Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Mit Tarnkappe durchs Internet

erstellt am 11.12.2009 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 08.08.2018 um 09:19 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dk) Wer Informationen im Internet sucht, gibt auch Vieles von sich selbst preis. Google sammelt gezielt Informationen über das Surfverhalten von Webusern. Ziel ist es, Internetnutzer gezielt mit Werbung zu versorgen. Dagegen kann man sich allerdings wehren.
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Wer sich in das Internet begibt, hinterlässt Spuren. Jede besuchte Seite, jeder eingetippte Suchbegriff und jeder Klick wird protokolliert. Meist so, dass der User dies gar nicht merkt. Datensammler begeben sich auf die Spurensuche im weltweiten Netz und erstellen so genaue Profile von jedem Internetnutzer. Für welche Themen hat er sich interessiert? Welche Seiten hat er wie lange besucht? Welche Technik hat er dabei benutzt? Was hat er wo, wann und zu welchem Preis im Internet gekauft?

Einer der fleißigsten Datensammler ist der amerikanische Konzern Google. Jeder, der einen Suchbegriff in das Formular der Suchmaschine mit den bunten Buchstaben tippt, gewährt dem Quasi-Monopolitsten tiefe Einblicke. Nicht nur in sein Surfverhalten, sondern unter Umständen sogar in seine Persönlichkeit. Google argumentiert, mit der Erstellung eines individuellen Profils ließen sich die User entsprechend ihrer persönlichen Bedürfnisse mit Internetinhalten versorgen. Auch die Werbung wird auf die Interessen des Websurfers abgestimmt. Wer sich über eine bestimmte Krankheit informiert hat, bekommt dann vielleicht ungefragt ein Angebot über entsprechende Literatur. Datenschützern ist dies freilich ein Graus.

Viele Homepages hinterlassen auf dem Computer des Internet-Nutzers kleine Dateien, etwa um ein Passwort zu speichern, das beim nächsten Besuch nicht mehr neu eingegeben werden muss. Cookies - also „Kekse“ - heißen diese kleinen Informationshäppchen, die bei jedem Ausflug ins weltweite Netz auf der Festplatte des heimischen Computers gespeichert werden. Sie ermöglichen unter anderem die so genannte Auto-Vervollständigung, die Eintragungen in einem Textfeld nach den ersten Buchstaben automatisch ergänzt. Auch donaukurier.de verschickt Cookies. Sie ermöglichen beispielsweise, dass Mitglieder unserer Online-Community automatisch eingeloggt werden, wenn sie unsere Seite aufrufen und nicht jedes Mal Nutzername und Passwort eingeben müssen. Die Meinungen über Cookies gehen auseinander; wer sich gegen sie entscheidet, wird unter Umständen auf manch lieb gewonnene Eingabehilfe verzichten müssen.
 
Der Browser Firefox ermöglicht seinen Nutzern das Surfen im so genannten „privaten Modus“. Dieser macht einen im Netz zwar nicht unsichtbar, verhindert allerdings, dass ungefragt Daten aus dem Internet auf dem eigenen Computer gespeichert werden oder ein Surfprotokoll angelegt wird. Der private Modus lässt sich im Firefox ab Version 3.0 mit einem Klick auf den entsprechenden Button im Menü „Einstellungen“ aktivieren.

Wer will, kann sich vor der Datensammlerei von Google und Co. zumindest teilweise schützen. donaukurier.de zeigt, mit welchen Tricks man seine Spuren im Internet verwischen oder gar nicht erst entstehen lassen kann.

Cookies

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Mit der richtigen Einstellung lassen sich personalisierte Werbung und Cookies abschalten.
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Wer kein Interesse an personenbezogener Werbung hat, kann entweder das entsprechende Cookie hier ausschalten oder mit einem Klick auf dieseSeitedeaktivieren. Allerdings funktioniert die Deaktivierung des Cookies auf diesem Weg lediglich mittels eines weiteren Cookies. Wer den entsprechenden Speicher auf seinem Rechner regelmäßig löscht, muss die Prozedur deswegen häufig wiederholen. Wer den Browser Firefox oder den Internet Explorer nutzt, kann sich allerdings hier ein entsprechendes Plugin herunterladen. Dieses kleine Programm verhindert die dauerhafte Speicherung von Cookies.

Wer mit dem Firefox surft und selbstständig kontrollieren will, von welcher Seite er Cookies akzeptieren will und von welcher nicht, kann dies mit einem Ad-on tun. Das ist ein kleines Zusatz-Programm, das bei jedem Versuch des Browsers, ein Cookie zu speichern, die Erlaubnis des Users erfragt.

Flash-Cookies

Unabhängig des verwendeten Browsers werden bei einem Besuch auf YouTube außerdem so genannte Flash-Cookies auf der Festplatte des Internetusers gespeichert. Auch dagegen kann man sich wehren. Unter diesem Link kann man das Speichern von Flash-Cookies auf seinem Rechner unterbinden. Außerdem besteht die Möglichkeit, bereits gespeicherte zu löschen.

Personalisierung von Online-Werbung

Eine Gruppe von Internet-Werbern, Markt-Analysten und ähnlichen Organisationen haben sich in der „Network Advertising Initiative“ (NAI) zusammengeschlossen. Sie ermöglichen Internet-Usern unter diesem Link das Deaktivieren von Cookies. Das verhindert nicht das Anzeigen von Werbung, sondern nur die Personalisierung von Online-Werbung.

Google

Wer einen Account bei Google oder einem seiner Online-Dienste hat, wird besonders genau unter die Lupe genommen. Auch dagegen kann man vorgehen. Mit einem Klick auf die entsprechende Seite wird das so genannte Webprotokoll gelöscht. Dabei darf man sich nicht von den Warnungen, die Google diesem Schritt vorausstellt, beirren lassen. Wer einfach mal wissen will, was Google im Webprotokoll über das eigene Surfverhalten aufgezeichnet hat, kann das mit einem weiteren Klick tun. Sowohl zum Abschalten als auch zum Betrachten des Suchprotokolls muss man bei Google eingeloggt sein.

Um die Werbung auf die Interessen eines Internetnutzers abzustimmen, verwendet Google unter anderem auch die Angaben, die Nutzer des Video-Portals YouTube in ihren Kontoeinstellungen angeben. Google hat den beliebten Filmdienst vor gut drei Jahren gekauft. Wer Interesse für eine bestimmte Art von Filmen oder an speziellen Themen zeigt, wird mit entsprechender Werbung versehen. Wer das nicht möchte, kann in seinem YouTube-Konto unter „Datenschutz“ das Häkchen entfernen, das neben der Aussage „Bitte meine Kontodaten verwenden, um mir relevante Werbung zu liefern“ standardmäßig gesetzt wird. Hier findet sich auch der Linkzu den globalen Werbeeinstellungen, unter man zum einen – wenn man das möchte – sein Interessenprofil erweitern oder sich eben gegen eine derartige Werbung verwehren kann. Wer will, kann interessenbasierte Werbung von Google auch völlig abschalten.

Johannes Hauser, Online-Redaktion

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