Mittwoch, 18. Juli 2018
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Adler und Löwenkopf

erstellt am 29.02.2008 um 20:20 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 13:19 Uhr | x gelesen
Dollnstein (DK) Ende vergangenen Jahres war in der Burg Dollnstein (Landkreis Eichstätt) bei archäologischen Ausgrabungen ein Tongefäß gefunden worden, das augenscheinlich Silbermünzen barg. Obwohl die restauratorischen Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, lässt sich dennoch bereits heute sagen, dass sich in dem zusammengebackenen Münzhaufen Stücke von hohem Wert und außerordentlicher Bedeutung befanden. Einzelne Exemplare wurden am Freitag im Rahmen eines Symposiums in Dollnstein erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.
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Neben einer Vielzahl Münzen, die aus dem außerbayerischen Raum zu stammen scheinen, kamen mehrere Initialen zum Vorschein. Die fast eineinhalb Zentimeter großen Buchstaben sind aus vergoldetem Silber gefertigt. Löcher deuten an, dass sie als Beschläge, wahrscheinlich für ein Buch, dienten.

Außerdem waren im Dollnsteiner Rathaus zwei runde Beschläge zu sehen, ebenfalls aus vergoldetem Silber, von denen der erste einen Adler zeigt, der über einer Spruchrolle schwebt und der andere einen Löwenkopf – die Zeichen für die Evangelisten Johannes und Markus.

Laut Dr. Jochen Haberstroh vom Bayerischen Denkmalamt in München deutet vieles darauf hin, dass die kostbaren und außerordentlich fein gearbeiteten Stücke ein mittelalterliches Evangeliar geschmückt haben könnten. Allerdings stehe die wissenschaftliche Untersuchung erst am Anfang und verbindliche Aussagen ließen sich derzeit noch nicht treffen.

Von Josef Bartenschlager
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