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Mit einem Appell erfolgte die Auflösung der Flugabwehrraketengruppe 23 in Oberstimm

Die Bundeswehr packt ein

Oberstimm
erstellt am 31.01.2013 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:43 Uhr | x gelesen
Oberstimm (DK) Die Flugabwehrraketengruppe 23 in Oberstimm (Kreis Pfaffenhofen) ist Geschichte. Mit ihr wurden gestern Nachmittag die Schwesterneinheit aus Penzing und das übergeordnete Luftabwehrraketengeschwader 5 bei einem militärischen Appell in der Max-Immelmann-Kaserne aufgelöst.
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Appell Oberstimm Flugabwehrraketengruppe 23
Offiziell hat Oberst Uwe Hänel die Flugabwehrraketengruppe 23 in Oberstimm aufgelöst.
Horst Richter
Oberstimm
Zu den Klängen des Luftwaffenmusikkorps 1 waren die Soldaten der betroffenen Einheiten aufmarschiert. Zahlreiche Gäste von Behörden, aus Politik und umliegenden Gemeinden verfolgten die Zeremonie. Der Kommandeur der 1. Luftwaffendivision, Generalmajor Robert Löwenstein, erinnerte in seiner Ansprache an die lange Geschichte des 1960 gegründeten Geschwaders, seine internationalen Verbindungen und seine Erfolge in Vergleichswettkämpfen. „Bei vielen von Ihnen wird dieser Tag Wehmut, Bedauern und zum Teil Enttäuschung auslösen“, sagte der ranghohe Offizier. Zum Appell waren auch Vertreter der Schweizer und US-Armee angereist.

Oberst Uwe Hänel hatte das Flugabwehrraketengeschwader 5 als letzter Kommodore geleitet. Er übernahm die Aufgabe, die Truppenfahnen der Oberstimmer und Penzinger Einheiten für immer einzurollen, bevor sie in schwarzen Hüllen verschwanden. „Dieses ist nicht mein Wunsch, ist jedoch Ergebnis der Strukturreform der Streitkräfte“, sagte er. Für Hänel bedeutete der gestrige Appell gleichzeitig seinen Abschied aus dem aktiven Dienst. Generalmajor Löwenstein versetzte ihn nach der symbolischen Auflösung des Geschwaders in den Ruhestand.

Die Schließung der Flugabwehrraketengruppe 23 in Oberstimm bedeutet aber nicht den Abzug aller dort stationierten Kräfte. Für 160 Soldaten und Zivilangestellte bleibt der Standort durch einen Wartungsauftrag für weitere zwei Jahre gesichert. Da von bisher 29 Patriotsystemen nur 14 aktiv bleiben, sollen die übrigen 15 in die Max-Immelmann-Kaserne gebracht, betriebsbereit gehalten und eingelagert werden. Hintergrund ist die Option, das Waffensystem an andere Länder zu verkaufen – „natürlich nur nach den strengen Vorgaben des Kriegswaffenkontrollgesetzes“, wie es hieß. Neben Trägerfahrzeugen des Flugabwehrsystems gehören Antennenmastanlagen, Stromgeneratoren und die gesamte Infrastruktur der ausgemusterten Patriots zum künftigen Inventar in Oberstimm. Für einen Teil der bisher 560 Soldaten und 50 Zivilkräfte bedeutet der Wartungsauftrag also einen Aufschub und die Gewissheit, nicht schon wieder umziehen zu müssen, wie es für Angehörige der Streitkräfte oft üblich ist.

Im ersten Halbjahr 2015 erfolgt dann die endgültige Auflösung. Die Gemeinde Manching stellt schon jetzt Überlegungen an, wie das Gelände danach genutzt werden kann.

 

Von Horst Richter
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