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Vernissage zum Museumsfest: Kunstvilla würdigt Toni Burghart

Nürnberg
erstellt am 13.06.2018 um 18:02 Uhr
aktualisiert am 13.06.2018 um 20:08 Uhr | x gelesen
Nürnberg (HK) Am heutigen Donnerstag wäre der 2008 verstorbene Nürnberger Kulturpreisträger Toni Burghart 90 Jahre alt geworden.
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Aus diesem Anlass zeigt die Kunstvilla im Kunstkulturquartier den Szenenwechsel "Toni Burghart - Was bleibt" mit Werken aus ihrer Sammlung, die um Leihgaben ergänzt werden.

Die Ausstellung ist vom 19. Juni bis 7. Oktober Dienstag sowie Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und Mittwoch von 10 bis 20 Uhr in der Nürnberger Kunstvilla zu sehen. Die Eröffnung findet als Auftakt des Museumsfests am Sonntag, 17. Juni, um 11 Uhr statt.

"Wenn einer malt, wenn einer schreibt, ist es kein Wunder, wenn was bleibt. " Dieser Ausspruch Burgharts gilt besonders für ihn selbst. Es gibt kaum einen Künstler, der sich mit seinem Schaffen derart in das visuelle Gedächtnis der Stadt eingeschrieben hat, wie es Burghart mit seinen farbkräftigen, der Pop Art nahestehenden Werken tat. Sein Entwurf des Dürer-Hasen von 1971 oder das Vogel-Signet zum Klassik-Open-Air sind in Nürnberg allgemein bekannte Motive.

Burgharts künstlerische Entwicklung begann 1942 mit einer Ausbildung zum Farblithografen in Nürnberg, der 1947 ein Studium an der Technischen Hochschule in Nürnberg folgte. Im Anschluss schrieb sich Burghart 1952 an der Akademie der Bildenden Künste an ihrem damaligen Sitz in Ellingen ein. Als Schüler von Hermann Wilhelm (1897-1970), der seiner Malklasse die gesamte Bandbreite zeitgenössischer Malerei vermittelte, konnte Burghart früh eine eigenständige künstlerische Position einnehmen. Parallel zu der dem Studium folgenden Tätigkeit als Gebrauchsgrafiker entwickelte sich Burghart in seinem künstlerischen Werk zu einem fränkischen Vertreter der Pop Art, der mit viel Bildwitz den Blick auf alltägliche Dinge und Situationen lenkte.

Der Szenenwechsel legt den Schwerpunkt auf die Bildwelten des Künstlers und ihre thematische wie formale Verschränkung miteinander. Dabei zeigt sich der Facettenreichtum Burgharts auch in seiner medialen Vielfalt. Ausgestellt sind rund 25 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik und ab 1980 entstandene Künstlerbücher. Innerhalb des Szenenwechsels wird auch der jüngste Neuzugang zur Sammlung der Kunstvilla präsentiert. Das Ehepaar Madi und Peter Schmid hat dem Museum vor kurzem knapp 40 Burghart-Arbeiten gestiftet, darunter neben charakteristischen Grafiken auch kaum bekannte Motive. Ergänzt wird der Szenenwechsel durch Leihgaben aus der Original Hersbrucker Bücherwerkstätte, mit der Burghart eng zusammenarbeitete, ebenso wie durch Grafiken aus der Werkstatt von Rainer Michely, bei dem der Künstler seine Siebdrucke fertigte.

Auch das Museumsfest der Kunstvilla steht ganz im Zeichen des hintersinnigen Wort- und Bildakrobaten. Nachdem um 11 Uhr der Szenenwechsel eröffnet worden ist, findet in und um die Kunstvilla ein vielfältiges Programm statt.

In Kurzführungen durch die Kunstvilla werden das Gebäude und die Ausstellungen "Urbane Zukunft - Werke aus der Sammlung der wbg und aus städtischem Besitz" sowie "Toni Burghart - Was bleibt" vorgestellt. Als Highlight präsentiert Christian Oberlander in der Kunstwerkstatt ein filmisches Porträt Burgharts, dessen Sequenzen im letzten Lebensjahr des Künstlers entstanden sind. Zudem lässt er Freunde, Künstlerkollegen und Weggefährten von ihren Erinnerungen erzählen. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.
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