Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Sensationeller Saurierfund aus der Nähe von Riedenburg und der elfte Archaeopteryx werden erstmals öffentlich gezeigt

Tiefer Einblick in die Welt der Dinosaurier

München
erstellt am 27.10.2011 um 21:58 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:31 Uhr | x gelesen
München (DK) Sie stammen aus dem Altmühltal und sind die neuen Stars der Wissenschaft: Jetzt werden das am besten erhaltene Saurier-Fossil Europas und der elfte Archaeopteryx-Urvogel erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Bis Sonntag sind die Funde auf den Münchner Mineralientagen zu sehen.
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München: Tiefer Einblick in die Welt der Dinosaurier
Rund 135 Millionen Jahre alt ist dieser versteinerte Raubsaurier. Das in einem Steinbruch in Painten bei Riedenburg entdeckte Fossil ist die Attraktion bei den heute beginnenden Mineralientagen in München. Die Überreste des sogenannten Theropoden werden auf der dreitägigen Messe erstmals öffentlich ausgestellt – ebenso wie der elfte Archaeopteryx - Foto: AFP
München
Er ist kaum größer als eine Katze, rund 135 Millionen Jahre alt und ruht in einer schmucken Glasvitrine. Doch „Xaveropterus“, wie der Raubsaurier aus Painten bei Riedenburg genannt wird, dürfte zu Lebzeiten ein unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein. „Seine Zähne sind lang und spitz. Wenn der zugebissen hat, blieb kein Auge trocken“, sagte Gerhard Haszprunar gestern bei der Präsentation des Fossils in München.
Fotostrecke: Xaveropterus in München
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Der Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen in Bayern zeigte sich hellauf begeistert: „Mit diesem Fund können wir tiefer in das Reich der Dinosaurier blicken als jemals zuvor.“ 98 Prozent der Knochen des versteinerten Jungtiers sind erhalten, selbst Reste von Haaren und Haut kann man erkennen. „Einzigartig“ war das Wort, welches Haszprunar immer wieder über die Lippen kam.

Entsprechend groß war der Medienandrang beim ersten öffentlichen Auftritt von „Xaveropterus“. Begleitet von einem Blitzlichtgewitter zog Christoph Keilmann, der Chef der Mineralientage, das schwarze Tuch über der Vitrine beiseite, und sofort drängten sich die Fotografen und Kameraleute um den kleinen Saurier. Doch nicht allein wegen dieses Sensationsfundes waren die Gäste gekommen, auch das elfte Exemplar des Archaeopteryx hatte es ihnen angetan. Das Fossil, bei dem das typische Federkleid sehr gut im Gestein zu erkennen ist, sei „der Beweis, dass die Vorstellungen von der Evolution Realität sind“, sagte Haszprunar. Der Urvogel ist auf den Mineralientagen in einer Pyramide aus Glas zu sehen.

Der Wert der beiden Fossilien ist immens. Wie Staatsgäste wurden sie mit Polizeieskorte zum Messegelände chauffiert. Haszprunar sparte nicht mit Dankesworten an die Eigentümer, vor allem dafür, dass sie die Stücke freiwillig als „Deutsches Kulturgut“ eintragen ließen. Wo die beiden Fossilien zukünftig ausgestellt werden, ist nach seinen Worten noch unklar. „Es gibt ja seit längerem Planungen für ein Naturkundemuseum auf Schloss Nymphenburg. Unser Wunsch ist, die beiden Saurier dort den Menschen zu präsentieren“, sagte Haszprunar. Eines ist für ihn aber auf jeden Fall sicher: „Die beiden sind echte Bayern, und sie werden auch in Bayern bleiben.“

Von Michael Bartmann
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