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Ministerpräsident Söder und Innenminister Herrmann stellen die ersten Tiere und ihre Reiter in Dienst

Nürnberg hat nun Polizeipferde

Nürnberg
erstellt am 11.01.2019 um 19:57 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 20:00 Uhr | x gelesen
Nürnberg (DK/dpa) Gelbe Rüben aus der Hand von Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) gibt es erst nach der Arbeit. Vorher haben die neuen Polizeipferde für Franken am Freitag bei einer Präsentation in Nürnberg zeigen müssen, was alles in ihnen steckt.
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Streicheleinheiten für die Pferde der neuen Reitergruppe gab es am Freitag von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Ministerpräsident Markus Söder.
Streicheleinheiten für die Pferde der neuen Reitergruppe gab es am Freitag von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Ministerpräsident Markus Söder.
Pelke
Nürnberg
Max, Noris, Lorenz und Hermes beweisen Stärke. Die Polizeipferde bringt nichts aus der Ruhe - egal ob Rassel, Trommel oder ein lauter Knall aus der Dienstwaffe. In diesem Sommer sollen die vier Dienströsser bereits in Grünanlagen wie dem Nürnberger Marienberg-Volkspark für Ordnung sorgen. In zwei Jahren sollen die Tiere dann sogar fit für Großeinsätze sein.

Ministerpräsident Söder ist sich sicher, dass die berittene Polizei das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung deutlich stärken wird. Die natürliche Autorität der Tiere wirke beispielsweise auf gewaltbereite Fußballfans abschreckend. Polizisten hoch zu Ross machen laut Söder einfach "viel mehr her" als Polizisten auf dem Mountainbike. "Ich finde diese Reitergeschichte toll. Es konnte nicht sein, dass nur München eine Reiterstaffel hat. Jetzt hat Nürnberg auch eine. Darüber freue ich mich", sagte der Ministerpräsident, und brauchte nicht daran zu erinnern, dass er selbst die Forderung nach mehr Polizeipferden für Bayern im letzten Landtagswahlkampf gestellt hatte.

Ursprünglich wollte Söder sogar 200 Polizeipferde in Dienst stellen. Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit musste sich die CSU aber mit dem Koalitionspartner arrangieren. Im Koalitionsvertrag einigte man sich schließlich auf 100 neue Polizeipferde für Bayern. Demnach wird die bestehende Reiterstaffel in München auf 65 Pferde ausgebaut und die berittene Polizei in Rosenheim mit fünf Pferden beibehalten. Als neuer Standort für eine berittene Polizeistaffel kommt Nürnberg hinzu - in Franken sollen 35 Polizeipferde stationiert werden. Insgesamt wird die Zahl der Polizeipferde in Bayern somit auf 100 Diensttiere mehr als verdoppelt.

Der vollständige Aufbau der Nürnberger Reiterstaffel soll peu à peu in den nächsten Jahren erfolgen. Mangelware an zweibeinigen Bewerbern für den Job gibt es laut Polizei nicht. Allein 48 Frauen und zwölf Männer hätten sich für die ersten vier Stellen beworben. Die Suche nach vierbeinigen Kandidaten sei dagegen wesentlich aufwendiger gewesen. Pferde, die sich für den Beruf des Polizeipferdes eignen, seien selten. Bis zu 20000 Euro kostet ein Tier. Hinzu kommen rund 5000 Euro für die Ausrüstung des Reiters. Billiger als Autos seien Pferde in der Anschaffung allemal, freute sich Ministerpräsident Söder.

Die Opposition kritisierte die Pläne. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, sagte: "Das Bild von der Polizei auf dem hohen Ross passt nicht zu meinem Verständnis einer bürgernahen Polizei." Die Internetkriminalität, "eines der Hauptprobleme unserer Zeit", lasse sich nicht vom Pferderücken aus bekämpfen. SPD-Fraktionschef Horst Arnold verwies auf die Personalnot bei der Polizei: "So sehr wir Pferde lieben: Wir wollen zunächst mehr Zweibeiner statt Vierbeiner für mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen!"
Nikolas Pelke
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