Samstag, 17. November 2018
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Der Politiker Markus Söder über: Star Wars

"Den ersten Film habe ich achtmal im Kino gesehen"

Ingolstadt
erstellt am 12.07.2018 um 19:52 Uhr
aktualisiert am 28.07.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Im Gespräch mit dem DONAUKURIER spricht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über seine Leidenschaft zu Star Wars, seinen Lieblingsfilm und verrät, welche Bedeutung Yoda für ihn hat.
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Herr Söder, wo haben Sie den diesjährigen 4. Mai verbracht? Den inoffiziellen Star-Wars-Tag?

Markus Söder: Ich hatte einen ganz passenden Termin – die D-2-Mission hat 25.Geburtstag gefeiert und ich war daher im Luft- und Raumfahrtzentrum in Oberpfaffenhofen.

Luke Skywalker oder Han Solo?

[Link zum Video]

Wie machen Sie als großer Anhänger einem Star-Wars-Laien die Filme schmackhaft?

Es ist im Prinzip eine uralte Geschichte, die aus Religion und Mythen besteht. Der Erfolg basiert auf dem ständigen Kampf zwischen Gut und Böse und darauf, dass es eine höhere Instanz gibt als man selbst. Das Gute und das Böse – die helle und dunkle Seite der Macht, die Jedi und Sith – sind nichts anderes als der ewige Wettkampf zwischen Himmel und Erde, Gott und Teufel. Dieser tiefergehende Sinn, der mit viel Technologie und Modernität gestaltet wird, macht den Erfolg von Star Wars aus. Zusammen mit meinem Regionalbischof habe ich in Nürnberg sogar mal einen Star- Wars-Gottesdienst in der Jugendkirche LUX gemacht, in dem wir die Bezüge erklärt haben. Anakin Skywalkers Mutter zum Beispiel sagt, dass sie Anakin bekommen hat, aber dass es keinen Vater gibt. Ein klarer Bezug auf religiöse Motive.

Wie muss man sich einen solchen Gottesdienst vorstellen?

Das hat sich aus einem Abendessen ergeben, wo wir auf das Thema gekommen sind und über den Erfolg der Filme diskutiert haben. Da hat er mir einige der religiösen Motive erläutert. In dem Gottesdienst haben wir Passagen aus dem Film gezeigt und dazu die Motive erklärt. Dazu gab es noch ein Star-Wars-Quiz, das der Bischof und ich gegen zwei Jüngere natürlich haushoch verloren haben.

Sie haben also noch Nachholbedarf?

Ich bin Experte bei den Filmen, aber im Star-Wars-Universum gibt es noch vielmehr. Literatur, Comics, Fernsehserien – das kann man gar nicht alles wissen.

Spielt die Macht für Sie als Machtmensch eine zentrale Rolle bei der Faszination von Star Wars?

Der Begriff Macht wird falsch interpretiert. „Die Macht“ bedeutet bei Star Wars nicht die formale Macht, sondern bedeutet, dass dich etwas unterstützt, das stärker ist als du selbst. Der Satz „May the force be with you“ („Möge die Macht mit dir sein“, Anm. d. Red.) heißt übertragen nichts anderes als „Gott sei mit dir und gebe dir Kraft“.

Wie hat Ihre Leidenschaft begonnen?

Es war an einem Freitag um 14 Uhr, als ich noch in der fünften Klasse war. Das war der erste mögliche Termin, an dem der Film in Nürnberg im Kino gelaufen ist. An dem Tag bekam ich eine Englisch-Schulaufgabe raus und meine Mutter hatte gesagt, wenn ich eine Eins oder Zwei hätte, dürfte ich reingehen. Ich habe eine knappe Zwei minus bekommen und bin seitdem Fan.

Als Kind hatten Sie ein Franz-Josef- Strauß-Poster über dem Bett. Hing auch irgendwo was von Star Wars?

Überraschenderweise nicht. An anderen Merchandising-Sachen als der CSU habe ich mich damals nicht beteiligt. Heute habe ich einen Keller voller Lichtschwerter, weil ich immer wieder eins geschenkt bekomme.

Markus Söder schläft also nicht in Star-Wars-Bettwäsche?

Dafür wäre ich wohl etwas zu alt. Es ist auch keine CSU-Bettwäsche, sondern eine, die meine Frau aussucht.

Mark Hamill hat mal gesagt, Star Wars sei nur ein Film und ist dafür von Fans angefeindet worden. Ist Star Wars mehr als ein Film für Sie?

Ja, die technische Umsetzung ist nicht das Entscheidende, sondern die Story: Dass eine kleine Gruppe, die eigentlich gar nicht gewinnen kann, am Ende erfolgreich ist, weil sie die Rückendeckung von etwas Höherem hat. Und was noch spannender ist: Sogar das Böse wird überzeugt, wieder gut zu werden. In der Person Anakin Skywalker steckt eine ganz tiefe Entwicklung. Ein Guter, der sich verführen lässt, aber am Ende sein Leben opfert, um dem Guten zu helfen. Eine faszinierende Geschichte.

