Montag, 15. Oktober 2018
Lade Login-Box.

Street View Autos in der Region unterwegs

erstellt am 05.03.2010 um 10:57 Uhr
aktualisiert am 08.08.2018 um 09:19 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dk) Im März und April sind die Autos von Google Street View wieder in Ingolstadt und Umgebung unterwegs. Aus 2,90 Metern Höhe fotografieren sie Straßenzüge und Häuser. Drei im Auftrag des DONAUKURIER erstellte Gutachten und nun auch eine vom Land Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Studie kommen zu dem Ergebnis, dass die Aufnahmen zu großen Teilen gegen deutsches Recht verstoßen.
Textgröße
Drucken

Nach Angaben von Google sind die Autos mit den Kameras außer in Ingolstadt im März und April auch noch in zahlreichen weiteren bayerischen Städten unterwegs, zum Beispiel in Bamberg, Bayreuth, Erlangen, Fürth, Passau, Regensburg, Schweinfurt und Würzburg. Zudem fahren die Autos durch die Landkreise Eichstätt, Kelheim und Pfaffenhofen.
   
Google fotografiert aus 2,90 Meter Höhe Straßenzüge und Häuser und stellt die Aufnahmen dann ins Internet. Gesichter werden verpixelt - meistens zumindest. Im Internet gibt es reichlich Google-Street-View-Aufnahmen, die Menschen in peinlichen Situationen zeigen ohne unkenntlich gemachte Gesichter. Dass diese Fotos später von Google gelöscht wurden, hatte kaum Auswirkungen. Denn schon längst hatten sie sich im Internet verbreitet.
 
Aus Amerika gibt es Beispiele, wie Einbrecher lohnenswerte Objekte vorab per Street View virtuell ausspioniert haben. Recherchen in Europa ergaben, dass Banken sich per Street View einen detaillierten Eindruck von der Wohnsituation möglicher Darlehensnehmer machen können.



Und man stelle sich den Aufschrei der Bevölkerung vor, wenn Bürger über den Gartenzaun hinweg ohne zu fragen die Gärten ihrer Nachbarn fotografieren und die Aufnahmen ins Internet stellen würden. Oder wenn das Innenministerium alle Häuser in Deutschland fotografieren würde.
 
Edgar Wagner, der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für Datenschutz, betont, dass Google respektlos mit der Privatsphäre der Bürger umgehe und dass gesetzgeberischer Handlungsbedarf bestehe. "Google muss lernen, dass die Kommerzialisierung der Privatsphäre Grenzen hat."
 

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Verbraucherschutz kann man sich einen Musterwiderspruch gegen die Aufnahmen von Google Street View herunterladen. Einspruch kann auch per E-Mail an die Adresse streetview-deutschland@google.com eingelegt werden.


Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!