Montag, 25. Juni 2018
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Senioren-Aktionstag des Gesundheitsamtes im Haus im Moos kam gut an

"Wer sich engagiert, hat mehr vom Leben"

Kleinhohenried
erstellt am 14.06.2018 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (SZ) Seniorengymnastik, Märchen für Erwachsene und altes Wissen rund um Heilkräuter, das Oma noch bekannt war, Improtheater vom Jugendtheater im Neuburger Volkstheater und Volkslieder kamen bestens an beim Senioren-Aktionstag des Gesundheitsamtes.
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Der unterhaltsame Nachmittag stand ganz im Zeichen verschiedener Aktivitäten und Workshops, der Vormittag diente der Information. Regina Dorwarth von der Koordinierungsstelle Ehrenamt hatte in ihrem Vortrag "Wer sich engagiert, hat mehr vom Leben" für ehrenamtliches Engagement geworben, das auch den Ehrenamtlichen selber zugutekomme. Als ein Beispiel sich zu engagieren, stellte Johanna Knöferl die Nachbarschaftshilfe vor, Christa Kunz und Steffi Vicelja von der koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) berichteten von der Arbeit der Wellcome-Engel und Marion Hirsekorn aus Augsburg erläuterte, wie wichtig Großeltern für die Familie seien. "Wir hoffen, dass wir mit der Veranstaltung auch einige Leih-Omas oder Leih-Opas rekrutieren können", gestand Johanna Ehm vom Gesundheitsamt einen Hintergedanken, mit dem sich das Landratsamt mit dem Seniorentag am Jahresschwerpunktthema des Bayerischen Gesundheitsministeriums beteiligt hat.

Etwa 50 Teilnehmer waren ins Haus im Moos gekommen, mindestens ein Drittel davon waren Multiplikatoren wie Leiter von Seniorenkreisen, Mitglieder des Neuburger Seniorenbeirats oder Seniorenbeauftragte der Kommunen. So richtig in Schwung kamen alle miteinander nach dem reichhaltigen Mittagessen mit Karin Aydin und ihrem Team aus dem Karlshulder Seniorenzentrum. Christa Buckl zeigte mit Hilfe von Rita Schikotanz, die einen Heimbewohner mimte, wie sich Gymnastik mit Tüchern, Hanteln, Igelbällen und Körnersäckchen auch im Sitzen absolvieren lässt. "?Ich kann das nicht' gibt es bei mir nicht", sagte Buckl - sie animiere jeden zum Mitmachen, auch wenn er eine Bewegung nur zur Hälfte ausführen könne. Auch das sei besser, als sich gar nicht zu bewegen. Spielerisch gab es nebenher Fragen zu Farben, zum Material und Rückwärtszählen war ebenfalls angesagt, damit der Geist lebendig bleibt. Nach der Gymnastik brach kurz das Chaos aus, als sich die Teilnehmer auf drei Gruppen aufteilen sollten. Nachdenkenswerte Märchen erzählte Theresia Kreppold ihren Zuhörern im Stuhlkreis, Volksmusiker Peter Popanda und Verena Griebel sangen bekannte Volkslieder mit ihrer Gruppe, und Beatrix Müller unternahm einen Streifzug durch das Gelände der Umweltbildungsstätte. Sie informierte über diverse Kräuter, die hier zu finden waren, von der Brennnessel über Schafgarbe bis zum Beinwell.

Den Vogel schoss anschließend das Jugendtheater mit drei Impro-Stücken ab. Kerstin und Sepp Egerer, Franziska Steinherr, Verena Haindl, Rosa Aceto und Maximilian Rehm unterhielten ihr Publikum bestens. Köstlich die aus drei verschiedenen Perspektiven gespielte Szene auf dem Spielplatz mit Großmutter, trotziger Dreijähriger und dem Herrn Pfarrer, der plötzlich merkte, dass er am falschen Ort war. Wie es bei den Hausaufgaben zugehen kann, erzählte der nächste Sketch, der im Replay als Tanzfilm und später unter dem Motto "wütende Liebe" zum Brüller wurde.

"Sehr informativ", fand Renate Busch, Vorsitzende des Karlshulder ökumenischen Seniorenkreises den Vormittag, unterhaltsam die Workshops am Nachmittag. Auch Gusti Schmid aus Königsmoos resümierte zufrieden, sie nehme etliches mit. Martin und Waltraud Hollinger aus Neuburg haben keine Multiplikatorenfunktion, sondern waren gekommen, weil sie sich vorgenommen haben, wieder mehr unter die Leute zu gehen, wie sie erzählte. Kurz nachdem sie in Ruhestand gegangen war, habe sie die Freiheit, nichts tun zu müssen, genossen. Nun aber sei es an der Zeit, wieder rauszugehen und sich zu engagieren. "Irgendwann kann man das nicht mehr", meinte sie, "das ist uns bewusst geworden". Einen Anfang will das Ehepaar beim Seniorenbeirat machen, die Nachbarschaftshilfe sei ihnen dagegen zu verbindlich, denn wer Hilfe brauche, wünsche sich in der Regel, dass immer dieselbe Person zu ihm komme.
Andrea Hammerl
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