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Wolnzach nimmt Abschied von Altbürgermeister und Ehrenbürger Anton Dost

"Vergelt's Gott, Toni"

Wolnzach
erstellt am 10.09.2018 um 19:22 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Von einer großen Persönlichkeit hat Wolnzach am Montag Abschied genommen: Familie, Politiker, Vereine und langjährige Weggefährten begleiteten Altbürgermeister Anton Dost auf seinem letzten Weg. In den Grabreden wurde der Wolnzacher Ehrenbürger als hilfsbereiter, engagierter und stets bescheidener Mensch gewürdigt.
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Worte des Dankes und persönliche Erinnerungen an den Verstorbenen schrieben viele Bürger in das Kondolenzbuch für Anton Dost.
Worte des Dankes und persönliche Erinnerungen an den Verstorbenen schrieben viele Bürger in das Kondolenzbuch für Anton Dost.
Rebl
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Der Beerdigungsgottesdienst wurde in der Pfarrkirche St. Laurentius gefeiert, die auch "seine Kirche" war, wie Pfarrer Johann Braun eingangs sagte. In dieser Kirche wurde Anton Dost im Dezember 1924 getauft, hier feierte er Erstkommunion und Firmung und heiratete 1946 seine Frau Erna. Hier sagte die Trauergemeinde nun auch Dank für das Leben und Wirken Anton Dosts, der am 23. August im Alter von 93 Jahren gestorben war.

"Viele fühlen sich ihm über den Tod hinaus freundschaftlich verbunden", so Pfarrer Braun. Wie sehr, das zeigten die Trauerreden nach der Urnenbeisetzung am Friedhof. Mit einem "Vergelt's Gott, Toni", verabschiedeten sich viele von dem Mann, der von 1971 bis 1990 Bürgermeister war. Bereits 1966 war er, der nach dem Krieg als Verwaltungsangestellter im Rathaus angefangen hatte, für die SPD in den Gemeinderat gewählt worden. "Er hat uns nicht nur ein Stück des Weges begleitet, sondern dabei auch Spuren hinterlassen", sagte Bürgermeister Jens Machold und nannte als ein Beispiel den Bau des Sportzentrums. Entscheidend seien aber nicht "tote Steine", sondern der Mensch, und der habe für Dost immer im Mittelpunkt des Handelns gestanden. Dost habe sich um den Markt verdient gemacht. "Wir sind stolz, ihn Ehrenbürger nennen zu können", sagte Jens Machold.

Stellvertretender Landrat Anton Westner würdigte in seiner Trauerrede den Verstorbenen als "hochgeachtete Persönlichkeit", die auch das Leben im Landkreis über viele Jahre mitgeprägt habe. Dost war von 1972 bis 1990 Mitglied des Kreistags, zwölf Jahr lang saß er im Kreisausschuss, sechs Jahre im Bau- und Vergabeausschuss. "Er stellte sich in den Dienst der Menschen, nicht, weil er sich profilieren wollte, sondern weil es ihm wichtig war, sich zu engagieren und Gutes zu tun." Seine kommunalpolitischen Ämter habe er stets zum Wohl der Bevölkerung, mit großem Engagement und mit großer Verantwortung ausgeübt, so Westner. So fielen in diese Zeit beispielsweise der Neubau der Ilmtalklinik, der Bau des Hallertau-Gymnasiums - für den er sich besonders eingesetzt habe - und der der Realschule in Manching. Eines hervorzuheben, war Westner besonders wichtig: "Bei Anton Dost hat man bei allem, was er angepackt hat, immer die Liebe zur Sache, zu den Menschen und zur Heimat gespürt."
Viele Wolnzacher Vereine, darunter die Marktkapelle und der Krieger-, Soldaten- und Kameradenverein, gaben Anton Dost am Friedhof das letzte Geleit.
Viele Wolnzacher Vereine, darunter die Marktkapelle und der Krieger-, Soldaten- und Kameradenverein, gaben Anton Dost am Friedhof das letzte Geleit.
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Vor der vorbildhaften Lebensleistung des Verstorbenen verneigte sich Marianne Strobl stellvertretend für die SPD, der Dost 72 Jahre lang angehörte. Die Wolnzacher Ortsvorsitzende würdigte Dosts Werdegang: Bereits als junger Mensch mit 21 Jahren habe er sich - trotz oder gerade wegen fürchterlicher Kriegserfahrungen und erlittener Verwundung - für den Neuaufbau der Demokratie im Nachkriegsdeutschland eingesetzt. Dost sei überzeugt gewesen, dass in einer Demokratie gestritten werden muss, "aber nie ohne den Willen der Verständigung und nie ohne den gegenseitigen Respekt". Das habe sich auch darin gezeigt, dass er sich nach jeder noch so hitzigen Sitzung mit allen "auf eine Halbe" zusammensetzte. Bis zum seinem Tod habe sich Dost seinen lausbübischen Humor und seine sympathische Bescheidenheit bewahrt, so Strobl.

Stellvertretend für die Wolnzacher Vereine sprach Hans Frank Worte des Dankes. Dost habe für alle ein offenes Ohr gehabt und die Vereine mit Rat und Tat unterstützt. "Er machte keinen Unterschied und war für alle gleichermaßen da", so Frank. Die Hilfsbereitschaft des Verstorbenen hob auch Josef Schäch hervor. Er sprach als langjähriger Wegbegleiter in der Wohnungsbaugenossenschaft Wolnzach, in der Dost von 1978 bis 1992 ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender und danach bis zu seinem Tod "ein sehr agiler und umsichtiger" geschäftsführender Vorstand war. Er habe in dieser Zeit viel bewegt und eine erfolgreiche und finanziell gesunde gemeinnützige Genossenschaft hinterlassen, so Schäch. Aber auch in der Kommunalpolitik hatte Schäch den Verstorbenen als einen Bürgermeister erlebt, "dem es immer wichtig war, für sein Wolnzach die richtige und die beste Lösung zu erreichen". Er habe auch Vorschläge anderer politischer Gruppierungen gelten lassen, wenn sie zu einem guten Ergebnis führten. Sein Fachwissen und sein Engagement hätten auch die Bürger geschätzt. Oft habe es bei den Wolnzachern geheißen: "Dann geh ich halt zum Toni."

Das letzte Mal taten das viele Bürger am Montag und begleiteten ihren Altbürgermeister auf seinem letzten Weg. Viele trugen sich auch in das Kondolenzbuch ein, das in den vergangenen Tagen im Rathaus und am Montag an der Aussegnunghalle am Friedhor auflag. Das letzte Geleit gab dem Verstorbenen auch der Krieger-, Soldaten- und Kameradenverein Wolnzach, dessen Ehrenvorsitzender Dost war. "Er war ein großartiger Mensch", sagte Vorsitzender Hans-Georg Kaempf im Namen des Vereins, der sich mit drei Böllerschüssen und dem Lied vom Kameraden von seinem langjährigen Mitglied verabschiedete.

Katrin Rebl
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