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Klappe! Ein Dorf soll ruhig sein

Jetzendorf
erstellt am 01.07.2011 um 21:06 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:29 Uhr | x gelesen
Jetzendorf (DK) „Der Fluch des Falken“ heißt eine neue Fernsehserie, die seit Anfang Juni in Jetzendorf im Landkreis Pfaffenhofen gedreht wird.
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Für manche Dorfbewohner sind die Filmaufnahmen schon jetzt mehr Fluch als Segen, denn die Fernsehleute brauchen absolute Ruhe. Keine Kirchenglocken, kein Rasenmäher und kein Traktor sollen zu hören sein, wenn oben im Schloss und in den angrenzenden Wäldern gefilmt wird.

Die Handlung hat Andreas Bütow, Autor der Geschichte, schnell erklärt. „Sechs Jugendliche gehen bei einer Klassenfahrt verloren. Sie verlaufen sich in einem Wald, stoßen auf ein verwunschenes Schloss und finden nicht den Weg zurück in die normale Welt.“ Bütow wohnt in Pipinsried (Landkreis Dachau), rund zwölf Kilometer von Jetzendorf entfernt. Er kennt das Schloss und fragte bei dessen Besitzer Sebastian von Freyberg nach. Der TV-Journalist hatte keine Einwände gegen die Dreharbeiten, zumal er überwiegend in Köln lebt.

Auftraggeber ist der Bayerische Rundfunk, gezeigt werden die 13-minütigen Folgen ab Oktober auf dem Kinderkanal KI.KA. Die „Mysterie-Serie“ wird von der Tresor TV GmbH aus Unterföhring produziert, die für Fernseh-Entertainment wie „Germany’s Next Topmodel“ oder „Teenager außer Kontrolle“ (beides RTL) verantwortlich zeichnet.

Die Arbeiten starteten vor vier Wochen und werden Ende August abgeschlossen sein. „Bis jetzt kriegen wir hier wenig mit,“ erzählt Bürgermeister Richard Schnell. Das könnte sich in nächster Zeit ändern. Schon jetzt muss die Indersdorfer Straße zeitweilig gesperrt werden. Doch in erster Linie benötigt die Produktion Ruhe im Dorf: Da das Szenario in einem Waldgebiet weitab der Zivilisation spielt, sind Hintergrundgeräusche störend. „Auch die Einflugschneise zum Flughafen München bereitete uns Sorgen“, erklärt Bütow. Pfarrer Konrad Eder hat schon zugesagt, unter der Woche auf Glockengeläut zu verzichten. Mit den Gartenbesitzern und betroffenen Bauern wird sich das Produktionsteam in Verbindung setzen, so Bütow. Doch wie soll das in der Erntezeit funktionieren? „Wenn geerntet wird, wird geerntet“, stellt ein Landwirt klar, er werde sich die Arbeit nicht verbieten lassen. „Es kann schon sein, dass da der eine oder andere explodieren wird“, vermutet der Bürgermeister. „Eigentlich schade, dass man so gar nichts sieht“, bedauert die Jetzendorferin Helga Greppmeier.

Von Host Kramer
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