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Staatsanwälte durchsuchen Wohnung von Audi-Chef Stadler

erstellt am 11.06.2018 um 12:52 Uhr
aktualisiert am 11.06.2018 um 14:58 Uhr | x gelesen
Bei den Ermittlungen gegen Audi wegen des Dieselskandals rückt nun der aktuelle Vorstand in den Fokus der Staatsanwälte. Beamte durchsuchten die Privatwohnungen von Audi-Chef Rupert Stadler und einem weiteren Vorstandsmitglied.
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Bei den Ermittlungen gegen Audi wegen des Dieselskandals rückt nun der aktuelle Vorstand in den Fokus der Staatsanwälte. Beamte durchsuchten die Privatwohnungen von Audi-Chef Rupert Stadler und einem weiteren Vorstandsmitglied. Audi-Fahrzeuge in Ingolstadt
Bei den Ermittlungen gegen Audi wegen des Dieselskandals rückt nun der aktuelle Vorstand in den Fokus der Staatsanwälte. Beamte durchsuchten die Privatwohnungen von Audi-Chef Rupert Stadler und einem weiteren Vorstandsmitglied.
© 2018 AFP

Bei den Ermittlungen gegen den Autobauer Audi wegen des Dieselskandals rückt nun der aktuelle Vorstand in den Fokus der Staatsanwälte. Wie die Staatsanwaltschaft München am Montag mitteilte, durchsuchten Beamte die Privatwohnungen von Audi-Chef Rupert Stadler sowie von einem weiteren Vorstandsmitglied. Beide werden demnach seit Ende Mai als Beschuldigte geführt. Wie ein Audi-Sprecher sagte, kooperiert die VW-Tochter mit den Behörden.

Stadler und seinem Vorstandskollegen werden Betrug sowie "mittelbare Falschbeurkundung" vorgeworfen. Sie sollen Dieselfahrzeuge mit manipulierter Abgasreinigung auf dem europäischen Markt verkauft haben. Die Zahl der Beschuldigten im Münchner Ermittlungsverfahren gegen Audi steigt damit auf 20. Darunter sind laut früheren Mitteilungen bereits zwei ehemalige Mitglieder des Audi-Vorstands.

Audi wurde damit bereits zum vierten Mal zum Ziel von Durchsuchungen. In dem Ermittlungsverfahren geht es um den Verkauf von hunderttausenden Motoren mit einer illegalen Abgas-Software sowohl innerhalb Europas als auch in den USA. Auch Porsche statteten die Ermittler deswegen schon einen ungebetenen Besuch ab. Beide Marken gehören zum Volkswagen-Konzern, der im Dieselskandal an zahlreichen juristischen Fronten kämpft.

Vergangene Woche erst hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den offiziellen Rückruf von 60.000 Audi A6 und A7 wegen einer manipulierten Motorsteuerung angeordnet. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) forderte angesichts des Betrugsverdachts Stadlers Rücktritt. "Wie für jeden gilt auch für Herrn Stadler die Unschuldsvermutung", sagte DW-Experte Andreas Breijs der "Rheinischen Post" vom Dienstag. "Dennoch: Es ist höchste Zeit, dass er als Audi-Chef zurücktritt."

Wenn Stadler von dem Betrug nichts gewusst habe, müsse er "die Verantwortung für das Organisationsversagen übernehmen", sagte Breijs. Sollte er etwas gewusst haben, müsse er "dafür gerade stehen". Wäre Audi ein normales Unternehmen ohne einen Mutterkonzern, der selbst in die Affäre involviert sei, hätte Stadler "schon längst seinen Hut nehmen müssen", mutmaßte der DSW-Experte. Leider habe die "Verstrickung von Autokonzernen, Aufsichtsbehörden und Politik" bislang eine wirksame Aufklärung verhindert.

Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen auch gegen Mitarbeiter der Autobauer Daimler und BMW. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist am Montag wegen des Vorwurfs von Abgasmanipulationen bei der Marke Mercedes erneut bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Berlin einbestellt.

München (AFP)
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