Freitag, 18. Januar 2019
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Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber erklärt sich bei Besuch in Wolnzach zum Hallertaufan

"Schee is' bei eich!"

Wolnzach
erstellt am 09.08.2018 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 16.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wolnzach (WZ) Als vehemente Streiterin für die Landwirtschaft, glühende CSU-Anhängerin und frisch gebackener Hallertaufan präsentierte sich Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Mittwoch. Höhepunkt ihres ersten Besuchs in Wolnzach war der große Empfang im Deutschen Hopfenmuseum.
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Trotz des vollgepackten Besuchsprogramms nahm sich Staatsministerin Michaela Kaniber ? übrigens mit neuem Hopfensiegel-Kettchen ? auch viel Zeit für Gespräche, hier mit dem CSU-Landtagsabgeordneten und Gemeinderat Karl Straub (links) und CSU-Gemeinderat Sepp Seidl (rechts).
Trotz des vollgepackten Besuchsprogramms nahm sich Staatsministerin Michaela Kaniber - übrigens mit neuem Hopfensiegel-Kettchen - auch viel Zeit für Gespräche, hier mit dem CSU-Landtagsabgeordneten und Gemeinderat Karl Straub (links) und CSU-Gemeinderat Sepp Seidl (rechts).
Foto: Zurek
Wolnzach
Mit etwas Verspätung trifft die Politikerin, die sich passend zur Hallertau betont als "Bierministerin" bezeichnet, vor dem Rathaus ein. "Schee is' bei eich!" meint sie strahlend mit Blick auch auf die "traumhafte Kulturlandschaft". Gerade hat sie sich auf dem Hof von Kreisbäuerin Erna Stanglmayr in Jebertshausen mit Vertretern der Landwirtschaft getroffen, wo die Düngeverordnung und der Pflanzenschutz Gesprächsthemen waren; Inhalte, auf die die Ministerin ohnehin später in ihrem Vortrag zur Agrarpolitik noch eingehen möchte. Was die derzeitige Hitzeperiode angeht, hat sie gute Nachrichten: Gerade habe man im Kabinett "erste Futtermittelhilfen beschlossen" (PK berichtete). Langfristig müsse man sich gegen extreme Wetterereignisse wie Dürren und Starkregen aber "besser aufstellen", als Strategie fordert sie unter anderem den "Umstieg auf trockenresistente Getreidesorten" und bessere Mehrgefahrenversicherungen.
 
 


Umringt von geladenen Ehrengästen geht es zunächst in das schöne Trauungszimmer im Rathaus, wo das Goldene Buch auf einen neuen Eintrag wartet. Bürgermeister Jens Machold stellt den "Genussort" Wolnzach mit spürbarem Lokalpatriotismus vor und der CSU- Landtagsabgeordnete Karl Straub begrüßt Kaniber als "mutige Ministerin, eine mit Rückgrat" . Diese ihrerseits dankt ihrem Parteikollegen "Charly" für die Einladung in dessen Heimat, von der "bester bayerischer Rohstoff" in alle Welt gehe. Dass sie diesen nicht vergisst, dafür sorgt fortan ein besonderes Wolnzacher Gastgeschenk: ein Medaillon in Gestalt des ersten Hopfensiegels, das ihr von der Dritten Bürgermeisterin Katharina Gmelch umgehängt wird.

Am Hopfenmuseum warten derweil geduldig die Gäste in der brütenden Hitze, darunter Vertreter des Landkreises und der Landkreiskommunen, der Geistlichkeit, als Hausherr Museumsleiter Christoph Pinzl sowie Landwirte. Alleinunterhalter Wiggerl spielt auf, es gibt kühlende Getränke. Und dann kommt sie. Ein Selfie mit Fan hier, ein kurzes Gespräch mit einem Landwirt dort. Kaniber hat es nicht eilig. Nach den Begrüßungsreden des Landtagsabgeordneten Karl Straub und seiner Co-Gastgeberin, der Frauenunion-Kreisvorsitzenden Emilie Bergmeister, legt sie los. Spricht lieber "aus dem Herzen" , als nach Manuskript. Sie erlebe immer wieder Jungbauern, die "sprühen regelrecht vor Elan" und zeigten "unternehmerischen Geist", widerspricht die Ministerin negativen Prognosen. Damit der Berufszweig weiterhin Zukunft hat, brauche es seitens der Politik allerdings "den Mut und den Willen", für die Interessen der Landwirte zu kämpfen, die "als Leistungsträger Bayern ausmachen". Dazu gehören für sie Themen wie eine Derogation der Düngeverordnung oder der Streit für angemessene Direktzahlungen. Sie werde es nicht zulassen, dass Landwirte in der emotionalen Diskussion etwa um den Gewässerschutz "in eine Ecke gestellt werden", erklärte Kaniber unter Hinweis auf Kulturlandschafts- und Vertragsnaturschutz-Programme, dank derer in Bayerns Landwirtschaft "Naturschutz vom Feinsten" gelebt werde.
Eintrag ins Goldene Buch mit Bürgermeister Jens Machold und Dritter Bürgermeisterin Katharina Gmelch (rechts).
Eintrag ins Goldene Buch mit Bürgermeister Jens Machold und Dritter Bürgermeisterin Katharina Gmelch (rechts).
Foto: Zurek
Wolnzach



Zugleich aber fordert sie von Verbrauchern "mehr Wertschätzung für regional produzierte Lebensmittel". Wer von der Landwirtschaft etwas einfordert, müsse auch bereit sein "an der Ladentheke mehr zu zahlen". Die Ministerin macht angesichts von Städten, "die aus allen Nähten platzen", den ländlichen Raum als "Schüssel für Zukunftsfragen" aus. Deutlich erhöhte Mittel für die Städtebauförderung - "innen statt außen" - und die Dorferneuerung sowie die Sicherstellung einer Grundversorgung durch regionale Premiumprodukte mit Initiativen wie "HeimatUnternehmen" zählt sie als wichtige Maßnahmen auf.

Abschließend gibt es von Kaniber ein leidenschaftliches Rundumlob auf das aktuelle Regierungsprogramm der CSU nebst viel gegenseitiger Anerkennung und herzlicher Dankesworte unter Parteikollegen. Die CSU-Listenkandidaten Martina Fischer (Bezirkstag), Christian Moser (Landtag) und Fabian Flösser (Direktkandidat Bezirkstag) nutzen die Gelegenheit noch für eine kurze Vorstellungsrunde, bevor die Ministerin sich wieder unters Volks mischt, um "mit den Menschen zu reden und nicht über sie".

Kritische Rückfragen gibt es - zumindest laut ausgesprochen - keine. Sie habe ihm "aus der Seele gesprochen" sagt vielmehr ein Zuhörer. Ein anderer findet, Kaniber habe ein sehr breites Spektrum an Themen "gut rübergebracht".
Maggie Zurek
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