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Kein Wahlkampf, nur Werbung

erstellt am 20.02.2011 um 18:41 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:27 Uhr | x gelesen
München (DK) Gabriele Goderbauer-Marchner sitzt auf dem Podium und sagt, sie sehe sich nicht als Kampfkandidatin. Man könne bei ihrem Auftritt hier im Münchner Presseclub also auch nicht von Wahlkampf sprechen. Trotzdem kommt ihr der Besuch am Freitag ganz recht. In der kommenden Woche wird bei der Landeszentrale für neue Medien (BLM) ein neuer Präsident gewählt. Die Medienprofessorin kandidiert gegen Siegfried Schneider aus dem Landkreis Eichstätt. Der CSU-Politiker ist immerhin Staatskanzleichef.
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Goderbauer-Marchner hat das Podium für sich alleine. Der Veranstalter zuckt mit den Schultern. Eigentlich sei ein Duell geplant gewesen. Aber Schneider habe abgewunken. Der Staatskanzleichef will nämlich auch keinen Wahlkampf machen. Seit Wochen wehrt er jede Anfrage ab. Ein geplantes Interview mit dem DONAUKURIER erschien deshalb mit weißen Flecken statt Antworten. Goderbauer-Marchner dagegen stellte sich den Fragen.

Auch am Freitag nutzt sie die Chance, ihre Vorzüge darzustellen. Sie spricht über Qualität im Fernsehen, über die Bedeutung der Medienpädagogik, über die lokale Rundfunklandschaft. Vor allem aber betont sie ihre Eignung für das Amt. Sie wolle über die "Kompetenzthemen" reden, sagt sie. Darin sieht sie ihre Chance zur Abgrenzung vom Favoriten Schneider.

Goderbauer-Marchner, die für die CSU im Landshuter Stadtrat sitzt, ist Wissenschaftlerin, war davor lange Journalistin. Schneider hat Lehramt studiert und macht als Staatskanzleichef seit zwei Jahren Medienpolitik. "Ich sehe mich als fachkompetente Person", sagt die Professorin. "Ich werfe 30 Jahre Medienkompetenz in den Ring." Mit vielen Medienräten, die den Präsidenten wählen, habe sie "gute Gespräche über die medienfachliche Seite" geführt. Dann teilt sie noch mit, dass sie "für Offenheit und Transparenz" stehe. Dass sie sich auch damit vom schweigenden Staatskanzleichef absetzen will, darf man sich dazudenken. Und außerdem, sagt Goderbauer-Marchner, gehöre es zu ihrem demokratischen Verständnis, "dass zu einer Wahl auch eine Auswahl gehört". Wahlkampf ist das alles natürlich nicht. Nur ein bisschen Werbung in eigener Sache.

Von -von Til Huber
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