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Prinz Harry und Meghan Markle heiraten am Samstag - Anhängerinnen aus der Region haben sich Gedanken dazu gemacht

"Die Liebe muss man feiern!"

erstellt am 17.05.2018 um 22:32 Uhr
aktualisiert am 05.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Prinz Harry und Meghan Markle schließen den Bund fürs Leben: Morgen wird groß Hochzeit gefeiert in Windsor. Auch in der Region sind Anhängerinnen des Königshauses - ob Britin oder Deutsche - gespannt auf das Spektakel. Sie erzählen, was sie interessiert.
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Schwenkt die Fahnen schon vor dem Fest: Die Britin Sheila Waha aus Ingolstadt ist gespannt auf die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle. Sie interessiert sich für alles aus dem Königshaus.
Richter
Überall flattern kleine britische Wimpel im Wind: Die Stadt Windsor hat sich herausgeputzt für das royale Spektakel am morgigen Samstag: Prinz Harry heiratet Meghan Markle. Sheila Waha ist in der Nähe aufgewachsen: Die 71-Jährige stammt aus Addlestone, eine Stadt in der Gradschaft Surrey im Süden Englands. Allerdings lebt die Britin schon seit Jahrzehnten in Ingolstadt. Viele kennen sie als VHS-Dozentin von ihren Konversationskursen. Auch aus der Ferne ist Sheila Waha eine treue Anhängerin des Königshauses geblieben, und wie Millionen anderer Zuschauer auf der ganzen Welt wird sie die Hochzeit im Fernsehen verfolgen. "Liebe muss man feiern", erklärt die Dame voller Vorfreude auf das festliche und romantische Hochzeitsprogramm.

Eigentlich habe sie gar keine Zeit, erklärt sie am Telefon, aber dann plaudert sie doch munter los: Sheila Waha interessiert sich für alles, was im Königshaus - in der "Firma" - passiert. Und sie ist ein Fan von Megan Markle, über deren Leben sie vermutlich aus dem Stegreif eine Biografie schreiben könnte. "Sie ist sympathisch und intelligent und zeigt Gefühl für andere." Selbst die Queen habe Meghan ins Herz geschlossen, nachdem ihre Corgis sofort freudig auf sie losgestürmt seien: "Das liegt an ihrer ruhigen, bedächtigen Art."

Besonders imponiert Sheila Waha, dass die 36-Jährige, deren Mutter Doris Ragland Afro-Amerikanerin ist, so viel aus ihrem Leben gemacht hat. "Das muss man anerkennen. Ich hoffe, dass die Firma sie nicht zwingt, in die Rolle einer Prinzessin zu schlüpfen, sondern dass sie sich weiterhin engagieren wird - wo es doch so viel Unrecht gibt."

Sheila Waha meint zum Beispiel das Schicksal der sogenannte Windrush-Generation: Menschen aus der Karibik, die aus den früheren britischen Kolonien kamen und jetzt, im Zuge der rigiden britischen Einwanderungspolitik, wieder vor die Tür gesetzt werden. "Meghan gibt uns Hoffnung in der momentanen Krise - auch mit dem Brexit", meint die 71-Jährige. "Sie hat jetzt die Macht und die Möglichkeiten, etwas zu ändern."

Ein Thema, das auch in den Medien anklingt: Viele Briten setzen Hoffnungen in das junge Paar, dass es das Land modernisieren könne. Markle hat ja bereits angekündigt, sich nach der Hochzeit für Frauenrechte einsetzen zu wollen. Doch Sheila Waha befürchtet, die Medien stürzen sich vielleicht doch eher auf andere Themen: etwa die Verwandtschaft der Braut - wahrlich keine Vorzeigefamilie. "Ich hoffe, dass die positiven Emotionen anhalten und die Medien ihr das Leben nicht schwermachen", sagt die 71-Jährige.

Von einem ist Sheila Waha aber überzeugt: "Ich glaube, sie und Prinz Harry haben sich gesucht und gefunden: Sie passen absolut zusammen, denn sie teilen sich vieles. Beide haben einen schwierigen Background. Und beide verfügen über emotionale Intelligenz." Sheila Waha schmunzelt: "Mir ist aufgefallen, dass die beiden sogar das gleiche Profil haben."

