Donnerstag, 13. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Zwei Frauen mehr, verschobene Stimmanteile und der künftige Bürgermeister macht noch einen Sitz frei

Stühlerücken im Sitzungssaal

Wolnzach
erstellt am 17.03.2014 um 18:21 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 08:28 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Wolnzach geht in die Stichwahl. Das bedeutet, dass die Zusammensetzung des Marktgemeinderats noch nicht endgültig steht. Denn: Gewinnt Jens Machold für die CSU, rückt ein CSU-Bewerber nach, gewinnt Werner Hammerschmid, macht er einen Platz frei für den nächsten SPD-Kandidaten.
Textgröße
Drucken

Fortsetzung folgt, mit der Stichwahl, bei der am 30. März der amtierende Bürgermeister Jens Machold (CSU) gegen seinen SPD-Herausforderer Werner Hammerschmid antreten wird, geht die Wolnzacher Kommunalwahl in die nächste Runde. Erster Nachrücker für die CSU ist Sepp Brummer aus Eschelbach, im Falle eines Wahlsieges von Werner Hammerschmid würde für die SPD Simon Westermair aus Wolnzach nachrücken.

Einige Fakten stehen bereits jetzt fest, denn es gibt einen Wahlsieger: die FDP. Den Liberalen ist durch ihr neues Anhängsel, die Unabhängigen Wolnzacher und damit der Gallionsfigur Josef Schäch, der große Coup schlechthin gelungen. Denn Schäch, der von 1990 bis 2008 Bürgermeister der Freien Wähler war, danach mit 58,89 Prozent aller Stimmen Pfaffenhofener Landrat wurde, wenig später jedoch in Folge der Wolnzacher Finanzaffäre diesen Posten wieder räumen musste, ist zurück in der Wolnzacher Kommunalpolitik – mit Pauken und Trompeten: Mit 5318 Stimmen ist er in den Gemeinderat gewählt worden und hat mit diesem Spitzenergebnis – dem zweitbesten nach Jens Machold von der CSU – die Basis gelegt, dass sich die FDP-UW vier Sitze sichern konnte. Das sind zwei mehr, als die FDP mit Petra Thalmeir-Bichler und Matthias Boeck bisher gehalten hat. Als „deutliches Zeichen“ wertet Schäch selbst am Tag danach dieses Spitzenergebnis, mit dem er nach eigenen Worten in dieser Höhe nicht gerechnet hätte.

Dennoch hat es in den Reihen der FDP-UW auch Enttäuschungen gegeben: Zum Beispiel ist Gernot Trapp, der 24 Jahre lang für die SPD im Gemeinderat war und nun für die FDP-UW angetreten ist, mit 892 Stimmen hinten gelandet, Platz 48 nimmt er damit am Ende in der Rangliste aller Gemeinderatskandidaten ein. Und auch Matthias Boeck konnte nicht an das Ergebnis der Kommunalwahl vor sechs Jahren heranreichen, rund 500 Stimmen weniger hat er bekommen. Enttäuscht ist man auch bei den Freien Wählern, die zwei Sitze abgeben müssen und künftig nur mehr vier Gemeinderäte stellen werden. Ganz unerwartet hat diese Entwicklung die FW allerdings nicht getroffen, sagt Ortsvorsitzender Christian Dierl: „Bei uns haben mit Alois Siegmund und Martin Stockmaier zwei langjährige Räte aufgehört und die sind nicht so ohne Weiteres zu ersetzen.“ Dass die FW ihre sechs Sitze nicht mehr halten könne, damit habe man gerechnet, aber: „Wenigstens auf fünf Sitze hätten wir schon gehofft, aber die haben wir nicht bekommen.“ Zumindest eine Hoffnung der wiedergewählten FW-Bewerberin Astrid Elender hat sich erfüllt: Sie hatte sich „mehr Frauen im Gemeinderat“ gewünscht und das wird sie nun bekommen: Statt wie bisher nur drei wird der neue Gemeinderat mit Marianne Strobl und Brigitte Hackl (jeweils SPD) zwei Frauen mehr haben.

Letztere hat für die SPD mit 2542 Stimmen gar ein Spitzenergebnis eingefahren, mit dem sie in der Endabrechnung aller Kandidaten auf Rang 14 liegt – und damit vor so manchem altgedienten Gemeinderat. Beispiel: Max Weichenrieder, der schon seit 1978 für die CSU im Gemeinderat sitzt, hat 96 Stimmen weniger als die SPD-Newcomerin Hackl bekommen. Ein Sitz mehr und in der Stichwahl – hochzufrieden mit ihrem Abschneiden sind die Wolnzacher Sozialdemokraten, allen voran SPD-Bürgermeisterkandidat Werner Hammerschmid, der sein selbst gesetztes Ziel erreicht hat: „Ich wollte in die Stichwahl und da gehen wir nun hin.“ Die SPD sei gut vorbereitet und gerüstet und wolle die Herausforderung annehmen.

Das tut auch der amtierende Bürgermeister Jens Machold (CSU), der das denkbar knappe Wahlergebnis zu seinen Ungunsten dennoch sportlich nimmt und sagt: „Natürlich ist es schon bitter, wenn es so knapp hergeht, aber wir werden die Wähler weiter überzeugen. Denn jetzt will ich es wissen.“

Eine Ansicht, die der Wolnzacher CSU-Ortsvorsitzende Alois Widmann teilt und dem Wahlergebnis durchaus auch Positives abgewinnen kann. Wenn man sich die Ergebnisse der CSU-Kandidaten einmal anschaue, dann sehe man gleich, dass alle entweder über 1000 oder nur knapp weniger Stimmen bekommen haben: „Auf einer kleineren Liste hätte es für unsere Ergebnisse deutlich mehr Sitze gegeben“, ist Widmann überzeugt. So hat beispielsweise Christian Bäck als Amtierender seinen Sitz verloren, seine 1647 Stimmen haben bei der CSU nicht gereicht.

In der Bewertung der Bürgermeisterwahl gibt sich Widmann realistisch und zuversichtlich: Man habe damit gerechnet, dass es eng werden könnte, „bei vier Kandidaten“. Die CSU sei für die Stichwahl gut gerüstet und setze voll auf „unseren Bürgermeister Jens Machold“.

Von Karin Trouboukis
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!