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Wohnungsbaugenossenschaft plant neues Mehrfamilienhaus und damit weiteren verbilligten Wohnraum

"Eine soziale Verpflichtung"

Wolnzach
erstellt am 30.10.2017 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 09.11.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Bezahlbarer Wohnraum ist wichtiger denn je. Das spürt die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Wolnzach bei ihren 96 Wohnungen im Lug ins Land: Leerstände gibt es dort nie. Mit dem Bau eines neuen Mehrfamilienhauses schafft die Genossenschaft nun weiteren verbilligten Wohnraum.
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Wolnzach: "Eine soziale Verpflichtung"
Mit Blick auf die Kirche: Bereits 1951 hatte die Wohnungsbaugenossenschaft im Lug ins Land mehrere Häuser gebaut. - Foto: Gemeinde
Wolnzach

Voraussichtlich zehn neue Wohnungen - in verschiedenen Größen zwischen 50 und 80 Quadratmeter - sollen dabei entstehen. Baustart ist im kommenden Jahr geplant. Dem Antrag auf Vorbescheid hat der gemeindliche Bauausschuss vor Kurzem grünes Licht gegeben. "Im Sommer 2019 soll der Neubau dann fertig sein", so Josef Schäch, Aufsichtsratsvorsitzender der WBG Wolnzach. Eines weiß er sicher: "Diese Wohnungen könnte ich morgen schon vergeben." Denn die Nachfrage nach verbilligtem Wohnraum sei immens.

Das kann Altbürgermeister Anton Dost mit Blick auf die insgesamt 18 Häuser der WBG nur bestätigen: "Unsere Wohnungen sind nach wie vor und vor allem laufend gefragt", sagt er. Der 92-Jährige ist seit 1972 Mitglied der Wohnungsbaugenossenschaft und seit 1992 geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Zwar ist in seinen Augen in Wolnzach Wohnraum noch einigermaßen bezahlbar, vor allem, wenn man die Preise mit denen in den umliegenden Städten vergleicht. "Aber es gibt auch in Wolnzach Wohnungsnot", stellt Dost mit Blick auf die lange Warteliste für die 96 Wohnungen der Genossenschaft im Lug ins Land fest. Eben auf diese große Nachfrage reagiere die WBG mit ihrem Neubau, in dem weiterer vergleichsweise erschwinglicher Wohnraum entsteht. So liegt der durchschnittliche Mietpreis bei der Wohnungsbaugenossenschaft laut Dost zwischen 5,60 und 6 Euro pro Quadratmeter.

Einen weiteren Grund für den Neubau nennt Josef Schäch: "Wir haben schon aus der Gründungsgeschichte heraus einen gewissen Sozialauftrag." Die Genossenschaft hatte sich 1949 in Folge der massiven Wohnungsnot in der Nachkriegszeit gegründet (siehe Infokasten). Diese "menschliche und soziale Verpflichtung" sieht er heute nicht weniger gegeben.

Rund 600 Quadratmeter Wohnfläche wird der dreigeschossige Neubau inklusive Keller bieten. Der Standort im Hangbereich links neben dem Haus Lug ins Land 17 erfordert laut Schäch zwar eine "ordentliche Erdbewegung", biete aber gleichzeitig eine schöne Lage und gute Möglichkeiten der Barrierefreiheit.

Als Projekt zur Beschaffung von verbilligtem Wohnraum wird der Bau staatlich gefördert. Wie hoch die Zuschüsse genau ausfallen werden, steht laut Schäch noch nicht fest. "Mit einem Drittel der Kosten kann man aber schon rechnen", meint er. Insgesamt wird das Mehrfamilienhaus nach seinen Angaben rund 1,2 Millionen Euro kosten. Das Vorhaben ist seit längerer Zeit wieder das erste Neubauprojekt der Wohnungsbaugenossenschaft. Zuletzt hatte sie 1993 zwei neue Häuser gebaut, die beiden Gebäude mit den Adressen Lug ins Land 2 und 2 a. Sie waren Ersatzbauten für ein aus den Anfangsjahren der Genossenschaft stammendes Wohnhaus, das damals abgerissen wurde. Daneben wurden die bestehenden Häuser in den letzten Jahrzehnten immer wieder saniert, renoviert und modernisiert. Auch die älteren Häuser haben laut Dost eine gute Bausubstanz und sind "gut in Schuss" - was dem, der durch die Siedlung fährt, auch gleich ins Auge fällt.

Für den Markt Wolnzach ist die Wohnungsbaugenossenschaft ein Glücksfall, denn sie bietet zusätzlich zu den gemeindlichen Sozialwohnungen weiteren verbilligten Wohnraum. Der Markt kommt so auf insgesamt 122 Sozialwohnungen. Damit erreicht er zwar nicht den von Experten empfohlenen Sechs-Prozent-Anteil an sozialem Wohnraum, steht aber mit 2,51 Prozent im landkreisweiten Vergleich an der Spitze. Von einer "einzigartigen Zusammenarbeit" mit der Wohnungsbaugenossenschaft spricht Bürgermeister Jens Machold. So überträgt die Marktgemeinde von jeher den Baugrund im Erbbaurecht an die WBG - so auch im Falle des geplanten Neubaus. Zudem ist die Gemeinde eines der rund 180 Mitglieder, die die Wohnungsbaugenossenschaft heute - fast 70 Jahre nach ihrer Gründung - hat. Zu diesen gehören auch die Mieter, die statt Hinterlegung einer Kaution Genossenschaftsanteile übernehmen.

Von Katrin Rebl
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