Im Alter von 73 Jahren
Sternekoch Heinz Winkler stirbt nach Zusammenbruch im Krankenhaus

29.10.2022 | Stand 07.06.2024, 21:46 Uhr |

Heinz Winkler ist tot. Der Sternekoch aus Aschau (Landkreis Rosenheim) sei nach kurzer schwerer Krankheit am Freitag gestorben, hieß es am Samstag auf der Homepage der „Residenz Heinz Winkler“. Er wurde 73 Jahre alt.





Sein Tod kommt überraschend. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll der Spitzenkoch am Freitagabend zusammengebrochen sein. In einer Klinik soll er ins künstliche Koma versetzt worden sein, aus dem er nicht wieder erwachte.

Auf der Homepage der „Residenz Heinz Winkler“ ist Winklers Tod am Samstagnachmittag offiziell bestätigt worden: „Gestern, Freitag, den 28.10.2022 verstarb unser Chef, Freund, Lebensbegleiter, Opa, Vater – Heinz Winkler. Ein großartiger Mensch ist von uns gegangen. Nach kurzer schwerer Krankheit nahm seine Familie in tiefer Trauer Abschied. Heinz Winkler ist 73 Jahre alt geworden. Eine Legende der Kochkunst ist aus dem Leben getreten.“ Zudem kündigten die Verfasser an, dass die „Residenz Heinz Winkler“ „in seinem Sinne von seinen Kindern, Enkelkindern, den Müttern seiner Kinder und von seinen engsten Vertrauten weitergeführt werden“ wird.

Winkler begann Karriere mit 14 Jahren

Der gebürtige Südtiroler Heinz Winkler hatte mehr als 20 Jahre lang mit Unterbrechungen drei Sterne. Seine Karriere begann er mit 14 Jahren nach Angaben der „Residenz Heinz Winkler“ im heimischen Bozen mit einer Kochlehre. Danach lernte er bei den Jahrhundertköchen Paul Bocuse und Eckart Witzigmann.

Später kochte Winkler als Nachfolger von Witzigmann im berühmten Restaurant „Tantris“ in München, das lange als Inbegriff von Haute Cuisine in Deutschland galt. Stars, die High Society und Feinschmecker gingen dort ein und aus. 1981 wurde der damals 31-Jährige als jüngster Koch mit drei Sternen vom Guide Michelin ausgezeichnet.

Bundesverdienstkreuz erhalten

1991 eröffnete Winkler seine „Residenz“ in Aschau, ein Luxus-Hotel mit Spitzenküche. Dort kochte er auf Sterne-Niveau weiter - und erfreute weiterhin so manchen prominenten Gaumen. So ließ der zurückgetretene bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) 2007 sein Kabinett von Winkler zum Abschied bekochen.

Als „Klassizist der reinen Harmonielehre“ lobte ihn der Gastronomieführer Gault&Millau 2007. Mit seinem Menü in acht Gängen hatte Winkler damals 19 von 20 Punkten von den wegen ihrer strengen Urteile gefürchteten Fachleute bekommen. „Er macht im Prinzip nichts anderes als die anderen ­ er macht es nur sehr viel besser und so wenig Aufhebens darum wie keiner“, urteilten diese damals.

Neben Sternen trug Winkler auch weitere Auszeichnungen: Als erster Küchenchef erhielt er nach Angaben der „Residenz Heinz Winkler“ das Bundesverdienstkreuz. 2006 wurde er außerdem zum „Hotelier des Jahres“ gekürt. Auch eine Rose wurde nach ihm benannt - eine weitere Gemeinsamkeit mit Eckart Witzigmann.

− lai/dao/dpa