Die Spargelstele des Künstlers Karlheinz Torge.
Die Spargelstele des Künstlers Karlheinz Torge.
Foto: SZ
Es reicht ja eigentlich schon, dass Schrobenhausen eine so unbedeutende Kleinstadt ist, dass es nicht mal für eine anständigen Anschluss an die B300 reicht, aber müssen wir uns jetzt auch noch mit Gewalt lächerlich machen, indem wir Kunstwerke aufstellen, die aussehen als hätten frühpubertäre Grundschüler ihre übergewichtige Lehrerin als Pin-up an die Klotür gezeichnet?

Über Kunst lässt sich sicher streiten, aber ob der Schrobenhausener Stadtrat, wenn es um Geschmack und Ästhetik geht, eine wirklich gute Adresse ist, wage ich zu bezweifeln.

Was soll das überhaupt sein? Sollen so die Schrobenhausener Frauen aussehen? Soll es Frauen in guter Steinzeitart als Gebärmaschinen zeigen oder sollen die Besucher der Eisdiele immer an die vielen Kalorien beim Eisgenuss und die Folgen erinnert werden?

Ich finde, wenn jemand so eine Figur wirklich für so hochwertig und künstlerisch wertvoll hält, dann soll er sich das Teil kaufen und in den eigenen Garten stellen. Und nicht die Allgemeinheit mit 15000? Euro belasten. Für das Geld kann man viel Kunst kaufen. Vielleicht sogar irgendwas mit Sichtachse.
Die Schrobenhausener Stadtführung hat wirklich genug zu tun und leistet sicher auch teilweise sehr gute Arbeit. Umso weniger verstehe ich, warum man nicht hier stärker Kontakt zur Bevölkerung sucht. Ein Künstlerwettbewerb mit klarem Preisrahmen, in dem Künstler ihre Ideen vorstellen: Das wäre doch mal was und kostet nichts, und der Beste und im Idealfall Billigste gewinnt.

Alfred Holzer

Schrobenhausen