Ministerpräsident

Söder gibt Liebeserklärung an Franken ab

03.07.2022 | Stand 04.07.2022, 22:56 Uhr

Tag der Franken - Markus Söder fährt, umgeben von viel Sicherheitspersonal, auf dem Festumzug in einer Kutsche mit. - Foto: Andreas Arnold/dpa

D statt T, B statt P - Franken ist für seinen weich klingenden Dialekt bekannt. Beim Tag der Franken feierte sich der nördliche Teil Bayerns selbst. Das ließ sich auch der Ministerpräsident nicht entgehen - er ist schließlich auch ein Franke.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beim Tag der Franken seine Heimat zu «einer der schönsten Regionen der Welt» erklärt. Das jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindende Fest sei als Liebeserklärung an Franken zu verstehen, sagte er am Sonntag in Aschaffenburg. Niemand müsse aber eine Loslösung von Bayern fürchten: «Franken ist nicht Katalonien. Wir wollen uns nicht selbstständig machen.»

Nach einer Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie ging der 2006 ins Leben gerufene und vom Bayerischen Landtag beschlossene Tag der Franken in diesem Jahr wieder mit einem großen Fest über die Bühne.

Söder sagte, der Franke sei bodenständig, kulturnah, heimatverbunden und habe eine liebliche Sprache. Wenn ein Franke aus dem Urlaub zurückkehre, freue er sich schon unterwegs auf das fränkische Essen. Und auch wenn es manchmal vielleicht ein wenig dauere, bis man einem Franken näher komme: «Wenn, dann hat man ihn ein Leben lang als Freund oder als Freundin.» Die Franken seien ein sehr treuer Stamm.

Die Unterfranken, die in diesem Jahr das Fest ausrichten, seien vielleicht die fröhlichsten unter den Franken, befand der Ministerpräsident, der selbst ein Mittelfranke ist. «Ob es am Wein liegt oder an der vielen Sonne - ich weiß es nicht.» Das nahe an Hessen liegende Aschaffenburg sei das Tor zu Bayern. «Wir würden Aschaffenburg nie abgeben wollen.»

Dass die Franken friedlich feiern können, bestätigte am Nachmittag die Polizei. Den Angaben nach wurden bei Festakt und Festzug am Sonntag etwa 1500 Besucher gezählt. Großere Störungen habe es nicht gegeben. Lediglich sieben Autos hätten abgeschleppt werden müssen, weil sie im Bereich des Festzuges geparkt waren.

Die «Frankenpost» im oberfränkischen Hof hatte bereits am Samstag die Titelseite ihrer Wochenendausgabe komplett in fränkischem Dialekt veröffentlicht. Die Schlagzeile zum Titelfoto lautete «Lebnsombd im Himml» («Rente im Weltall»). Für Leser ohne Fränkisch-Kenntnisse erschien die Titelseite im Innenteil zusätzlich ins Hochdeutsche übersetzt.

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