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Erstspender und alter Hase

erstellt am 13.06.2018 um 21:42 Uhr
aktualisiert am 30.06.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Da liegen sie ganz dicht beieinander - der eine zum ersten, der andere zum 70. Mal. In der Geisenfelder Grundschule ist der Blutspendedienst des BRK zu Gast, und Thomas Zellmeier (21) und Christian Sirl (42) sind zufälligerweise zur gleichen Zeit gekommen, um Blut zu spenden. Und während der Jüngere Erstspender ist, gilt der Ältere schon ein alter Hase.
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Auf den Liegen bleiben sie aber beide nicht lange - die 500 Milliliter sind sowohl bei Sirl als auch bei Zellmeier in flotten fünf Minuten abgezapft. "Bei manchen dauert es etwas länger", erklärt Ivonne Lorenz, Teamleiterin des medinischen BRK-Personals, das an diesem Tag mit Sack und Pack von Nürnberg nach Geisenfeld gereist ist. "Das hat etwas mit der Dicke der Vene zu tun und damit, wie viel der Spender vorher getrunken hat", sagt die gelernte Krankenschwester.

Christian Sirl und Thomas Zellmeier haben scheinbar beides, das Blut fließt schnell und problemlos in die Konserve. Und auch der Einstich mit der Kanüle verläuft ohne Komplikationen. Der 21-jährige Zellmeier berichtet: "Das hat mir überhaupt nichts ausgemacht, scheinbar habe ich gute Venen. " Das medizinische Personal sei auch oft vorbeigekommen und habe gefragt, ob alles passt. "Da fühlt man sich gut aufgehoben. " Der junge Mann hat sich schon öfter überlegt, zum Blutspenden zu gehen, dieses Mal war es nun soweit. "Ich habe das Plakat am Ortseingang gesehen, und heute hat es zeitlich gepasst. " Er habe einfach etwas Gutes tun wollen, sagt er. "Wenn Leute einen Unfall haben, dann sind sie ja darauf angewiesen. " Für seine Spende bekommt er beim BRK eine Brotzeit und ein kleines Geschenk, etwa eine Flasche Wein. Ums Geld geht es dem jungen Mann nicht. Er könnte er auch zum Plasmaspenden gehen und dabei keine geringen Beträge erhalten. "Das ist nicht der Sinn", findet Zellmeier. Und er will gerne wiederkommen. Denn: "Es gibt keinen Grund, es nicht zu machen. "

Ähnlich sieht es auch Christian Sirl. Er war 18 Jahre alt, als er zum ersten Mal beim Blutspenden war, schon sein Vater war fleißiger Spender. Männer dürfen sechsmal im Jahr, Frauen viermal im Jahr zum Spenden gehen. "Außerdem ist es gesund", sagt der Geisenfelder. "Das Blut wird neu generiert. " Und obendrein bekommt man mit jedem Termin beim BRK einen medizinischen Check-up. "Denn das Blut wird ja auf alles mögliche geprüft. " Nach der Anmeldung wird zunächst der Hämoglobin-Wert des Blutes getestet, außerdem muss man einen Fragebogen ausfüllen - hier geht es unter anderem um Krankheiten oder Urlaubsaufenthalte. Bevor es zum Spenden geht, misst ein Arzt Blutdruck, Puls und Temperatur. Er habe das Abzapfen immer gut vertragen, sagt der 42-Jährige. Nur am Abend danach, da habe er immer einen ziemlichen Durst. Selbst hat er noch nie eine Blutspende gebraucht, "aber ich weiß, dass Blut massig benötigt wird". Ein Unfall oder eine Krankheit könne ja auch jeden treffen. Mit Plasmaspenden hat er sich noch nie beschäftigt. "Für mich ist das einfach praktisch, dass ich das hier in Geisenfeld machen kann. Und es ist aus mehrerlei Hinsicht gut: Für mich und für jemanden anderen. "