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Helikopter muss nach Kollision bei Niederlauterbach notlanden In 4000 Haushalten gehen die Lichter aus

Militärhubschrauber reißt Stromleitung ab

Wolnzach
erstellt am 18.10.2016 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 08:32 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Ein tieffliegender Helikopter der Bundeswehr ist gestern an einer Katastrophe vorbeigeschrammt: Kurz vor 14 Uhr streifte er bei Niederlauterbach eine Stromleitung und kappte diese. Der Pilot konnte die Maschine sicher notlanden. 4000 Haushalte waren über eine Stunde lang ohne Strom.

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Es regnete an diesem Dienstagnachmittag, graue Wolken hingen am Himmel, die Sicht war schlecht. Vermutlich hatte der Pilot des leichten Transport- und Mehrzweckhubschraubers vom Typ Bell UH-1D bei seinem genehmigten Übungsflug die Strommasten in den Feldern und Wäldern zwischen Niederlauterbach und Oberlauterbach schlichtweg nicht gesehen. Er touchierte die Leitungen, dabei wurden nach Auskunft eines Bayernwerk-Sprechers zwei Mittelspannungsleitungen abgerissen. Der Pilot behielt jedoch die Kontrolle über die laut Polizei nur leicht beschädigte Maschine und konnte sie wenige Hundert Meter neben den Strommasten genau zwischen einem Hopfengarten und einem Maisfeld sicher notlanden. Die drei Insassen, die in der Wehrtechnischen Dienststelle in Manching gestartet waren, kamen nach Auskunft der Geisenfelder Polizei glimpflich davon: Sie erlitten leichte Schnittverletzungen.

Die Unfallmeldung über den havarierten Bundeswehr-Hubschrauber in dem Feld hinter Niederlauterbach löste dennoch einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus - immerhin war anfangs von mehreren Verletzten die Rede. Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Polizei, Rettungsdienste und sogar ein Rettungshubschrauber rückten aus, eilten mit Blaulicht und Martinshorn zur Unglücksstelle. Im Wesentlichen gab es für sie in Niederlauterbach jedoch nicht viel zu tun, als die Unfallstelle weiträumig abzusichern. Denn die Landestelle lag auf unwegsamem Gelände, der Boden war durch den starken Regen aufgeweicht und deshalb kaum zu befahren. Und als kurze Zeit nach der Notlandung die Feldjägertruppe, die Militärpolizei der Bundeswehr, mit mehreren Fahrzeugen in Niederlauterbach eintraf, wurde der Hubschrauber ohnehin weiträumig abgeriegelt und ein militärischer Sicherheitsbereich eingerichtet.

Die Folgen der Kollision mit der Stromleitung bekamen allerdings rund 4000 Wolnzacher Haushalte direkt zu spüren, denn für sie ging gegen 14 Uhr nichts mehr. Stromausfall, alles aus. Kein Telefon, kein Licht, keine elektrischen Geräte, nicht in Privathäusern, aber eben auch nicht in Büros, Gastronomiebetrieben und Läden und in Arztpraxen, was zum Teil zu Problemen in der Patientenversorgung führte. Lediglich der Wolnzacher Süden - beispielsweise Bauhof und Hallertau-Gymnasium - waren vom Ausfall nicht betroffen, weil sie an ein anderes Leitungsnetz angeschlossen sind. Etliche Anfragen gingen auch beim Markt Wolnzach ein, allerdings mussten die Bürger dort schon persönlich erscheinen: Auch das Rathaus war ohne Strom und telefonisch nicht zu erreichen. Gut eine Stunde blieben die betroffenen Haushalte stromlos, dann gingen langsam die ersten Lichter wieder an. Sukzessive arbeitete der Netzbetreiber an der Versorgung, nach und nach wurde die Stromversorgung wieder hergestellt.

Warum der Militärhubschrauber in die Leitungen geflogen ist, ist noch offen. Sowohl die Verantwortlichen der Wehrtechnischen Dienststelle, als auch die Polizei Geisenfeld haben die Ermittlungen aufgenommen. Weder die Schadenshöhe an dem Helikopter, noch an der 90-Kilovolt-Freileitung konnten gestern näher beziffert werden. Laut Polizei wird sich die Reparatur der Stromleitung in unwegsamem Gelände möglicherweise über Tage hinziehen.

Von Karin Trouboukis
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