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Landtagswahl: Forscher untersuchen Motive von Wechselwählern

München
erstellt am 11.09.2018 um 06:20 Uhr
aktualisiert am 26.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Wissenschaftler aus München möchten bei der Landtagswahl das Phänomen der Wechselwähler untersuchen. Wann wechselt ein Wähler zu einer anderen Partei und vor allem: Warum? Diese Fragen beschäftigen ein Team aus Politikwissenschaftlern und Statistikern
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Mann vor Wahlumfrage
Ein Mann telefoniert vor einer fiktiven Wahlumfragegrafik.
Lino Mirgeler/Archiv
München

der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Um Antworten zu finden, möchten sie vor der Wahl sowie nach dem Urnengang am 14. Oktober mehrere Tausend Wähler in München, Regensburg und Passau befragen. „Besonders Regierungen, Parteien und öffentliche Verwaltungen haben ein großes Interesse zu erfahren, wie und warum Menschen ihre Wahlentscheidung von einer Wahl zur nächsten ändern“, sagte der Politikwissenschaftler Paul W. Thurner, der das Projekt zusammen mit Helmut Küchenhoff vom Statistischen Beratungslabor der LMU koordiniert.

Die Forscher greifen dabei auf eine von ihnen bei der Bundestagswahl 2013 entwickelte Methode zurück. Durch die Kombination von vor und nach der Wahl erhobenen Daten könnten sie „präzisere Aussagen zur Wählerwanderung treffen sowie zu den möglichen Gründen, warum in bestimmten Städten Wähler von Partei A zu Partei B gewechselt sind“, so Thurner.

Das Meinungsforschungsinstitut Forschungsgruppe Wahlen hält das Vorgehen der Münchner Forscher indes für „methodisch äußerst fragwürdig“, wie deren Vorstand Matthias Jung mitteilt. Es beruhe zu sehr auf den „aus unterschiedlichen Gründen unrichtigen Angaben der Befragten“. So könnten sich Befragte oft nicht richtig erinnern, für welche Partei sie zuvor gestimmt haben.

Die Ergebnisse des Projekts, das auch in die Lehre eingebunden ist und zusammen mit rund 100 Studierenden erstellt wird, sollen kurz nach der Wahl veröffentlicht werden.

dpa
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