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Projekt Kulturhalle begeistert den Leader-Ausschuss, wirft aber im Gemeinderat vereinzelte Fragen auf

Großes Lob, höchste Förderung

Wolnzach
erstellt am 13.05.2016 um 17:18 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 08:31 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Der Leader-Lenkungsausschuss ist sogar über den ursprünglichen Vorschlag hinausgegangen: Die Umgestaltung der Siegelhalle zur Kulturhalle bekommt mit 200 000 Euro den höchsten Fördersatz. Das beeindruckt auch den Gemeinderat, warf aber doch wieder vereinzelte Fragen auf.
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Wolnzach: Großes Lob, höchste Förderung
Inspiriert hat das Theaterbrettl auch mit seinem Freilufttheater, das vor zwei Jahren die Massen begeistert hat. An der Kulturhalle ist deshalb auch eine Freiluftbühne geplant. ‹ŒArch - foto: Trouboukis
Wolnzach

Ja, es wird einen Workshop geben, bei dem alle Vereine und Personen, die ihre Ideen für eine solche Kulturhalle einbringen möchten, genau das tun können. Der Terminvorschlag zum 30. Mai, 18 Uhr, lag am Donnerstagabend allen Gemeinderäten vor. Für Marianne Strobl (SPD) war damit zumindest ein Punkt beantwortet, für den sie kämpft, seit eine mögliche Umgestaltung der Siegelhalle zur Veranstaltungshalle zum ersten Mal überhaupt Thema im Gemeinderat war.

Aber sie hatte noch einige Fragen mehr, zum Beispiel nach dem genauen Konzept, für das Machold bei der Präsentation vor dem Leaderausschuss am Montagabend so viel Applaus und am Ende die Zusage für die Höchstförderung bekommen hatte (PK vom 11. Mai). Das Konzept werde allen Räten zugänglich gemacht, versprach der Rathauschef.

Gedanken macht sich Strobl auch um den "Betrag im siebenstelligen Bereich", der laut Machold für die Umwandlung zur Kulturhalle zu veranschlagen sei: "Gibt es irgendeine Obergrenze", wollte sie wissen. Schließlich habe der Markt dringliche Aufgaben, keine Rücklagen, dafür aber einen hohen Schuldenstand.

"Wir wollen jetzt die Haushaltsdiskussion nicht noch einmal aufnehmen", entgegnete Machold - und antwortete auf Strobls Gedanken mit einer Hommage an Wolnzach: Der Markt sei ein herausragender Ort, der für seine tollen Veranstaltungen bekannt sei, für eine hohe Lebensqualität stehe und viele Impulse setze.: "Wir sind als Markt wirklich hochgradig erfahren mit großen Veranstaltungen." Nicht vergessen solle man auch, dass die Umwandlung der Siegelhalle zur Kulturhalle auch ein wichtiges Signal in Sachen Volksfestpetition sei: "So können wir unsere Veranstaltungen verlagern, damit der Schwerpunkt im Zentrum nur mehr das Volksfest sein kann."

Eine solche Kulturhalle sei auch keine Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie, vielmehr eine Belebung, schließlich könne jeder Hallennutzer - beispielsweise bei großen Familienfesten oder Betriebsfeiern - einen eigenen Caterer aussuchen, viele örtliche Betriebe hätten sich hier schon einen guten Namen gemacht. "Wir sind absolut für dieses Projekt", meldete SPD-Fraktionssprecher Werner Hammerschmid gleich mehrfach an. Schließlich sei in der Vergangenheit oft der Eindruck erweckt worden, dass die SPD dagegen sei.

Rückblende: Die Märzsitzung, in der Bürgermeister Jens Machold die Idee vorstellte, die nicht zuletzt aus vielen Vorgesprächen mit dem seit Aufgabe des Bräustüberlsaales obdachlosen Theaterbrettl-Verein resultierte, endete beinahe in einem Eklat. Einige Räte fühlten sich seinerzeit übergangen und von den vorgestellten Planungsideen überrollt, während andere dem Architekten und seinen Ideen gar Inkompetenz vorwarfen - und das, obwohl fast alle Fraktionen grundsätzlich ihre Begeisterung für die Umgestaltung der einstigen Siegelhalle zur Kulturhalle beteuerten. Die sehr guten aktuellen Nachrichten aus dem Leader-Förderprogramm ließ sich der Rathauschef an diesem Donnerstag aber trotz vereinzelter Zwischenbemerkungen von FDP-UW-BGW-Rat Matthias Boeck nicht vermiesen, der Großteil der Räte ebenso wenig: Nach der Präsentation durch Bürgermeister Machold am Montagabend sei der Leader-Lenkungsausschuss nicht nur angetan von dem Projekt einer Kulturhalle mit Freiluftbühne, sondern laut Machold "regelrecht begeistert" gewesen. Für die vorbereitenden Arbeiten bedankte sich Machold ausdrücklich bei seinem Bauamt und dessen Leiterin Doris Schneider, dem Architekten, bei der Leadermanagerin Carmen Glaser und beim Theaterbrettl mit seinem Vorsitzenden Vitus Rebl, der wichtige Impulse gegeben habe. Mit einer Bewertung von 22 Punkten sei der Lenkungsausschuss bei der Einstufung der Kulturhalle am Ende sogar über den Verwaltungsvorschlag hinausgegangen, der mit 20 Punkten schon hoch gegriffen war; um überhaupt Fördergelder aus dem Leadertopf zu bekommen, sind mindestens 14 Bewertungspunkte nötig. Wichtige Pluspunkte seien neben dem Gesamtumgriff der Halle - die ja eingebettet sein soll in eine Aufwertung des gesamten Sportweges mit Freiluftterrasse am Sportheim, einer Überdachung der Stockbahnen mit Winter-Eislaufbahn und die Installation eines Beach-Volleyballplatzes durch das Hallertau-Gymnasium - auch ihre gute Erreichbarkeit, die umliegenden Parkmöglichkeiten und vor allem auch die Tatsache, dass die Halle auch barrierefrei gestaltet werde. Das hat laut Machold vor allem Landrat Martin Wolf beim Leaderabend am Montag sehr gelobt, denn Barrierefreiheit sei im Landkreis ein großes Thema - und die Kulturhalle habe aus dieser Sicht ja auch überregionale Bedeutung.

Mit der Höchstförderung von 200 000 Euro rage sie aus den Leaderprojekten heraus, sukzessive soll das Projekt angegangen werden: Am Anfang stehe nun der Workshop mit allen Beteiligten, innerhalb eines halben Jahres müsse dann ein Nutzungskonzept erstellt und der entsprechende Antrag eingereicht werden. In zwei Jahren soll alles fertig sein.

Von Karin Trouboukis
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