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Sensationeller Fund bei Riedenburg

erstellt am 12.10.2011 um 21:01 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:30 Uhr | x gelesen
Riedenburg/München (DK) Das europaweit am besten erhaltene Saurier-Fossil ist bei Riedenburg (Kreis Kelheim) entdeckt worden. Wissenschaftler sprechen von einer Sensation. Das Fossil stammt aus einem Steinbruch in Painten. Ende des Monats wird es in München der Öffentlichkeit präsentiert.
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Der noch namenlose Raubsaurier (Theropode) sei zu 98 Prozent vollständig und damit auch weltweit eines der am besten erhaltenen Fundstücke, sagte Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, gestern in München. Aus wissenschaftlicher Sicht sei der Fund eine „Sensation“. Am 27. Oktober wird das Fossil bei den Mineralientagen in München erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Versteinerung des rund 72 Zentimeter langen Jungtiers war bereits vor einigen Jahren von professionellen Fossiliensuchern entdeckt worden. Das bestätigte auch Wolfgang Rygol, der Geschäftsführer der Steinbruchfirma aus Painten, auf Anfrage. „Das ist sicher schon zwei Jahre her“, erinnert er sich an den Fund, dem er zunächst keine größere Bedeutung beigemessen hatte. Der Steinbruch, der sich in der Riedenburger Nachbargemeinde im nördlichen Kreis Kelheim befindet, sei bei Forschungsgruppen sehr beliebt.

Seit etwa einem Jahr befindet sich das Fossil in der Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, wo es seither von Experten untersucht wird. Unter der Leitung von Oliver Rauhut erstellte ein internationales Team ein erstes Gutachten über den Fund. Als wissenschaftliche Sensation gilt das Fossil auch, weil Jungtiere extrem selten und sogar Haut- und Haarstücke zu sehen sind. „Das rund 135 Millionen Jahre alte Fossil ist von überragender Bedeutung“, sagte Rauhut. Knochen und viele anatomische Details seien sehr gut erhalten. Verglichen mit anderen Fossilien seien 98 Prozent Vollständigkeit extrem gut. „Die vollständigsten Tyrannosaurus-Skelette, die wir haben, haben so um die 80 Prozent und das ist schon hervorragend“, sagte Rauhut.

Theropoden, zu denen auch der bekannte Tyrannosaurus zählt, gehören zu den seltensten Dinosaurierfunden. Das Alter des Tiers sei jedoch sehr schwer festzustellen, sagte der Sprecher der Mineralientage, Dan Ravasz. „Ein frisch geschlüpfter Tyrannosaurus hätte ungefähr diese Größe gehabt.“ Er könne aber auch bis zu einem Jahr alt gewesen sein.

Das Fossil wurde inzwischen als deutsches Kulturgut angemeldet. Dadurch verringert sich der finanzielle Wert drastisch, aber der Dinosaurier darf das Land nicht mehr verlassen. Dafür wird er der Wissenschaft in Deutschland und der Öffentlichkeit dauerhaft erhalten bleiben. Dem Vernehmen nach soll er nach der Präsentation Ende Oktober im Fossilien-Museum in Solnhofen (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) zu sehen sein.

Rauhut sagte, „dass dieser neue Theropode vermutlich das bedeutendste Fossil eines Archosauriers aus deutschem Boden seit den Funden des Urvogels Archaeopteryx darstellt“. Für die Region Riedenburg ist die Entdeckung bereits der zweite bedeutende Saurier-Fund. Im Jahr 1855 wurde in einem Steinbruch bei Jachenhausen das älteste Exemplar eines Archaeopteryx gefunden.

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