Dienstag, 16. Oktober 2018
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Wie eine Familie mit einem behinderten Kind vergeblich eine Bleibe sucht

Wohnung dringend benötigt

Hohenwart
erstellt am 06.08.2018 um 20:07 Uhr
aktualisiert am 22.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hohenwart/Ingolstadt (DK) Der Immobilienmarkt in Ingolstadt und der Region ist überaus angespannt, Wohnraum ist knapp, und die Mieten sind hoch. Wie schwierig es ist, hier etwas zu finden, erlebt derzeit eine Familie mit einem behinderten Sohn. Auf sämtliche Anfragen erhielt sie bisher nur Absagen.
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Das Mietangebot rund um Ingolstadt ist äußerst mager.
Das Mietangebot rund um Ingolstadt ist äußerst mager.
Foto: Richter
Hohenwart
Roberto-Marian N. lebt mit seiner Frau, der dreijährigen Tochter Natalia und dem elfjährigen Sohn Fabian in Kolbermoor im Landkreis Rosenheim. Eigentlich ist der gebürtige Rumäne sehr zufrieden dort. "Ich bin seit neun Jahren hier, arbeite in fester Anstellung, und wir haben Anschluss und Freunde gefunden", erzählt der 37-Jährige. Und trotzdem will die Familie jetzt umziehen, und das hat mit dem Sohn zu tun. Der Bub ist taub zur Welt gekommen und hat vor drei Jahren ein Implantat erhalten, um hören zu können und sprechen zu lernen.

"Ein bisschen kann er es schon, aber er ist nur schwer zu verstehen", sagt sein Vater. "In Bayern gibt es nur zwei Schulen, die ihm helfen können, in München und in Hohenwart zwischen Pfaffenhofen und Schrobenhausen." Der 37-Jährige und seine Frau sind überzeugt davon, dass letztere die beste Wahl für den Buben ist. "Die Regens-Wagner-Schule ist nach unserer Ansicht genau die richtige und das, was er braucht. Wir haben große Hoffnung, dass sie unseren Fabian voranbringt."

Doch damit beginnt das Problem: Von Kolbermoor nach Hohenwart im Kreis Pfaffenhofen sind es rund 145 Kilometer, zu weit, um täglich zu pendeln. "Ins Internat wollen wir ihn aber nicht geben, da kriegt er die Krise. Wir haben das schon einmal gemacht, und es hat ihm gar nicht gutgetan", erzählt Roberto-Marian N. "Das wäre nur vorübergehend eine Lösung, falls wir bis zum Ferienende keine Wohnung finden." Die Suche nach geeigneten Räumen war bisher aber erfolglos, wobei der 37-Jährige nicht mal wählerisch wäre, was den künftigen Wohnort betrifft. "Ingolstadt, Augsburg, Pfaffenhofen, Schrobenhausen oder irgendwas in der Nähe von Hohenwart - uns wäre eigentlich alles recht. Irgendetwas zwischen 70 und 100 Quadratmetern, was man so braucht für eine vierköpfige Familie." Seit Monaten erhält er aber nur Absagen. "Mal sagen sie, die Wohnung sei schon weg, dann wieder, sie sei zu klein für uns vier, oder es gibt andere Gründe, die wir nicht verstehen."
Also sucht der 37-jährige weiter und gibt die Hoffnung trotz des angespannten Marktes nicht auf. Sollte es mit einer Wohnung klappen, möchte er sich auch beruflich in Richtung Ingolstadt oder der Region orientieren, damit die Familie zusammenbleibt. "Wichtig ist uns nur, dass Fabian die richtige Förderung erhält, damit er eine Zukunft hat. Da ist er in der Regens-Wagner-Schule gut aufgehoben."
Horst Richter