Dienstag, 23. Oktober 2018
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Zwei Foodblogger und ein Eisdielenbesitzer haben in Nürnberg ein Schäufele-Eis kreiert

Nürnberg
erstellt am 10.08.2018 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 26.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Nürnberg (DK) Darauf haben die Franken noch gewartet: Das Schäufele-Eis feiert am heutigen Samstag in Nürnberg Premiere. Die kuriose Sorte haben die fränkischen "Reingehaun"-Foodblogger, Phil und Fabio, gemeinsam mit Michael Medrea, Chef der Eismanufaktur "Eis im Glück", kreiert. Wir haben darüber mit dem 30-jährigen Philipp Klausen gesprochen.
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So sieht es aus, Schäufele-Eis: Die Eismasse besteht aus Milch, Zucker, Bratensoße und Fleisch – als Krönung gibt es Krusten-Streusel.
Pelke
Nürnberg

Herr Klausen, wie fleischverrückt muss man sein, um sich den Geschmack eines knusprigen Schäufeles ins Eis zu wünschen?

Philipp Klausen: Schon ziemlich (lacht). Schäufele ist das Traditionsgericht in Franken. Nur im Sommer halt leider manchmal zu deftig und zu heiß. Deshalb träume ich schon immer davon, mich an einem heißen Sommertag mit einem kühlen Eis-Schäufele in der Waffel abkühlen zu können.

Wie schmeckt so was?

Klausen: Lecker. Vor allen Dingen ganz viel nach bestem Schäufele. Und ein bisschen auch nach fränkischer Bratensoße. Das i-Tüpfelchen ist das Schäufele-Fleisch im Eis. Das ist alles andere als unangenehm. Der Schäufele-Geschmack im Eis funktioniert erstaunlich gut. Man muss sich allerdings beim ersten Schlecken schon a weng überwinden.

Den Kloß schmeckt man nicht raus?

Klausen: Nein. Leider auch nicht das Rotkraut (lacht).

Und das passende Seidla muss man sich wahrscheinlich auch dazu denken?

Klausen: Muss man nicht. Im "Eis im Glück" gibt es auch ein Bier-Eis. Aber meiner Meinung nach harmoniert das herbe Bier-Eis nicht so gut mit dem süßen Schäufele-Eis. Zum Schäufele-Eis würde ich eher einen eiskalten Eiscafé empfehlen.

Wie bekommt man überhaupt den einzigartigen Schäufele-Geschmack ins Eis?

Klausen: Wir haben wirklich Schäufele-Fleisch in die Eismasse geschnitten. Die knusprige Kruste haben wir als Streusel. Die Schäufele-Streusel kommen als Krönung auf jede Kugel oben drauf.

Wie lange habt ihr herumprobiert, bis man das Eis mit dem Bratengeschmack einigermaßen genießen konnte?

Klausen: Die Arbeit an dem Rezept ging erstaunlich schnell. Mir schwirrt die Idee schon seit Jahren durch den Kopf. Wir haben einfach die Bratensoße zusammen mit dem Schäufele-Fleisch, dem Zucker und der Milch im "Eis im Glück" in die Eismaschine gepackt. Das ist ja das Schöne in der Nürnberger Eismanufaktur: Beim Michael Medrea gibt es keine Aroma- oder Zusatzstoffe. Bei unserem Pizza-Eis vor zwei Jahren haben wir auch einfach eine ganz normale Pizza ins Eis geschmissen (lacht). Ok. Das Rezept war vielleicht etwas radikal. Aber die Leute haben das Pizza-Eis trotzdem gerne gegessen. Im letzten Jahr haben wir meine Lieblingschilisauce aus Thailand ins Eis gebracht. Das Sriracha-Eis war der Oberhammer. In Kombination mit einem schönen Mango-Sorbet. Einfach fantastisch! Da packt mich sofort wieder der Eisheißhunger.

Zurück zum Schäufele-Eis: Ist das verwendete Bratenstück auch echt fränkisch?

Klausen: Das Schäufele für unser Schäufele-Eis kommt direkt von der Traditionsgaststätte Pillhofer in der Königstraße beim Handwerkerhof im Herzen der Nürnberger Altstadt. Der Pillhofer macht sein Schäufele mit Szechuanpfeffer. Das macht das Pillhofer-Schäufele so geschmacksintensiv und besonders geeignet für unsere neue Eissorte.

Am Samstag steigt nun die große Eis-Premiere in Nürnberg. Was ist geplant?

Klausen: Unsere Eis-Party am Samstag wird ein Probier-Event. Ab 12 Uhr pünktlich zur besten Mittagszeit gibt es für die Kunden im "Eis im Glück" in der Äußeren Sulzbacher Straße 119 im Nürnberger Stadtteil St. Jobst ein Schäufele-Eis zum Probieren gratis in die Waffel. Ich bin gespannt, wie die Leute die fränkische Eis-Sensation annehmen werden. Der Franke ist ja bekanntlich nicht so experimentierfreudig. Aber wir werden sehen. Ich denke beim Schäufele macht er mal eine Ausnahme. Es wird bestimmt witzig.

Das Interview führte Nikolas Pelke.