Gehören Sie zu den Star-Wars-Fans, die die neueren Filme ablehnen?

Es ist nicht nur eine Idee, sondern auch gutes Kino und tolle Unterhaltung. Ich fand sowohl die zeitlich ersten drei Filme als auch die zweiten drei Filme sehr spannend. Und ich fand auch Rogue One ganz interessant, weil es ein zeitlicher Link zwischen den Trilogien war. Bei den ganz neuen Folgen bin ich noch nicht so begeistert, da muss man nach dem Sinn suchen. Aber einmal Star Wars, immer Star Wars: Ich werde auch die weiteren Filme anschauen.

Welche offenen Fragen, hätten Sie gerne noch beantwortet?

Snoke, eine neue und spannende Figur, ist nach dem jetzigen Teil schon wieder Geschichte – auf eine relativ simple Art und Weise. Da hätte ich mir mehr Erzählung gewünscht. Und es sind schon noch Fragen offen. Mich interessiert, wo Luke Skywalker jetzt wirklich hingegangen ist und warum er so furchtbar schlecht gelaunt war. Und warum kann nach dem Ende des Imperiums praktisch wieder das Gleiche mit der Ersten Ordnung existieren? Man sieht auf dem einen Planeten die alten kaputten Raumschiffe des Imperiums und daneben schauen die neuen genauso aus. Was war da? Es gibt also noch viele Fragen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm?

Ich finde „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ klasse, bis auf den Waldmond Endor. Die Ewoks sind mir zu niedlich. Von der zweiten Trilogie ist „Die Rache der Sith“ schon wuchtig. Das ist der härteste der sechs Teile und mit der besten Technologie.

Und wie sieht es mit einer Lieblingsfigur aus?

Yoda, weil man den total unterschätzt und weil er eine unglaubliche Beweglichkeit an den Tag legt. Es steckt manchmal mehr hinter den Leuten, als man glaubt.

Wie oft haben Sie die Filme gesehen?

Der allererste lief eineinhalb Jahre im Nürnberger Kino, den habe ich dort achtmal gesehen und damit habe ich meine Mutter zur Verzweiflung getrieben. Aber ich habe immer auf Deutsch geschaut. Das Problem ist nicht die Sprache, sondern dass die Stimme anders klingt und das stört mich dann. Und während des Jahres schaue ich dann immer mal wieder alle am Stück an. In den Ferien wechseln wir ab: mal Herr der Ringe, mal Star Wars.

Wann schauen Sie die Filme am liebsten?

Das ist was für die Winterzeit.

Schaut Ihre Familie gerne mit oder müssen die leiden, wenn Sie Star Wars schauen wollen?

Meine Söhne finden es gut. Science- Fiction ist tendenziell eher bei Jungs als bei Mädchen angesagt. Was ich faszinierend finde: Alle Astronauten dieser Welt wurden von Science-Fiction inspiriert. Deswegen braucht es auch immer wieder einen futuristischen Ansatz, um zu zeigen, dass der Mensch mehr kann und die Grenze immer weiter verschieben kann. Das ist auch zentraler Bestandteil von Star Trek. Zwischen Star-Wars- und Star-Trek-Fans gibt es oft Auseinandersetzungen. Beides geht. Das kann man gut verbinden, weil es was anderes ist. Bei Star Trek geht es mehr um den Menschen, bei Star Wars mehr um das Mystisch- Mythologische.

Was würden Sie George Lucas fragen, wenn Sie ihn treffen?

Wie es ausgeht. Aber er weiß es vermutlich auch nicht. Und es kann ja auch gar nicht richtig ausgehen, weil es immer eine Geschichte nach der Geschichte gibt.

Hoffen Sie nach der dritten Trilogie also auf weitere Filme?

Naja. Man versucht bei den neuesten Filmen, alte Zuschauer zu binden, indem man alte Charaktere einführt. Prinzessin Leia, Han Solo oder Luke Skywalker wurden ja bewusst integriert. Den Jungen gefällt es besser, die älteren Fans sind eher zurückhaltend.

Ilse Aigner ist beim Fasching in Veitshöchheim einmal als Prinzessin Leia gegangen. Müssen Sie nicht mal mit einem Star-Wars-Kostüm nachziehen?

Für Yoda bin ich zu groß.

Das Gespräch führte Daniel Wenisch.
 

Zur Person

Markus Söder ist nach einem erbitterten Machtkampf in der CSU seit dem vergangenen März Ministerpräsident des Freistaats. Zuvor hatte er bereits verschiedene Ämter in mehreren bayerischen Kabinetten bekleidet, etwa als Finanzminister und Umweltminister. Der 51 Jahre alte Nürnberger führt seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 14. Oktober.

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