Mittwoch, 14. November 2018
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Folge 107: Beichtseiten im Internet

erstellt am 06.11.2018 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 06.11.2018 um 17:19 Uhr | x gelesen
Sogenannte Beichtseiten in sozialen Netzwerken sind ein neuer Trend bei den Kids und Jugendlichen im Internet. Kleinere und größere Sünden, wie zum Beispiel verrückte Aktionen im Unterricht, Abschreiben in den Prüfungen oder sexuelle Erfahrungen, werden anonym mit einer großen Community geteilt.
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Mit dem Loswerden von Sünden haben diese Beichtseiten nur wenig zu tun. Vielmehr veröffentlichen Nutzer anonym ihre Geheimnisse und teilen diese bei Facebook oder Instagram mit vielen anderen Nutzern. Manche Beichtseiten haben über eine Million Abonnenten. Das kann harmlos und witzig sein. Es gibt aber auch immer wieder sehr private, gewaltverherrlichende und beleidigende Beiträge. Nicht selten sind Beichten über Drogenkonsum und sexuelle Erfahrungen. Besonders problematisch wird es, wenn Namen von anderen Personen veröffentlicht oder falsche Behauptungen in den Umlauf gebracht werden. Diese sind oft Anlass für Streit und Mobbing.   Auch wenn die Einträge anonym sind, kennt der Seiten-Administrator die Namen aller, die einen Bericht eingesendet haben. Da es sich um Mitschüler handeln kann, können diese in den schlimmsten Fällen Gerüchte verbreiten oder Teilnehmer erpressen.
Der Administrator muss sich aber bewusst sein, dass er für alle Inhalte der Seite –  auch für Kommentare anderer  – verantwortlich gemacht werden kann. Verleumdungen, üble Nachrede und Beleidigungen müssen gelöscht werden. Auch wenn der Administrator altersbedingt nicht strafmündig ist, kann er auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld verklagt werden. Auch Ordnungsmaßnahmen wie Schulverweis sind möglich. 
Diese Beichtseiten können auch andere animieren, verrückte und gefährliche Aktionen nachzumachen. Aber mal ehrlich: Die richtigen Geheimnisse sind doch am besten bei den Freundinnen oder Freunden aufgehoben und gehen die Öffentlichkeit nichts an. 

Zum Autor: Manfred Liesaus ist Bereichsleiter für Jugendarbeit und Prävention am Pfaffenhofener Landratsamt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Problemen und Gefahren rund um Computer, Handy und Internet. Er ist unter Manfred.Lies aus@landratsamt-paf.de oder unter der Nummer (0 84 41) 2 72 37 erreichbar.

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