen "Water" von der Stromlos Bigband zu hören sein, "Fire" wird demnächst einstudiert, die anderen beiden seien noch zu schwer.

Auch Gitarrist Jonas Meier, der in Weimar Schulmusik studiert, hat der Band eine Eigenkomposition gewidmet. "Es motiviert die Jugendlichen ungemein, ein von einem Kollegen selbstgeschriebenes Werk zu spielen", verrät Aichner, der sich mit seinen Musikern darauf freut, Vorband für das SchutterNeun Jazzorchester zu sein, dem großen Vorbild der Stromlos-Bigband. Dort einmal mitzuspielen, sei der Traum etlicher. Die Band wählt das Repertoire für die Auftritte selbst aus. Das Anspruchsvollste im aktuellen, knapp einstündigen Programm ist "Eleanor Rigby" von den Beatles. "Wenn ihr das wollt, dann müsst ihr wirklich was tun", kommentierte Aichner den Vorschlag und freut sich nun, "dass wir es geschafft haben - mit Hilfe von Harald Rüschenbaum, der regelmäßig Jazz-Workshops gibt".

Zu den pädagogischen Stücken im Programm gehört die Swingnummer "Afternoon in Paris", die die Jungmusiker zwingt, aufmerksam aufeinander zu hören. Südafrikanischen Sound bringt "Ulla in Africa" hinein, nach Lateinamerika entführt "El Caborojeño". Geübt wird auch in kleineren Einheiten, die Blechbläser übernehmen Finger oder Oliver Kollmannsberger, die Holzbläser Daniel Schmidt und die Rhythmusgruppe Uli Schiekofer.

Charly Böck ist für den Lateinamerikanischen Rhythmus zuständig. Alle Workshopleiter spielen im SchutterNeun Jazzorchester mit. "Ich fange im Tutti an, dann feilen die Dozenten mit den jeweiligen Instrumentengruppen und ich füge am Ende die einzelnen Teile zusammen", beschreibt Aichner die Vorgehensweise. Er selbst ist Saxofonist beim SchutterNeun Jazzorchester, wird aber diesmal nicht mitspielen, da er sich ganz auf die Stromlos Bigband konzentrieren will.

Sonntag, 14. Oktober, 19 Uhr: Warm-Up Big Band Summit im Rahmen der Jazztage im Kulturzentrum neun mit der Stromlos Big Band und dem SchutterNeun Jazzorchester. Karten in den DK-Geschäftsstellen und an der Abendkasse.
 

NEUES BANDPROJEKT

Am Freitag, 16. November, fällt der Startschuss für ein neues Stromlos-Projekt für Jugendliche bis 25 Jahren. Immer freitags wird von 18 bis 19 Uhr für ein neues Jazzbandprojekt geprobt. Vorausgesetzt wird, dass Teilnehmer ein Instrument beherrschen und Jazz-Basiserfahrungen haben. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung und Infos unter info@kunstundkulturbastei.de. 

 
Andrea Hammerl
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