Dass manche Leute sich mokieren über das sündhaft teure Brautkleid, kann Sheila Waha nicht vestehen: "Ihr geht es nicht um die Show - sie will einfach den schönsten Tag ihres Lebens genießen. Außerdem soll sie das Kleid ja selber bezahlt haben." Sheila Waha wünscht sich, dass Meghan ihre natürliche Art behält - und auch die langen Haare weiter offen trägt. Und dem Paar wünscht sie zur morgigen Hochzeit eines: "Sie sollen ihre Träume verwirklichen."
Die China-Diplomatinnen aus Dietfurt feiern das morgige Ereignis mit einer prächtigen Torte aus der Backstube von Sieglinde Pfaller und mit eigenen Hutkreationen. Das Bild entstand seinerzeit bei der Hochzeit von William und Kate.
Die China-Diplomatinnen aus Dietfurt feiern das morgige Ereignis mit einer prächtigen Torte aus der Backstube von Sieglinde Pfaller und mit eigenen Hutkreationen. Das Bild entstand seinerzeit bei der Hochzeit von William und Kate.
Götz



Glückwünsche zur Vermählung bekommen Prinz Harry und Meghan auch aus Dietfurt (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz), wo die China-Diplomatinnen residieren - eine 30-köpfige Frauengesellschaft, die vornehmlich im Fasching aktiv ist, aber auch ein Faible für das Königshaus hat. Die Diplomatinnen feiern alles - sei es die Geburt eines neuen Stammhalters oder eine Hochzeit wie die bevorstehende. "Mein Sohn ist zufällig über Pfingsten in London", erzählt Rosmarie Götz. "Ich habe ihn gebeten, mir so ein Revolverblatt mitzubringen."

Lange nicht so teuer wie die echte Hochzeitstorte auf Schloss Windsor, doch ebenfalls ein Meisterwerk der Konditorkunst ist die Leckerei, mit der die China-Diplomatinnen die Traumhochzeit feiern wollen. Backen wird die prachtvolle Torte wie immer Sieglinde Pfaller. Sie freut sich bei den Fernsehberichten zur königlichen Trauung besonders auf die herrlichen Blumenarrangements. Als begeisterte Hobbygärtnerin will sie sich davon inspirieren lassen. Und falls in einschlägigen Blättern eventuell sogar Rezepte königlichen Gebäcks auftauchen, werden auch ihre Backkünste davon profitieren.

Zunächst werden die meisten China-Diplomatinnen sich bei der TV-Übertragung über die Zeremonie informieren. Auch in den Gazetten und im Netz werden fleißig Details aller Art gesammelt. Zu einem späteren Zeitpunkt dann zelebriert die Damentruppe aus Bayerisch-China stilvoll ein üppiges Picknick im Garten, um sich über die vielfältigen Eindrücke auszutauschen und gemeinsam auf das Brautpaar anzustoßen.

Den Jungvermählten werden die Diplomatinnen anschließend ihre Glückwünsche schicken - verbunden mit Impressionen von der Dietfurter Feier. Das hat schon Tradition: Zur Hochzeit von William und Kate oder zur Geburt der Kinder George und Charlotte waren nach entsprechenden Festivitäten auch schon Glückwunschschreiben und kleine Geschenke ans britische Könighaus gegangen. "Jedes Mal kam bisher ein huldvolles und sehr persönlich gehaltenes Dankschreiben aus dem Buckingham Palast zurück", betont Präsidentin Traudi Staudigl, die gern in den Alben blättert, in denen die Korrespondenz mit dem britischen Königshaus verwahrt ist.

Traudi Staudigl ist vor allem gespannt auf die neuen Hutkreationen ihrer Getreuen: Die Dietfurter Damen basteln für ihre Partys nämlich stets originelle Kopfbedeckungen, die denen des Hochadels an Chic kaum nachstehen. "Bestimmt gibt es neue Ideen, mit denen auch wir uns schmücken können", meint die Chefin.

Rosmarie Sonner ist neugierig auf all die Roben, die beim Defilee der Gäste zu sehen sein werden - und besonders auf das Diadem der Braut und weitere erlesene Schmuckstücke. Auch Christine Waffler wird den Schmuck fachmännisch begutachten, ebenso Künstlerin Ute Mühlbauer, die sich für die Gästeliste interessiert und den Kommentatoren genau zuhören will. Denn sie findet die Verbindungen zwischen den einzelnen Adelslinien bemerkenswert. "Mir imponiert, dass das Brautpaar zu Spenden aufgerufen hat an Stelle von Geschenken", meint sie. Und Rosmarie Götz verspricht sich von der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes in der St George's Chapel besondere Eindrücke.

Von Suzanne Schattenhofer und Rosmarie Götz

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Suzanne Schattenhofer
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