Sonntag, 18. November 2018
Lade Login-Box.

Dem BRK fehlen 70 Millionen Euro

erstellt am 13.02.2009 um 21:13 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 13:17 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen/München (DK) Das Bayerische Rote Kreuz steht vor einer ernsthaften Finanzkrise. Wie Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk gegenüber dem DONAUKURIER erklärte, plagen den Landesverband Schulden von über 70 Millionen Euro.
Textgröße
Drucken
Die Landesgeschäftsstelle, aber nicht nur die, schreibe operative Verluste. Das Innenministerium als Rechtsaufsichtsbehörde habe sich bereits an das BRK-Präsidium gewandt.

Auch die Finanzbedarfsprognose des BRK mache keine Hoffnung: Der jährliche Finanzbedarf von rund sieben Millionen Euro sei ab 2010 nicht mehr gedeckt.

Der Landesvorstand hat inzwischen das Einsparpotenzial prüfen lassen. Laut Landesgeschäftsführer ist ein umfassender Reformprozess von Nöten, um das Bayerische Rote Kreuz vor der Pleite zu bewahren.

Doch das Sanierungskonzept, das bis ins Jahr 2020 reichen soll, birgt Sprengstoff: Gut 60 Prozent der Verbindlichkeiten will der Landesvorstand von den insgesamt 73 Kreisverbänden bayernweit holen, und das, obwohl auch die Jahresabschlüsse einzelner Kreisverbände einen deutlichen Fehlbetrag ausweisen.

"Wir sind um einen gerechten Verteilungsschlüssel bemüht, der die Kreisverbände so wenig wie möglich belastet", sagte Stärk. Der Landesgeschäftsführer sieht keinen anderen Ausweg. Den Rotstift will er zweitens auch bei der Landesspitze ansetzen. Personelle Umstrukturierungen und Entlassungen sollen Einsparungen in Millionenhöhe bringen. Zur Diskussion stehe auch der Immobilienbesitz der Bezirksverbände, so Stärk. Als Drittes will der Landesgeschäftsführer die Tochtergesellschaften zur Kasse bitten. Der Blutspendedienst soll dabei den Löwenanteil von mehreren Millionen beisteuern.

Eins steht fest: Es wird zu heftigen Diskussionen bei der Landesversammlung kommen. Ob die Kreisverbände das Sanierungskonzept absegnen werden? Vor Ort ist man skeptisch: "Ich hoffe, dass das Ganze nicht im Eklat endet", sagte Erich Gruber vom BRK Pfaffenhofen. Sollten sich die Delegierten nicht einigen, stehe immerhin die Körperschaft des öffentlichen Rechts auf dem Spiel. "Begeistert ist hier niemand. Aber Pfaffenhofen wird seinen Beitrag leisten", sagte Hubert Werner, der Kreisgeschäftsführer. Pfaffenhofen gilt als Vorzeigekreisverband, der schwarze Zahlen schreibt. Auch Ingolstadt gehört dazu. Dennoch malen sich die Kreisverbände schon mal die Folgen aus. "Man wird in den nächsten Jahren den Rotstift bei den Investitionen und den BRK-Gemeinschaften ansetzen müssen", meinte Kreisgeschäftsführer Johann Rottenkolber.

Von Gabriele Ingenthron
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!