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Niederländische Datenschützer erhöhen Druck auf Google

erstellt am 16.12.2014 um 11:10 Uhr
aktualisiert am 08.08.2018 um 09:44 Uhr | x gelesen
Den Haag (dk) Die niederländische Datenschutzbehörde CBP hat Google eine 15-Millionen-Euro-Strafe angedroht. Die Datenschützer stören sich daran, dass Google Informationen aus vielen verschiedenen Diensten wie Gmail, Web-Suche und youtube zusammenführt, um möglichst perfekte Nutzer-Profile zu erstellen.
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Die Behörde fordert, dass die Nutzer mehr Kontrolle über ihre Daten bekommen. So soll Google verpflichtet werden, eine konkrete Einwilligung für die Zusammenführung der Daten abzufragen. Ein bloßer Hinweis auf geänderten Nutzungsbedingungen - wie es bislang Praxis ist - reiche nicht aus. 
 
Google sammelt ausführlich Daten der Nutzer von verschiedenen Diensten. Dazu gehören nicht nur die bekannten Internet-Anwendungen wie die Suche oder der E-Mailservice, sondern zum Beispiel auch Smartphone-Apps und Karten-Programme. Kombiniert Google all diese Informationen, entsteht der perfekte gläserene Nutzer. Das Unternehmen weiß, wann jemand wo gewesen ist, mit wem er über was kommuniziert hat, was er im Internet gekauft hat, wo er arbeitet, wo er wohnt, und so weiter. 
 
Bis Februar 2015 haben die niederländischen Datenschützer dem Unternehmen Zeit gegeben, eine konkrete Einwilligung der Nutzer einzuführen. Andernfalls würde die Geldbuße fällig. Ob das Google bei einem Jahresumsatz im hohen zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich allerdings allzu sehr beeindruckt, steht auf einem anderen Blatt.

Ingolstadt: "Nicht hilfreich für den Datenschutz"
Johannes Caspar
Auch aus Deutschland gibt es Kritik an Google in dieser Sache.  "Zwar konnten wir in zahlreichen Gesprächen mit Google Verbesserungen insbesondere bei der Information der Nutzer erreichen", sagte Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für den Datenschutz, unlängst. "Bei der wesentlichen Frage der Zusammenführung der Nutzerdaten war Google jedoch nicht bereit, die rechtlich erforderlichen Maßnahmen einzuhalten und substanzielle Verbesserungen zugunsten der Nutzerkontrolle umzusetzen." Seine Behörde hatte Google daher verpflichtet, die bei der Nutzung unterschiedlicher Dienste anfallenden Daten nur unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben zu erheben und zu kombinieren. Denn auch nach Auffassung dieser deutschen Datenschutzbehörde greift die bisherige Praxis der Erstellung von Nutzerprofilen weit über das zulässige Maß hinaus in die Privatsphäre der Google-Nutzer ein.
 
"Unsere Anforderungen zielen auf einen fairen, gesetzlich vorgesehenen Ausgleich zwischen den Interessen des Unternehmens und denen seiner Nutzer", sagte Caspar. "Der Ball liegt nun im Spielfeld von Google. Das Unternehmen muss die Daten von Millionen von Nutzern so behandeln, dass deren Recht auf informationelle Selbstbestimmung künftig bei der Nutzung der unterschiedlichen Dienste des Unternehmens hinreichend gewahrt wird."
 
tow
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