Fall sorgte für Entsetzen
Mann (40) bei Maibaumwache in Oberpöring angezündet: Anklage gegen sieben Personen

26.04.2024 | Stand 27.04.2024, 6:04 Uhr |

Die Ermittlungen im Fall des Brandanschlags auf einen Mann in Oberpöring sind abgeschlossen, es wurde Anklage gegen sieben Beschuldigte erhoben. − Foto: dpa

Die Tat sorgte deutschlandweit für Entsetzen: Jugendliche sollen bei einer Maibaumwache in Oberpöring (Landkreis Deggendorf) im vergangenen Jahr einen damals 40-jährigen Mann angezündet haben. Nun hat die Oberstaatsanwaltschaft Deggendorf Anklage beim Jugendschöffengericht gegen sieben Personen erhoben.



„Zwei Angeschuldigten liegt dabei im Kern ein Verbrechen der schweren Körperverletzung dahingehend zur Last, in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken den 41-jährigen Geschädigten unter dem Biertisch heimlich mit einer leicht entflammbaren Flüssigkeit bespritzt und kurz darauf die sich entwickelnden Dämpfe mit einem Feuerzeug entzündet zu haben, wobei die Kleidung des Geschädigten in Flammen aufging und der Geschädigte schwerste Brandverletzungen erlitt.“ So steht es wortwörtlich in der Mitteilung von Oberstaatsanwalt Horst Müller.

Weiteren fünf Beschuldigten wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt. Das Jugendschöffengericht ist zuständig, da es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Jugendliche (unter 18 Jahren) beziehungsweise Heranwachsende unter 21 Jahren handelt.

Opfer wurde bei Brandanschlag schwer verletzt

Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 30. April 2023 bei einer Maibaumwache einer Feuerwehr im Gemeindegebiet Oberpöring. Der betroffene heute 41-Jährige war damals schwer verletzt worden, konnte aber selbstständig vom Tatort flüchten. Tags darauf meldete er sich bei der Polizei. Dort sprach er von einem Unfall.

Die Ermittlungen ergaben jedoch Widersprüchliches und es taten sich Hinweise auf, dass das Opfer von den mutmaßlichen Tätern und auch Unbeteiligten „kommunikativ“ beeinflusst worden war, wie das Polizeipräsidium Niederbayern damals mitteilte. Die Tat sollte vertuscht werden. Der 40-Jährige wurde damals übrigens noch am selben Tag in eine Spezialklinik eingeliefert, in der mehrere operative Eingriffe notwendig waren.

Die intensiven Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind nun abgeschlossen, wann es zum Prozess kommt, ist bislang allerdings noch nicht klar, so Müller auf Nachfrage.