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150 Gäste netzwerken beim ersten Hallertauer Tourismustag in Wolnzach

"Online ist Pflicht, offline die Kür"

Wolnzach
erstellt am 13.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 22.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Wie kann man die Hallertau bekannter machen? Darum drehte sich gestern alles beim ersten Hallertauer Tourismustag im Wolnzacher Hopfenmuseum. Es gab Vorträge und eine Hausmesse, auf der die rund 150 Besucher aus der Tourismusbranche netzwerken konnten.
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Wolnzach: "Online ist Pflicht, offline die Kür"
Auf der Hausmesse: Heidemarie Gmelch von Hopfenland Hallertau Tourismus (von links), Bürgermeister Jens Machold, Hopfenkönigin Theresa Zieglmeier und Landrat Martin Wolf.
Wolnzach

"Ein Muss für Bierliebhaber", "sehr informativ" oder auch "etwas enttäuscht" - das schreiben Besucher des Wolnzacher Hopfenmuseums auf einer Bewertungsseite im Internet, die gleich als zweiter Link auftaucht, wenn man das Wort Hopfenmuseum in eine Suchmaschine eingibt. Insgesamt haben 25 Besucher dort überwiegend sehr positive Einträge geschrieben - ins Hopfenmuseum kommen laut Museumsleiter Christoph Pinzl im Jahr rund 15 000 Menschen.

In den Bewertungsportalen im Internet steckt laut Elisabeth Hiltermann von Kohl & Partner Bayern viel Potenzial. Um Menschen in die Hallertau zu locken, sollten also möglichst viele Besucher Bewertungen im Internet abgegeben oder Fotos in sozialen Medien hochladen, sagt sie bei ihrem Vortrag auf dem Tourismustag. "50 Prozent der Buchungen laufen heute über das Smartphone, es gibt täglich Trillionen Suchanfragen", so Hiltermann. "Online ist Pflicht, offline die Kür." Im direkten Umgang komme es darauf an, den Gästen Aufmerksamkeit zu schenken. "Bitten Sie sie ruhig, sie zu bewerten." Denn 30 Prozent aller Entscheidungen würden nach Empfehlungen gefällt. Um zu vermeiden, dass das Ergebnis der Bewertung nicht gefällt, könne man den Gast gerne auch mal während seines Aufenthalts fragen, wie es ihm gefällt. "Dann kann man nämlich noch auf die Wünsche eingehen."

Besonders interessant für die Hallertau sind laut Hiltermann die von Experten ausgemachten Zielgruppen der "Gutbürger" und der "Matcha-Tee-Eltern". Beiden gehe es finanziell gut und eine gesunde Umwelt sowie nachhaltiges Wirtschaften sei ihnen wichtig. Sie wollten also regionale Produkte. "Und die haben Sie in der Hallertau", sagt Hiltermann. Das könne man ruhig noch mehr in den Vordergrund rücken.

Was manchen Gästen an der Hallertau gefällt, das konnte Heidemarie Gmelch von Hopfenland Hallertau Tourismus sagen. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage unter 303 Bürgern auf der Gartenschau in Pfaffenhofen gefällt 70 Prozent der Befragten die Landschaft mit den Hopfengärten sowie die Leute und der Dialekt (18 Prozent). Als Schwäche sahen die Befragten hingegen die Radwege, außerdem wünschten sich einige mehr Führungen. Daran könne man ansetzen, indem man Angebote besser miteinander verknüpfe, Freizeitführer erstelle, die Radwege besser darstelle, etwa als interaktive Karte im Internet, so Gmelch. Die einzelnen Betriebe könnten außerdem Zertifizierungen wie "Ausgezeichnete Bierkultur" erwerben, um ihr Alleinstellungsmerkmal zu vermarkten. Infos dazu gab es im Anschluss auf der Messe.

Ob der Tourismustag nächstes Jahr wiederkommt, ist noch unklar. Wolnzachs Bürgermeister Jens Machold (CSU) kann sich das vorstellen: "Bei einer so guten Resonanz wie heute ruft das ja geradezu nach einem zweiten, dritten Tourismustag." Landrat Martin Wolf (CSU) als Vorsitzender des Vereins Hopfenland Hallertau sagte, man werde sich nun überlegen, wie es weitergehe.

Von Desirée Brenner
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