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Fachbehörde rät nach Verdachtsfällen auf Hasenpest bei neun Jägern zur Vorsicht

Schutz gegen Hasenpest

Landshut
erstellt am 09.11.2018 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2018 um 15:38 Uhr | x gelesen
Landshut/Ingolstadt (DK) Nach dem mutmaßlichen Auftreten von Hasenpest bei neun Männern aus der Oberpfalz mahnt die zuständige Fachbehörde für Jagdausbildung zur Vorsicht. Denn eine Übertragung auf den Menschen lässt sich mit etwas Vorsicht leicht vermeiden.
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Vorsicht angebracht: Feldhasen können die Hasenpest auf Menschen übertragen.
Vorsicht angebracht: Feldhasen können die Hasenpest auf Menschen übertragen.
Pleul/dpa
Landshut
Die betroffenen Jäger aus dem Raum Nabburg bei Schwandorf hatten sich wohl, wie berichtet, am 27. Oktober beim Ausweiden und Verpacken der erlegten Tiere infiziert. Das nahm die zentrale Jäger- und Falknerprüfungsbehörde für Bayern am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut am Donnerstag zum Anlass, um sich an alle Jagdausbilder im Freistaat zu wenden. Sie verweist auf ein Internetportal, das die Ansteckungsgefahr thematisiert und mit Schutzmaßnahmen vertraut macht. "Wir bitten um Beachtung", heißt es in der E-Mail.

Die Tularämie, auch Hasen- oder Nagerpest genannt, ist eine Zoonose, also eine Krankheit, die Mensch und Tier befallen kann. Der Erreger ist ein hochansteckendes Bakterium, es überträgt sich durch direkten Kontakt oder indirekt über Parasiten wie Zecken oder Mücken, aber auch durch kontaminierten Staub oder beim Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Hasenfleisch. Jäger sollten daher beim Zerlegen getöteter Tiere besonders vorsichtig sein. Das Robert-Koch-Institut meldete für 2016 deutschlandweit 41 Fälle, in denen Menschen sich angesteckt hatten, ein Spitzenwert seit 2001. Trotzdem kommt die Hasenpest vergleichsweise selten vor. "Ich gehe jetzt seit 35 Jahren auf die Jagd, habe so etwas aber noch nie in meinem Umfeld erlebt", sagt Richard Binder, Jagdausbilder bei der Jägervereinigung Pfaffenhofen. Auch ihn hat der Vorfall in Nabburg überrascht. "Eigentlich wird jeder Jungjäger vor der Prüfung im Fach Wildbrethygiene eingehend darauf hingewiesen, wie man sich schützen kann."

Das Problem ist nur, "dass die meisten Jäger in der Praxis nicht dran denken", sagt der Ingolstädter Umweltreferent und Tierarzt Rupert Ebner. "Beim Fuchs passen sie auf, weil das Thema Fuchsbandwurm immer wieder mal aufkommt. Wer Schutzhandschuhe und einen Mundschutz trägt, muss sich wegen der Hasenpest keine Sorgen machen." Der Bayerische Jagdverband äußerte sich am Freitag ähnlich. Er riet weiter dazu, Hasenfleisch immer gut durchzugaren, um mögliche Erreger abzutöten. "Verhaltensauffällige oder tote Tiere sollten grundsätzlich nur mit Handschuhen angefasst werden."

Die Hasenpest äußert sich beim Menschen in der Regel durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Husten und Kopf- oder Gliederschmerzen. Wird sie rechtzeitig erkannt, wie bei den neun Jägern aus der Oberpfalz, lässt sie sich mit Antibiotika erfolgreich behandeln. "Es war gut, dass es am Wochenende passiert ist und sie alle ins selbe Krankenhaus gegangen sind. Da war der Zusammenhang schnell hergestellt", sagt der Pfaffenhofener Jagdausbilder Richard Binder. "Wäre jeder zu seinem Hausarzt gelaufen, hätte die Diagnose sicher deutlich länger gedauert."
Horst Richter
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