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Jürgen Fischer: "Ich bin ein Seehoferianer"

München
erstellt am 04.11.2012 um 21:06 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:39 Uhr | x gelesen
München (DK) Sie lernten sich Ende der 80er Jahre kennen. Horst Seehofer war Ingolstädter Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, später Gesundheitsminister. Jürgen Fischer war Volontär dieser Zeitung und zunächst für Gesundheitsthemen zuständig.
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Seehofer und Fischer
Horst Seehofer und sein neuer Pressesprecher: 2008 führte Jürgen Fischer (rechts) noch ein Interview für den DONAUKURIER mit dem Ministerpräsidenten.
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Später wurde er Landtagskorrespondent in München. Über die Jahrzehnte entwickelte sich ein besonderes Vertrauensverhältnis, das nun seinen vorläufigen Höhepunkt findet: Fischer wird Pressesprecher der CSU – und damit vor allem Sprachrohr und Medienmanager des Parteivorsitzenden Seehofer. Fischer dürfte das nicht schwerfallen. Er sagt von sich selbst: „Ich bin ein Seehoferianer.“
 
Der 52-Jährige übernimmt den Posten in turbulenten Zeiten. Sein Vorgänger Hans Michael Strepp musste den Sprecherposten räumen, weil er mit Drohungen versucht haben soll, einen Beitrag des ZDF zu verhindern. Zu der Affäre um seinen Vorgänger will sich Fischer nicht äußern. Dennoch soll er die aufgewühlte Situation nun wieder beruhigen. Auch deshalb hat sich Seehofer wohl für den ehemaligen Journalisten entschieden. Vor allem gegenüber den Münchner Korrespondenten soll er verlorenes Vertrauen schnell zurückgewinnen. Schließlich steht in einem Jahr die Landtagswahl an – laut Seehofer die „Mutter aller Schlachten“ für die CSU. Fischer bringt dafür beste Voraussetzungen mit. Die meisten Journalisten kennt er noch aus seiner Zeit als Korrespondent. Erst 2010 war er als Strategiebeauftragter in die CSU-Landesleitung gewechselt. Seitdem galt er als einer der engsten Vertrauten Seehofers.
 
Fischer betont seine absolute Loyalität gegenüber Seehofer. „Ich bin zur CSU gegangen, weil ich will, dass Horst Seehofer Erfolg hat. Ich will, dass er 2013 die Landtagswahl gewinnt.“ Den Erfolgsaussichten Seehofers ordne er seine persönlichen Befindlichkeiten unter, betont Fischer. „Ich gehe dahin, wo er mich braucht.“ Trotz der neuen Position behält Fischer seine bisherige Zuständigkeit als Redenschreiber Seehofers – auch das ein Ausdruck des besonderen Vertrauensverhältnisses.

Der neue CSU-Sprecher ist in Ingolstadt geboren und machte sein Abitur am Christoph-Scheiner-Gymnasium. Große Teile seiner Familie leben noch in der Stadt. Als Sprecher Seehofers wird Fischer künftig quer durch die Republik und darüber hinaus unterwegs sein. Die neue Aufgabe empfinde er als „große Herausforderung“, sagt er. Dass Seehofer sich für ihn entschieden habe, mache ihn „auch ein bisschen stolz“.

 

Von Til Huber
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