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Huber weist Abtrünnige in die Schranken

erstellt am 25.01.2008 um 23:31 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 13:19 Uhr | x gelesen
Regensburg (DK) Parteichef Erwin Huber findet nur gute Worte über den Regensburger CSU-Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Bei einem Auftritt am Donnerstagabend überschüttet Huber ihn geradezu mit Lob. "Das Beste, was Regensburg als OB haben kann, ist Hans Schaidinger."
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Dicke Freunde: CSU-Chef Erwin Huber (rechts) und Regensburgs OB Hans Schaidinger. - Foto: gi
Trotzdem ist in der Regensburger CSU die Welt noch längst nicht in Ordnung. Das zeigt sich schon daran, dass nur wenige Mitglieder den Parteichef hören wollen, nur etwa 150 Menschen sind gekommen. Ferngeblieben sind vor allem die parteiinternen Gegner Schaidingers. Die Junge Union, Speerspitze der Kritiker, bietet gerade mal eine Handvoll Leute auf.

Die Wenigen, die dennoch den Worten des Parteichefs lauschen wollen, hören einen flammenden Appell zur Geschlossenheit: "Halb drinnen und halb draußen kann man nicht sein." Huber erteilt jenen Parteimitgliedern eine Absage, die auf einer anderen Liste "in Gegnerschaft zur CSU" kandidieren.

Die Liste "Christlich-soziale Bürger" (CSB) nennt er nicht beim Namen, doch die Abtrünnigen kandidieren genau auf dieser Liste, die Oberbürgermeister Schaidinger bekämpft. Sie wird von dem ehemaligen Stadtrat Gero Kollmer organisiert, der ebenfalls CSU-Mitglied war und parteiintern rechtsradikaler Tendenzen beschuldigt wurde. Inzwischen ist er aus der CSU ausgetreten.

Bereits im November war Huber nach Regensburg gekommen, um die in zwei Lager gespaltene Partei zur Geschlossenheit zu ermahnen. Andernfalls drohe eine weitere CSU-Hochburg in Bayern zu fallen, so die Landesleitung damals.

Inzwischen lobt selbst Franz Rieger, im März 2007 von den Gegnern Schaidingers zum Regensburger CSU-Kreisvorsitzenden gemacht, den Oberbürgermeister und "seine erfolgreiche Arbeit", die der Stadtratsfraktion seit zwölf Jahren eine absolute Mehrheit beschere. Eine klare Distanzierung Riegers von der CSB hat es bislang aber nicht gegeben. Der Kreisvorsitzende hält es für möglich, dass die CSU künftig im Stadtrat, sollte es dort nach der Kommunalwahl keine satte Mehrheit mehr geben, mit den Abweichlern paktieren wird.

Doch bereits am Rande der Veranstaltung mit Huber wird deutlich, dass sich für diesen Fall neuer Zündstoff ankündigt. Fraktionsvorsitzender Herbert Schlegl sagt, dass er sich "keine Zusammenarbeit oder Fraktionsgemeinschaft" mit der CSB vorstellen könne. Dem hat sich Schaidinger angeschlossen.

Teile der Regensburger CSU rufen bereits nach einem Ausschlussverfahren für die Abtrünnigen. Huber hat solche drastischen Mittel vorerst abgelehnt: "Der Eintritt ist freiwillig und der Austritt", so der Parteichef. Kurz vor der Wahl am 2. März will der Parteichef auf Märtyrer verzichten. Außerdem hofft Huber auf "reuige Sünder", die dereinst in den Schoß der Partei zurückkehren.

Von Gabriele Ingenthron
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