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Nachfrage nach deutschen Oberklasse-Autos wächst weiter

München/Stuttgart
erstellt am 12.07.2018 um 14:53 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 14:56 Uhr | x gelesen
Mercedes-Benz fährt den Konkurrenten BMW und Audi weiter klar voraus - aber alle legen im ersten Halbjahr einen Zahn zu. Vor allem in China läuft das Geschäft - noch.
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Mercedes-Benz Autohaus in China
Bei den Verkaufszahlen hat Mercedes-Benz weiter klar die Nase vorn, vor allem dank der Nachfrage im größten Automarkt China.
Wenjun Chen
München/Stuttgart

Deutsche Oberklasse-Autos sind weltweit gefragt wie nie: Mercedes, BMW, Audi und Porsche haben im ersten Halbjahr jeweils mehr Fahrzeuge verkauft als in der ersten Hälfte 2017.

Zusammen erreichten sie einen Marktanteil von rund 80 Prozent - und das liege auch an ihren Innovationen, sagte Experte Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch-Gladbach am Donnerstag.

Bei den Verkaufszahlen hat Mercedes-Benz weiter klar die Nase vorn, vor allem dank der Nachfrage im größten Automarkt China. Während es für die Stuttgarter in Europa und den USA im ersten Halbjahr etwas schlechter lief, legte ihr Absatz in China um 16 Prozent zu. Mit 340.000 verkauften Autos waren sie dort weit vor Audi und BMW.

Insgesamt wuchs der Mercedes-Benz-Absatz von Januar bis Juni um 3,9 Prozent auf 1,19 Millionen Autos. Treiber war die E-Klasse. BMW legte bei seiner Kernmarke um 2,0 Prozent zu und verkaufte 1,06 Millionen Wagen. Im Gegensatz zu den Konkurrenten aus Stuttgart und Ingolstadt steigerten die Münchner ihren Absatz sowohl in China als auch in Europa und den USA.

Audi erzielte auf den ersten Blick den größten Zuwachs - der Verkauf legte um 4,5 Prozent auf 950.000 Autos zu. Allerdings verdankte die VW-Tochter das vor allem der Normalisierung ihrer Auslieferungen in China, die im ersten Halbjahr 2017 noch massiv eingebrochen waren.

Tatsächlich hatte Audi im ersten Halbjahr 2016 bereits mehr Autos verkauft als gegenwärtig. Die VW-Tochter Porsche dagegen setzte 131.000 Sport- und Geländewagen ab, ein Plus von drei Prozent.

Audis Ausblick ist durchwachsen. „Wir erwarten ein forderndes, aber auch spannendes zweites Halbjahr mit weiteren Modellwechseln und der Vorstellung unseres ersten rein elektrischen Modells“, sagte der kommissarische Vorstandschef Bram Schot. Der wichtige A6 steht vor dem Verkaufsstart, aber Audi hat Probleme mit der Umstellung und Zulassung seiner Autos auf das neue Abgas-Messverfahren WLTP. Ab September dürfen in Europa nur noch Autos mit WLTP-Zulassung verkauft werden. Der Test soll den Abgasausstoß realistischer abbilden.

BMW ist hier optimistischer. Die Umstellung auf WLTP sei größtenteils abgeschlossen, berichtete Vertriebschef Pieter Nota. Mit dem Hochlauf der Produktion des SUV-Modells X3 in China und Südafrika könne man die große Kundennachfrage jetzt besser bedienen. „Damit sollte sich das zweite Halbjahr zunehmend positiv entwickeln“, sagte Nota. Mercedes-Benz erwartet im zweiten Halbjahr Rückenwind von den erneuerten Volumenmodellen der A- und der C-Klasse.

Doch der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Brexit stellten alle deutschen Autobauer vor Probleme, sagte Bratzel. BMW und Mercedes-Benz wären nicht nur von höheren US-Zöllen auf Importautos betroffen, sondern auch von höheren chinesischen Zöllen auf Autos aus den USA. Beide Hersteller bauen in ihren US-Werken Geländewagen, die sie auch nach China exportieren.

BMW-Werk Spartanburg
Mitarbeiter des BMW-Werkes in Spartanburg arbeiten an einem Geländewagen.
Daniel Schnettler
München/Stuttgart
dpa
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