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Weil in einem Einfamilienhaus bis zu 30 Arbeiter leben, liegen in Fernhag bei Scheyern die Nerven blank

Auf gute Nachbarschaft?

Scheyern
erstellt am 14.11.2017 um 20:20 Uhr
aktualisiert am 01.12.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Scheyern (DK) Der Garten gleicht inzwischen eher einer Müllhalde, in der Einfahrt ist das Pflaster stellenweise abgetragen, und am Briefkasten hängt nur eine provisorische Namensliste: Ein Unternehmer nutzt ein Einfamilienhaus in Fernhag bei Scheyern (Landkreis Pfaffenhofen) als Wohnheim. Inzwischen beschäftigt die Situation das Gericht.
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Eigentlich hatte einmal ein Ehepaar das Haus gebaut, um dort mit der Familie glücklich zu werden. Doch die Ehe scheiterte, das Gebäude wurde verkauft - und gehört seit Juli 2016 einem Unternehmer aus dem Landkreis Freising. Der nutzt das Haus seitdem als Wohnheim für seine Monteure und Bauarbeiter. Wie die Anwohner berichten, sind zeitweise mehr als drei Dutzend Männer dort untergebracht. Für die Nachbarn bedeutet diese Situation eine große Belastung: "Man fühlt sich nicht wohl", fasst es eine Anwohnerin nüchtern zusammen. Dahinter aber stecken Monate mit Lärm, Verkehrsproblemen, Dreck und Behördengängen.

"Wir können nach dem Lärm die Uhr stellen", so eine Nachbarin. Denn jeden Morgen gegen 5 Uhr starten die Männer aus dem Wohnheim zu ihrer Arbeit. Das läuft stets ähnlich ab: Im gepflasterten Garten stehen etwa sechs Kleinbusse und Transporter, die Motoren laufen meist über mehrere Minuten. Bevor die Wagen zu den verschiedenen Einsatzorten aufbrechen, knallen zigmal die Türen - ein Nachbar zählte einmal 73-mal. Zudem werden schweres Werkzeug und andere Gerätschaften verladen und die Fahrzeuge immer wieder rangiert. Von diesem Geschehen haben die Nachbarn Videoaufnahmen und auch Listen, wie viele Fahrzeuge und Personen unterwegs sind. "In der Früh kommt es so zu 85 bis 95 Dezibel", erzählt die Fernhagerin, die diese Werte selbst gemessen hat.

Zum Vergleich: Eine Kreissäge und ein Presslufthammer bringen es auf etwa 100 Dezibel. Um die Uhrzeit in den frühen Morgenstunden wären in einem Wohngebiet laut Gesetz nur 35 bis 40 Dezibel erlaubt. "Man wird ja schon paranoid, bei jedem Auto schaut man hoch", erzählen die Anwohner verzweifelt. Eine Nachbarin hatte durch die Situation schon einen Nervenzusammenbruch, die Anwohner fürchten weitere gesundheitliche Beschwerden. "Wir haben einen dicken Hals, sind frustriert", fügt ein anderer Nachbar hinzu. "Wobei die Männer ja selbst arme Hunde sind." Denn im Gebäude stehen mehrere Stockbetten in jedem Zimmer, manche schliefen nur auf Isomatten.

Das Maß des Erträglichen ist für die Nachbarn schon lange überschritten. Sie wandten sich bereits ans Landratsamt in Pfaffenhofen und auch an die Gemeinde (siehe grauen Kasten). "Wir wollen einfach, dass es friedlich und schnell gelöst wird", sagt eine Nachbarin.

Von Claudia Lodermeyer
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