Montag, 17. Dezember 2018
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Neue Medien und Inklusion spielen bei der Weiterentwicklung des Deutschen Hopfenmuseums eine große Rolle

Viele Ideen gegen Stillstand

Wolnzach
erstellt am 18.10.2018 um 12:57 Uhr
aktualisiert am 22.10.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Den Neubau eines Schaudepots in Gosseltshausen bringt im Moment das Deutsche Hopfenmuseum auf den Weg. Gleichzeitig gibt es demnächst auch viel Neues im Museum selbst zu erleben. Neben modernster Technik mit Touch-Tisch und interaktiver Landkarte spielt auch das Thema Inklusion ein große Rolle.
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Rund 18000 Titel umfasst die Bibliothek des Hopfenmuseums, die Leiter Christoph Pinzl fortwährend katalogisiert. ?Sie ist wohl die weltweit größte über den Hopfenbau?, sagt er.
Rund 18000 Titel umfasst die Bibliothek des Hopfenmuseums, die Leiter Christoph Pinzl fortwährend katalogisiert. "Sie ist wohl die weltweit größte über den Hopfenbau", sagt er.
Rebl
Wolnzach
Am schlimmsten wäre Stillstand. "Ein Museum darf nicht veralten, es muss sich immer wieder weiterentwickeln", so Museumsleiter Christoph Pinzl. Das Hopfenmuseum ist seit gut 13 Jahren in Betrieb, in dieser Zeit hat sich bezüglich musealer Arbeit einiges getan, erinnert Pinzl zum Beispiel an den Einbau der Hausbrauerei im ersten Stock, die neu eingerichteten Abteilungen über Hopfensorten, über die Heidelerche und über die Geschichte des Hopfenbaus in der DDR. Darauf werde man sich aber nicht ausruhen. "Wir wollen uns Schritt für Schritt weiter verbessern", so der Museumsleiter. Ideen dafür hat er jede Menge, einige davon werden schon bald umgesetzt.

Von einer werden nicht nur junge Museumsbesucher begeistert sein: einem Brettspiel mit dem Titel "Das große Hopfenrennen", das in der Abteilung über die Hopfenernte anno dazumal aufgebaut wird - und dort natürlich gespielt werden kann. Gestaltet hat es die aus Eschelbach stammende Künstlerin Mariele Berngeher. "Für ein Museum ist so etwas eher ungewöhnlich", sagt Pinzl. Er kann sich vorstellen, das Spiel eventuell in kleiner Auflage auch zum Verkauf anzubieten. In erster Linie aber soll es als Bestandteil der Ausstellung auf spielerische Weise Hopfen-Wissen vermitteln.

Erneuert wird daneben die interaktive Landkarte mit Belegen über den Hopfenbau in ganz Deutschland. Höchst interessant finden diese vor allem weit gereiste Besucher jetzt schon, sie wird nun als Tisch und in der Technik von einer Web-Design-Firma komplett neu gemacht. "Ich bin sicher, dass die Leute total begeistert sein werden", sagt Pinzl. Die Landkarte demonstriert, dass früher in fast jeder Ecke Deutschlands Hopfen angebaut wurde - laut Pinzl wichtig für eine Ausstellung, die sich nicht Hallertauer, sondern Deutsches Hopfenmuseum nennt.

Auf dem modernsten Stand der Technik wird auch der neue Touch-Tisch sein, der in Planung ist - eine interaktive Station mit Spielen wie Puzzles oder Memory, natürlich inhaltlich immer mit Bezug zum Hopfen. Die Neuen Medien will sich Christoph Pinzl außerdem für eine weitere neue Station im Museum zunutze machen, auf der von Kindern oder Jugendlichen selbst gedrehte Filme laufen sollen. Die Filme rund um das Grüne Gold könnten in einem Workshop entstehen, hier schwebt dem Museumsleiter eine Aktion im Ferienprogramm oder in Zusammenarbeit mit einer Schule vor. "Technisch ist das heute alles kein Hexenwerk mehr", so Pinzl; er sieht so eine Aktion als gelungene Mischung aus Medienpädagogik, Hopfenthematik und Jugendarbeit.

Beginnend mit den neuen Einrichtungen, die da kommen, soll laut Pinzl das gesamte Museum nach und nach "inklusionsfähig" gemacht werden. Inklusion sei bisher noch kein großes Thema im Museum gewesen. Der Gedanke sei, die Ausstellung nicht nur behindertengerecht im klassischen Sinne zu gestalten, beispielsweise durch Barrierefreiheit. "Wir wollen es geeignet machen für alle, die Probleme mit Hören, Sehen oder Fortbewegung haben", so Pinzl. Davon würden grundsätzlich alle profitieren, auch Besucher ohne Handicap. Anfangen will er mit den Medienstationen, die unter diesem Aspekt erneuert gehören.

Weniger Außenwirkung, aber dennoch jede Menge Arbeit birgt das, was Christoph Pinzl momentan verstärkt hinter den Kulissen leistet und was er als "typische Museumsarbeit" bezeichnet: die Inventarisierung der Bestände ("was haben wir eigentlich alles") und die Katalogisierung der wohl weltweit größten Bibliothek über den Hopfenbau. Rund 18000 Titel sind im Besitz des Hopfenmuseums. "Über den Hopfen gibt es nicht viel Historisches, was wir nicht haben", ist sich Pinzl sicher. Die Sammlung enthält Schriften, die einmalig sind und bis ins 17. und 18. Jahrhundert zurückgehen. Die Bibliothek ist momentan nur intern zugänglich, Pinzls Plan ist es, sie aber irgendwann öffentlich benutzbar zu machen.

Katrin Rebl
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