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Landratsamt untersagt Seniorenresidenz Gleusdorf den Betrieb

Gleusdorf
erstellt am 12.12.2018 um 12:01 Uhr
aktualisiert am 27.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Die Seniorenresidenz Gleusdorf kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nach dubiosen Todesfällen prüfen Polizei und Staatsanwaltschaft seit Monaten, ob Misshandlungen der Grund dafür sind. Nun steht das Heim komplett vor dem Aus.
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Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf
Die Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf spiegelt sich in einer überfluteten Wiese.
David-Wolfgang Ebener
Gleusdorf

Auf der Homepage wirbt sie noch mit dem Slogan „Einmal Schlossherr sein..“ - jetzt soll die wegen rätselhafter Todesfälle in Verruf geratene Seniorenresidenz Gleusdorf Ende Januar geschlossen werden. „Das Landratsamt hat eine Betriebsuntersagung an die Seniorenresidenz zugestellt. Die Einrichtung hat Widerspruch eingelegt“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch. Zuerst hatten „Main-Post“ und „Fränkischer Tag“ berichtet.

Konkrete Gründe für den Entzug der Betriebserlaubnis nannte die Landratsamtssprecherin mit Blick auf das laufende Verfahren nicht. Die Heimleitung wollte sich dazu am Mittwoch nicht äußern. „Wir geben keine Interviews“, sagte eine Mitarbeiterin der privaten Einrichtung lediglich.

Das Verwaltungsgericht Würzburg bestätigte den Eingang der Eilsache. Das Gericht muss nun entscheiden, ob das Heim wirklich zu Ende Januar geschlossen werden muss. Wie schnell das geht, war zunächst unklar.

Medienberichten zufolge waren in dem Heim zuletzt 65 Menschen untergebracht. Das Landratsamt konnte das mit Blick auf den Datenschutz nicht bestätigen. Behörden können den Betrieb einer Einrichtung untersagen, wenn Anordnungen nicht fristgerecht umgesetzt oder gesetzliche Qualitätsanforderungen nicht erfüllt werden.

In der „Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf“ in Untermerzbach (Landkreis Haßberge) waren vor mehr als drei Jahren fünf Bewohner unter dubiosen Umständen gestorben. Seither wird ermittelt, ob der Grund dafür Misshandlungen oder eine schlechte Versorgung waren.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft werden wegen des Verdachts des Totschlags sowie der gefährlichen Körperverletzung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen geführt. Das Heim sei stets engmaschig kontrolliert worden. „Öfter als einmal im Vierteljahr, zu den verschiedensten Zeiten und unangekündigt“, sagte die Behördensprecherin.

Am Montagabend waren die Betreuer und Angehörigen der Heimbewohner von einem Vertreter des Landratsamtes über die geplante Schließung informiert worden. Heimleitung und Mitarbeiter seien dabei nicht anwesend gewesen, so die Sprecherin weiter. Das Amt will nun die Angehörigen bei der Suche nach neuen Plätzen unterstützen.

dpa
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