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Grünen-Politiker zeigen sich bei Wolnzachbesuch angetan vom Hopfenbau und der Verbandsarbeit

Nicht bio, aber trotzdem gut

Wolnzach
erstellt am 10.08.2016 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 08:31 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Noch ist nicht alles bio, der Weg aber stimmt. Diesen Eindruck nehmen die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl und der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek von einer kleinen Hopfenreise mit. Station machten sie dabei gestern im Haus des Hopfens und im Hopfenmuseum.
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Wolnzach: Nicht bio, aber trotzdem gut
Gut schaut er aus! Nachdem sie im Haus des Hopfens viel über die Strukturen des Hopfenanbaus und der Hopfenwirtschaft erfahren hatten, besuchten Grünen-Kreisvorsitzende Kerstin Schnapp (von links), die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Gisela Sengl, und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek das Hopfenmuseum und den Hopfengarten im Eingangsbereich. - Foto: Trouboukis
Wolnzach

Vier Bio-Hopfenbauern gibt es im Moment. Wenn es nach den Gästen geht, die der Vorsitzende des Hopfenpflanzerverbandes Hallertau, Adolf Schapfl, und Verbandsgeschäftsführer Otmar Weingarten gestern im Haus des Hopfens empfingen, dann dürften das viel, viel mehr werden. "Wie kann man dauerhaft ganz ohne Chemie auskommen" Diese Frage stellte Gisela Sengl, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion und agrarpolitische Sprecherin, in den Mittelpunkt der kleinen Gesprächsrunde. Es war ein offener Kreis, an dem neben ihr - quasi als Gastgeber - auch Neu-Wolnzacher Dieter Janecek und die Grünen-Kreisvorsitzende Kerstin Schnapp teilnahmen; eine Runde, in der die Dinge beim Namen genannt wurden. Dass sie sich in Sachen Nachhaltigkeit, Forschung und auch Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht zu verstecken brauchen, das machten Schapfl und Weingarten sehr klar. Denn sie konnten Fakten vorweisen: den integrierten Pflanzenschutz, zum Beispiel, Bodenuntersuchungen, selbst initiierte Versuche in Zusammenarbeit mit Bienenzüchtern, die strikte Einhaltung aller Auflagen in Sachen Abstandsregelungen, die Einhaltung von Wartezeiten im Pflanzenschutz, den Einsatz von Mitteln, die beispielsweise auch in Biobetrieben zugelassen sind. Nicht zu vergessen die Hüller Hopfenzüchtung, bei der die Resistenzzüchtung eine tragende Rolle spiele.

"So halb sind wir ohnehin schon bio", meinte Schapfl, der selbst aktiver Hopfenpflanzer ist. "Glauben Sie mir: Mir wäre es auch am liebsten, wenn ich nicht spritzen müsste." Denn Pflanzenschutz, wie er im Hopfenbau betrieben werde, sei nicht nur extrem aufwendig, sondern auch teuer. Und er bekam keine Gegenrede von seinen Gästen. Gisela Sengl wie Dieter Janecek und Kerstin Schnapp zeigten sich gut informiert und gaben sich umso mehr deutlich angetan von dem, was sie bei ihrer ersten Station der kleinen Hopfenreise im Haus des Hopfens zu hören bekamen: Alleine schon die Struktur des Hauses kam an, in dem mit der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), dem Hopfenring, dem Hopfenpflanzerverband und der Hopfenverwertungsgenossenschaft vier Hopfenorganisationen unter einem Dach agieren und so über kurze Wege miteinander kooperieren können.

Die Gastgeber ihrerseits freuten sich über den "politischen Besuch", so Schapfl: "Wir brauchen Sie, wir brauchen Ihre Unterstützung." Denn als Nischenprodukt leide der Hopfenbau unter einem schlichtweg unzureichenden Angebot an Wirkstoffen zur Schädlingsbekämpfung. Ein Thema, das Geschäftsführer Otmar Weingarten manchmal zur Verzweiflung bringt: "Was das betrifft, gibt es keine EU", sagte er. Im Gegenteil seien Nachbarländer diesbezüglich viel besser gestellt, könnten auf deutlich mehr Mittel zurückgreifen. Auch die Themen Freihandelsabkommen und Gentechnik wurden kurz angesprochen, beides ist laut Schapfl "kein Thema" im Hopfenbau.

Auf die Theorie ließen die Grünen-Gäste gestern dann sozusagen die Praxis folgen: Nach dem Haus des Hopfens stand ein Besuch im direkt benachbarten Deutschen Hopfenmuseum an. Später ging es dann noch in die Brauerei des Klosters Scheyern.

Von Karin Trouboukis
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