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HVG-Aufsichtsratsvorsitzender Schapfl sieht starken Aufklärungsbedarf - vor allem im Pflanzenschutz

Verständniswerbung für den Hopfen

Wolnzach
erstellt am 13.02.2018 um 09:10 Uhr
aktualisiert am 21.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wolnzach/Mainburg (WZ) Wie ist das Jahr gelaufen, was wird die Zukunft bringen? Auch die Hopfenverwertungsgenossenschaft stellt sich diesen Fragen. Aufsichtsratsvorsitzender Adolf Schapfl sieht die Hopfenbranche vor neuen Herausforderungen, vor allem, was den Pflanzenschutz betrifft.
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HVG-Aufsichtsratsvorsitzender Schapfl
Gebendorfer, Helga, Mainburg
Wolnzach

Zufrieden blickt er auf die momentane Situation in der Hopfenbranche. Für die Zukunft sieht er allerdings eine ganze Reihe von Herausforderungen auf die Pflanzer zukommen. Der mittlerweile schon mehrjährige weltweite Anstieg von Hopfenflächen und der Hopfenproduktion, aber auch die Erhöhung der Hopfenpreise, habe sich im zurückliegenden Geschäftsjahr fortgesetzt hat und der HVG in Kombination mit einer sehr guten Hopfenernte 2016 in Deutschland ein gutes Ergebnis beschert. "Davon profitieren auch wir Hopfenpflanzer mit einer erneuten Warenrückvergütung in Höhe von 30 Cent je Kilogramm Hopfen und mit einer Kapitaldividende von fünf Prozent."

Der Blick in die Zukunft zeige aber, dass die Erfolge auch grundsätzlich geringer ausfallen könnten. Der Grund für seine Einschätzung: Nach Jahren mit höherer Nachfrage als Angebot sei bei einzelnen Hopfensorten, vor allem den Flavor-Sorten, mittlerweile bereits eine Überversorgung eingetreten, darauf hatte auch HVG-Vorstandsvorsitzender Johann Pichlmaier bei der Vertreterversammlung bereits hingewiesen.

Sorgen bereiten Schapfl zudem die weiterhin enormen Flächenausweitungen in den USA, insbesondere weil dort nun auch die Flächen für Bitterhopfen ausgeweitet werden und damit auch die deutschen Bitterhopfen unter Druck geraten könnten. Er gibt sich jedoch überzeugt, dass die Hopfenproduktion künftig neben wirtschaftlichen Herausforderungen verstärkt vor anderen Aufgaben stehen wird. Er verwies auf die neue Düngeverordnung, vor deren Hintergrund eine wirtschaftliche Produktion von Hopfen in Deutschland neu organisiert werden müsse. Zudem werden nach seiner Einschätzung in den nächsten Jahren weitere Einschränkungen im Pflanzenschutz auf die Pflanzer zukommen - durch weniger Zulassungen oder geringere Rückstandswerte. "Insgesamt werden die Erwartungen und Anforderungen von Konsumenten, Gesellschaft, Behörden und Gesetzgebern an uns weiterhin steigen", so der Aufsichtsratsvorsitzende. Deshalb werde es zentrale Aufgabe sein, der Gesellschaft die moderne Hopfenproduktion zu erklären, zu informieren und um mehr Verständnis für die Anliegen der Hopfenbauern zu werben.

Bei den turnusgemäßen HVG-Wahlen wurde Wolfgang Ruther aus dem Anbaugebiet Tettnang erneut in den Vorstand gewählt. In den Aufsichtsrat wurden Reiner Joachim und Bert Christmann aus dem Anbaugebiet Elbe-Saale sowie Albert Eisenmann, Georg Lutz und Alois Widmann aus der Hallertau wiedergewählt. Auf Franz Xaver Metz, der nach 17 Jahren ausschied, folgte Sebastian Burger aus Oberhatzkofen.

AUFGABENDERHVG

Neben der Weiterverarbeitung deutscher Hopfen zu Hopfenpellets, Extrakt und anderen Hopfenprodukten und der weltweiten Vermarktung nimmt die HVG auch Aufgaben als Erzeugergemeinschaft wahr. Dazu gehören laut HVG-Firmenporträt unter anderem: Förderung von Maßnahmen zur Produktionsverbesserung; Förderung der Neutralen Qualitätsfeststellung; Unterstützung von Forschung und Zulassungsprozessen im Pflanzenschutz; Vermarktung auch von schwer vermarktbaren Hopfensorten; weltweite Bewerbung und weltweites Marketing; Flächenerhebung und Datenaufbearbeitung für Statistiken zur Hopfenproduktion in Deutschland; Durchführung der Beihilfeauszahlungen laut europäischer Hopfenmarktordnung. | WZ

Helga Gebendorfer
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