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Gert Melville legt Hochschulleitung nieder

erstellt am 19.02.2009 um 21:15 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 13:17 Uhr | x gelesen
Ingolstadt/Eichstätt (DK) Die Nachricht schlug gestern wie ein Blitz an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ein: Der kommissarische Hochschulleiter und aussichtsreiche Kandidat auf das Amt des zukünftigen Präsidenten der KU, Gert Melville, trat aus gesundheitlichen Gründen zurück.
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Melville und Fisch / 470
Gert Melville (rechts) und Rudolf Fisch, der nun die Uni Eichstätt alleine führt.
DK
Nach den Turbulenzen in den vergangenen Monaten um die Wahl des Präsidenten an der einzigen katholischen Universität im deutschsprachigen Raum wurde Gert Melville im vergangenen Jahr gemeinsam mit Rudolf Fisch in die kommissarische Hochschulleitung an der KU beordert. Innerhalb von nur wenigen Wochen hatte sich das Interimsduo Vertrauen bei Professoren und Studenten erworben. Melville, der in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl aus Altersgründen noch abgelehnt worden war, galt plötzlich als Hoffnungsträger. Noch im Dezember stellte er sehr engagiert ein geplantes Forschungsförderzentrum zur Einwerbung von Drittmitteln an der KU vor. Mitglieder des Hochschulrats nominierten den 64-Jährigen Anfang des Jahres zu einem der Kandidaten für die zweite Wahl des Präsidenten der KU. Der Hochschulrat nahm Melville schließlich mit vier weiteren Bewerbern in die engere Wahl für das Amt des Präsidenten.

Hochschulrat und Stiftung waren überrascht von dem Entschluss Melvilles, der gestern keine Stellungnahme zu seinem Rücktritt abgeben wollte. Peter Beer, Vorsitzender des Stiftungsvorstands: "Er war sicherlich einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Präsidenten und hatte das Vertrauen des Trägers nicht nur in der Krisenzeit." Beer akzeptiert jedoch die Entscheidung von Melville, der damit einen klaren Schnitt machen wollte, um seine Gesundheit nicht weiter zu gefährden. Schon ab März wird er nicht mehr Mitglied der Hochschulleitung sein, seine wissenschaftliche Arbeit an der KU aber fortsetzen, und der KU weiter beratend zur Seite stehen.

Das Wahlprozedere soll nach Angaben von Helmut Altner, Vorsitzender des Hochschulrats, dennoch wie geplant ablaufen. Am 22. April werden sich die Kandidaten in einem öffentlichen Hearing in Eichstätt vorstellen. Altner: "Erst danach wird es wahrscheinlich noch einmal Diskussionen an der Uni geben", bis der Hochschulrat am 6. Mai dann endgültig den Präsidenten wählt.

Juliane Roscher, Vorsitzende des Studentischen Konvents, erklärte gestern: "Wir Studenten finden den Rücktritt von Prof. Melville sehr schade, weil er im vergangenen Jahr sehr viel für die Uni erreicht hat. Aber die Gesundheit geht einfach vor." Rudolf Fisch, der derzeit in Urlaub ist, wird die Hochschule ab März alleine leiten, bis der neu gewählte Präsident voraussichtlich am 1. August die Geschäfte übernimmt.


Von Verena Doyé
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