Dienstag, 21. August 2018
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Der neue Audi Q3 ist gewachsen - und soll mit mehr Platz und Variabilität bei Familien punkten

Groß geworden

erstellt am 07.08.2018 um 17:44 Uhr
aktualisiert am 07.08.2018 um 21:26 Uhr | x gelesen
Mit Einführung des Q3 bewies Audi im Jahr 2011 ein goldenes Händchen: Zwar hatten andere Hersteller schon schneller Kompakt-SUVs auf den Markt gebracht, doch für die Ingolstädter wurde das Auto zum Kassenschlager: Seit seinem Start wurde der Q3 mehr als 1,1 Millionen mal verkauft.
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Mehr Kante: Dem neuen Q3 hat Audi deutlich markantere Formen ins Blech gepresst, als seinem eher ?glatten? Vorgänger.
Mehr Kante: Dem neuen Q3 hat Audi deutlich markantere Formen ins Blech gepresst, als seinem eher "glatten" Vorgänger.
Fotos: Audi
Das Problem: Erfreut sich ein Auto solcher Beliebtheit, besteht immer die Gefahr, beim Nachfolger kaum etwas zu verändern. Doch bei Audi haben sie sich einen klaren Plan zurecht gelegt: Der neue Q3 sollte "richtig familientauglich" werden. Eine Idee, die aufgehen könnte - schließlich liebäugeln inzwischen auch viele Kombifahrer mit einem SUV. Und weil Familien vor allem Platz brauchen, ist der Nachfolger nun deutlich gewachsen.

Ein weiterer Grund für die üppigeren Abmessungen ist der Q2, der inzwischen unterhalb des Q3 auf Kundenfang geht. Die beiden sollen sich natürlich unterscheiden. Logische Konsequenz: Im neuen Format rückt der Q3 natürlich auch seinem großen Bruder Q5 dichter auf die Pelle - und könnte gar den ein oder anderen Käufer abwerben. In der Länge (4485 mm) hat der Q3 um fast zehn Zentimeter zugelegt, in der Breite (1849 mm) um knapp zwei Zentimeter. In der Höhe (1585 mm) dagegen hat er um 5 Millimeter eingebüßt - auch das ist ein Trend bei SUVs: Sie sollen sportlich wirken.

Während der Vorgänger-Q3 eher "glatt" und ein wenig brav daherkam, haben die Designer dem Nachfolger ein deutlich markanteres Blechkleid geschneidert. Ein genauer Blick darauf zeigt, wie aufwendig die Formen in der Außenhaut teils sind - keine leichte Aufgabe für die Kollegen in der Produktion. Zwei Dinge stechen am neuen Q3 ins Auge: Die kräftigen Betonungen der Radkästen, die den Audi bulliger erscheinen lassen, sowie die Grafiken in den Scheinwerfern, die sich in den Rückleuchten wiederholen.

Der Radstand des Q3 wurde um knapp acht Zentimeter auf 2681 mm gestreckt - dadurch wächst das Platzangebot im Innenraum. Praktisch: Wie beim Q8 ist nun auch beim Q3 die Rücksitzbank serienmäßig längs um 15 Zentimeter verschiebbar. Je nach Stellung der Rücksitzbank bietet der Kofferraum zwischen 530 und 675 Liter (Vorgänger: 460 Liter) Volumen. Bei umgeklappter Fondlehne stehen 1525 Liter (Vorgänger: 1365 Liter) zur Verfügung. Die Lehne lässt sich in mehreren Stufen in der Neigung verstellen und um Verhältnis 40:20:40 umklappen. Ist die Rücksitzbank zugunsten eines maximalen Kofferaumvolumens verschoben, geht das natürlich auf Kosten der Beinfreiheit der Fondpassagiere. Je nachdem, wie der Vordermann seinen Sitz eingestellt hat, ist dann die Mitfahrt hinten höchstens noch was für Kinder.

Wie alle neuen Audis fährt auch der Q3 mit Volldampf in die digitale Welt: Analoge Instrumente gibt es nicht mehr. Ein digitales Tachofeld ist Serie - allerdings handelt es sich dabei nicht um das brillante 12-Zoll-Virtual-Cockpit - das ist gegen Aufpreis orderbar. In der Basis ist ein 10-Zoll-Display verbaut, das ein wenig matter und weniger hochauflösend daherkommt. In der Mittelkonsole ist in den teureren Varianten ein 10-Zoll-Touchscreen installiert, den man auch aus A6, A7 und A8 kennt - nur auf das haptische "Mausklick"-Feedback beim Drücken muss der Kunde verzichten. Ansonsten ist das Display aber auf den ersten Blick identisch mit dem der Oberklasse-Modelle, auch die Handschriftenerkennung funktioniert erstklassig - man kann sogar schnell hintereinander Buchstaben übereinander auf das Display malen. In der Basis sitzt an dieser Stelle eine Ablage, zweite Variante ist ein etwas kleinerer 8,8-Zoll-Touchscreen.
Viele Displays, wenig Knöpfe: Audi setzt im Q3-Innenraum auf Reduktion und klare Formensprache.
Viele Displays, wenig Knöpfe: Audi setzt im Q3-Innenraum auf Reduktion und klare Formensprache.
Fotos: Audi



Auch ein Wlan-Hotspot ist auf Wunsch verfügbar, jeweils zwei USB-Buchsen vorne und hinten, ebenso gibt es eine App, mit der man das Fahrzeug aus der Ferne auf- und zusperren kann. Apple Car Play und Android Auto sind ebenfalls verfügbar. Für alle, die dazu neigen, beim Einparken gerne mal eine Felge zu schreddern, hat Audi dem Q3 ein technisches Schmankerl spendiert: Gegen Aufpreis lässt sich das Fahrzeug beim Rangieren auf dem Display aus zahlreichen Perspektiven betrachten, unter anderem ist auch ein Detailblick auf die Räder abrufbar.

Xenon- und Halogenscheinwerfer werden im Q3 nicht mehr angeboten - schon die Basis fährt mit LED-Leuchten vor. Wie inzwischen so viele Neuwagen, hat auch der Q3 keine "echten" Endrohre mehr, sondern Blenden. Standardmäßig kommt der Q3 mit 17-Zoll-Felgen, 20 Zoll bilden die Obergrenze.

Angeboten wird der Q3 unter anderem mit drei Benzinmotoren: einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS sowie zwei 2,0-Liter-Vierzylindern mit 190 und 230 PS. Ebenso sind zwei 2,0-Liter-Dieselmotoren erhältlich mit 150 und 190 PS. Alle Motorisierungen sind mit Automatik-Doppelkupplungstriebe lieferbar. Alle 2,0-Liter-Varianten gibt es mit Allradantrieb ordern.

Gefertigt wird der neue Q3 im ungarischen Györ - sein Vorgänger rollte noch in Martorell bei Seat vom Band. Im Herbst soll das Auto bei den Händlern stehen. Die Preise verrät Audi noch nicht. Starten dürfte der neue Q3 aber sicher nicht unter 30000 Euro. Mit kräftiger Motorisierung und ein paar Extras dürften Käufer relativ schnell die 50000-Euro-Marke knacken. Somit ist wohl auch klar, dass der Q3 bei aller Attraktivität wohl eher etwas für Familien mit dickem Geldbeutel sein wird.